Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa zu Beginn der Heizperiode am 1. Oktober. 68 Prozent der Bürger wissen der Umfrage zufolge jedoch auch, wie sie sich vor unkalkulierbaren Heizkosten schützen können: Sie würden sich für eine Heizungsanlage mit Erneuerbaren Energien entscheiden, wenn sie jetzt ihre Heizung erneuern müssten. Eine Heizung mit Erdgas oder Erdöl würden hingegen nur 19 Prozent bevorzugen.
Vor diesem Hintergrund forderte die Branche der Erneuerbaren Energien heute die Bundesregierung auf, die Rahmenbedingungen für das Heizen mit Sonnen- und Erdwärme sowie Holz zu verbessern. "Erneuerbare Energien sind eine Versicherung vor weiteren Heizkostensteigerungen. Im Gegensatz zu den importierten Preistreibern Öl und Gas sind die Kosten für Erneuerbare Energien über Jahre kalkulierbar. Anstatt zu steigen, sinken sie zumeist sogar", sagte Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie auf einer Pressekonferenz. Allerdings seien die Anschaffungskosten für Heizungen mit Erneuerbaren Energien heute noch höher als bei den alten Heizungssystemen, durch ihre äußerst geringen Betriebskosten werden die Anlagen aber wirtschaftlich. "Wenn die Bundesregierung möglichst viele Bundesbürger vor explodierenden Heizkosten schützen will, dann muss sie ihnen bei der Anschaffung solcher Anlagen helfen", sagte Nitzschke. Das bisherige Förderinstrument - das Marktanreizprogramm – habe sich als dazu ungeeignet erwiesen. "Das mit 180 Millionen Euro ausgestattet Marktanreizprogramm musste in diesem Jahr nach nicht einmal fünf Monaten eingestellt werden, weil die Mittel aufgebraucht waren. Bis zu 100.000 Förderanträge konnten nicht mehr bearbeitet werden", so Nitzschke.
Ähnlich sah es im vergangenen Jahr aus. "Dieser Zickzack-Kurs steht der Regierung schlecht zu Gesicht und ist unhaltbar. Es leiden nicht nur die Bauherren, die sich auf die staatliche Hilfe verlassen haben, sondern auch die Hersteller der Heizungsanlagen", sagte Helmut Jäger, Geschäftsführer des Braunschweiger Unternehmens Solvis GmbH & Co. KG. Das Unternehmen ist führend beim Bau von Holzpellets- und Solarheizungen. "Wir fordern dringend Planungssicherheit für Kunden und Hersteller ein", sagte Jäger. "Sonst wird es sehr schwer werden, die Produktionskapazitäten zu vergrößern und damit die Preise für Heizungen mit Erneuerbaren Energien weiter zu senken."
Am meisten würden die etwa drei Millionen überschuldeten Haushalte in Deutschland von kalkulierbaren Heizkosten profitieren. Das legen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter mehr als fünfzig deutschen Schuldnerberatungsstellen nahe, die ebenfalls auf der Pressekonferenz vorgestellt wurde. Der Studie des Soko-Instituts zufolge befürchten 74,5 Prozent der Schuldnerberatungsstellen, dass immer mehr Haushalte in Zahlungsschwierigkeiten kommen, weil sie ihre Heizkosten nicht mehr bezahlen können. Diese Erwartung fußt auf einer gestiegenen Zahl von Beratungen, in denen die Heizkosten als Ursache für Überschuldungen thematisiert werden. 70,9 Prozent der Schuldenberatungen gaben in der Erhebung an, dass sie mehr derartiger Gespräche führen, 54,5 Prozent der Schuldnerberatungen sehen die steigenden Heizkosten damit als vergleichsweise großes Problem an.
Die Hauptursache dafür sei, dass kaum ein Haushalt, der sich bei einer der bundesweit 1050 Schuldnerberatungen beraten lässt, steigende Kosten für Heizöl und Erdgas einkalkuliert habe, sagte Bettina Heine, stellvertretende Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung e.V. Berlin, auf der Pressekonferenz. "Wenn sich dann die Heizungskosten drastisch erhöhen, sind sie der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt", so die Schuldnerberaterin. "Unsere Klienten leisten dann zwar Ratenzahlungen auf die Heizkostennachforderungen, können gleichzeitig jedoch andere notwendige Ausgaben nicht mehr tätigen. Es drohen dann Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung." Sicher könne die Politik hier eingreifen, sagt die Schuldnerberaterin. "Durch die Förderung von Erneuerbaren Energiequellen ist mittel- bis langfristig ein Explodieren dieser Kosten zu verhindern."
Die Pressemappe zum Download:
http://www.unendlich-viel-energie.de/index.php?id=154 Herausgeber: Informationskampagne für Erneuerbare Energien
Redaktion: Christoph Podewils, Tel.: 030/200-535-54
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