Für die Wärmeerzeugung wenden wir etwa die Hälfte unseres gesamten Energieverbrauchs auf. Daher liegen im Wärmesektor die größten Potentiale zur Einsparung von Energie und Klimagasen. Hier müssen Energieeffizienzmaßnahmen mit dem Einsatz von Erneuerbaren Energien Hand in Hand gehen.
Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) schreibt seit Anfang 2009 den anteiligen Einsatz Erneuerbarer Energien zur Wärmeversorgung in Neubauten vor. Dies kann entweder durch die Nutzung von Solarenergie (15%), Biomasse (30 bzw. 50%) oder Geothermie (50%) erfüllt werden. Des Weiteren sind Ersatzmaßnahmen wie die Wärmedämmung des Gebäudes, ein Anschluss an das Fernwärmenetz oder Kraft-Wärme-Kopplung möglich, wenn dadurch mindestens 50 Prozent des Wärmebedarfs gedeckt werden. Nach Ansicht des BEE ist das EEWärmeG ein erster Schritt in die richtige Richtung. Es wird im Neubausektor neue Impulse setzen und den Einsatz Erneuerbarer Energien voranbringen.
Dagegen kommt der Ausbau der Erneuerbaren im Gebäudebestand, zu dem 85 Prozent aller Wohn- und Gewerbegebäude in Deutschland zählen, nicht schnell genug voran. Gefördert wird hier der Einsatz von Erneuerbaren Energien über Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm. Im EEWärmeG sind dafür bis zu 500 Millionen Euro festgeschrieben. Das Marktanreizprogramm hat allerdings einen entscheidenden Nachteil: Je nach öffentlicher Haushaltslage kann dessen Ausstattung von Jahr zu Jahr stark schwanken. Den Haus- und Immobilienbesitzern fehlt damit die verlässliche Grundlage für eine längerfristige Planung.
Der BEE fordert daher mindestens in Ergänzung zum Marktanreizprogramm eine parallele haushaltsunabhängige Finanzierungsmöglichkeit für den Umstieg auf Erneuerbare Energie im Wärmesektor. Sinnvoll wäre eine auf fossile Energieträger erhobene Umlage, die immer dann einspringt, wenn über den Bundeshaushalt die ausreichende Ausstattung des Marktanreizprogramms nicht finanziert werden kann.
Bei steigenden Gas- und Ölpreisen ist die zügige energetische Sanierung der Wohngebäude insbesondere für sozial schwache Bevölkerungsschichten auch eine drängende finanzielle Notwendigkeit. Wenn Verbraucher und Hausbesitzer überzeugt sind, dass Erneuerbare Energien im Heizungskeller und auf dem Dach eine gute und rentable Alternative zu Gas- und Öl sind, werden sie bei der Sanierung verstärkt darauf umstellen. Bei fortlaufend steigenden Preisen für fossile Energieträger wird sich diese Erkenntnis immer schneller durchsetzen.