Die Erneuerbaren Energien Branche schlägt vor, an drei Stellschrauben zu drehen, um die Strompreise zu stabilisieren:
1. Umlagemechanismus des Erneuerbare-Energien-Gesetz anpassen
Erneuerbare Energien reduzieren nachweislich die Preise an den Strombörsen, doch diese Kostensenkung kommt bei den Bürgern nicht an. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) fordert eine Überarbeitung der mangelhaften Methode zur Berechnung der EEG-Umlage, über die Stromkunden hierzulande den Ausbau Erneuerbarer Energien finanzieren. Tatsache ist: Wind- und Solarenergie sorgen seit Jahren für sinkende Preise an der Strombörse – allein im letzten Jahr um rund 17 Prozent. Durch die preissenkende Wirkung aber steigt die EEG-Umlage, denn sie ergibt sich aus der Differenz von Börsenstrompreis und den Vergütungen, die regenerative Kraftwerke erhalten. Die Marktteilnehmer, die bislang von diesem Paradoxon profitieren, gilt es nun in die Verantwortung zu nehmen.
2. Reduzierung der Stromsteuer
Die Stromsteuer sollte nach der ursprünglichen Idee den klimaschädlichen Strom belasten. Bei einem heutigen Anteil der Erneuerbaren von ca. 25 Prozent am gesamten Stromaufkommen sollte daher konsequent die Stromsteuer um 25 Prozent gesenkt werden. Auch die großen zusätzlichen Einnahmen des Staates durch die erhobene Umsatzsteuer auf die gestiegene Ökostrom-Umlage könnten als Erfolg der Energiewende-Dividende mit den Bürgern geteilt werden. Eine Entlastung der Bürger um mehr als 1,75 Milliarden Euro wäre damit möglich.
3. Rückführung der Industrieprivilegierung auf den Stand von 2009
Nur Unternehmen, die tatsächlich im internationalen Wettbewerb stehen, können mit Wettbewerbsnachteilen argumentieren, um eine ganze oder teilweise Befreiung von der Erneuerbare-Energien-Umlage zu rechtfertigen. Rund 1,5 Milliarden Euro könnten hier eingespart werden und zur Sicherung stabiler Strompreise für die Bürger eingesetzt werden.
Diese drei Maßnahmen ließen sich nach Ansicht der Erneuerbaren-Branche kurzfristig umsetzen und hätten eine deutlich höhere Entlastung der Bürger zur Folge, als die Vorschläge der beiden Bundesminister.
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