„Selbst wenn der weltweite Kraftstoffverbrauch in den kommenden Jahren nicht deutlich ansteigen sollte, erhöhen sich die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor durch die veränderte Rohstoffgewinnung erheblich. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen wird es daher unmöglich, die Klimaschutzziele im Verkehrssektor zu erreichen“, folgert Björn Klusmann, Geschäftsführer des BEE, aus den Ergebnissen.
Die Studie kommt weiterhin zu dem Schluss, dass in Ländern mit großen Erdölvorkommen trotz des vermeintlichen Reichtums die Kindersterblichkeit steigt, während Lebenserwartung und Durchschnittseinkommen sinken. Sämtliche Ölförderarten führen darüber hinaus zu einer erhöhten Luft-, Boden- und Wasserverschmutzung. In Folge örtlicher Schadstoffbelastungen steigt die Krebsrate bei Erwachsenen, schwere Erkrankungen von Kindern nehmen zu.
„In Ländern wie Nigeria und Ecuador, aber auch in Kanada, verursacht die Erdölgewinnung unbeschreibliche Umweltzerstörungen. Wälder werden gerodet, ganze Landstriche verwüstet und Tierarten ausgerottet. Für die Produktion von sämtlichen Kraftstoffen, egal ob aus Erdöl oder Palmöl, brauchen wir deshalb international verbindliche Nachhaltigkeitsstandards“, erklärt Martina Fleckenstein, Leiterin der Abteilung Landwirtschaft und Bioenergie beim WWF Deutschland. Auch der BEE unterstützt diese Forderung nachdrücklich. Solche Standards müssten Obergrenzen für CO2-Emissionen ebenso umfassen, wie den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und die sachgerechte Entsorgung anfallender Schadstoffe.
Um insbesondere den steigenden Anteil unkonventioneller Ölgewinnung zu ersetzen, sollten vermehrt nachhaltig produzierte Biokraftstoffe zum Einsatz kommen. „Biokraftstoffe könnten die Hälfte des heutigen weltweiten Kraftstoffverbrauchs klima- und umweltschonend decken. Wir müssen diesen Weg jetzt schnell einschlagen: weg von schmutziger fossiler zu sauberer Erneuerbarer Energie“, fordert BEE-Geschäftsführer Klusmann.
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