Nachdem Deutschland bei Entwicklung und Ausbau Erneuerbarer Energien - insbesondere im Stromsektor - lange an der Weltspitze stand und weiterhin steht, nimmt derzeit weltweit die Bedeutung der Erneuerbaren zu. Immer mehr Länder setzen auf den Ausbau dieser nachhaltigen und klimaschonenden Energielieferanten. In den USA deutet sich unter der neuen Administration von Präsident Barack Obama eine Kehrtwende in der Energie- und Klimapolitik an, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien vehement vorantreiben will. Aber auch das wichtigste Schwellenland China gibt sich inzwischen ehrgeizige Ziele für den Zuwachs im Bereich Wind- und Solarenergie.
Passend zu diesem Trend wurde am 26. Januar 2009 nach langjähriger Vorarbeit die Internationale Agentur für Erneuerbaren Energien IRENA auf einer Gründungskonferenz in Bonn von 75 Staaten ins Leben gerufen. Sie soll Länder beim Ausbau der Erneuerbaren beraten und für qualifizierten Erfahrungsaustauch sorgen. Mit IRENA wurde ein Projekt Realität, das insbesondere auf das große und dauerhafte Engagement von Eurosolar-Präsident Hermann Scheer zurückgeht. Der BEE erhofft sich von dieser internationalen Einrichtung einen zusätzlichen weltweiten Auftrieb für die Erneuerbaren, von dem nicht zuletzt marktführende Unternehmen in Deutschland profitieren werden.
Inzwischen haben 136 Staaten das Statut der IRENA unterzeichnet. Ihr Sitz wird zumindest in den ersten drei Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Masdar City, einem neu entstehenden Teil der Hauptstadt Abu Dhabi sein. In Bonn wird ein Technologie- und Innovationszentrum und in Wien ein Verbindungsbüro zu anderen internationalen Organisationen eingerichtet. Die Französin Hélène Pelosse wurde für zur Interims-Generaldirektorin bestimmt.
Von großer Bedeutung für die Geschwindigkeit des weltweiten Ausbaus der Erneuerbaren sind auch die Vereinbarungen zum weltweiten Klimaschutz. Denn je anspruchsvoller hier die Ziele gesteckt sind, desto wichtiger wird ein großer Beitrag der Erneuerbaren. Hier schaut die internationale Gemeinschaft mit Spannung und großen Erwartungen auf das Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Vertrag, das im Dezember 2009 in Kopenhagen abgeschlossen werden soll. Aus Sicht des BEE ist entscheidend, dass dort ambitioniertes und konkretes Handeln der Industriestaaten und mindestens der großen Schwellen- und Entwicklungsländer vereinbart wird, woraus ein verstärkter Ausbau der Erneuerbaren resultiert. Der ganz überwiegende Teil der Minderung des Treibhausgasausstoßes sollte dabei jeweils im eigenen Land erfolgen müssen.
Damit das von Klimaforschern einhellig für notwendig gehaltene Ziel erreicht werden kann, einen Anstieg der globalen Temperatur um mehr als 2° Celsius zu verhindern, müssen die Industrieländer ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis Mitte des Jahrhunderts um 80 Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Ohne massiven Ausbau Erneuerbarer Energien wird das nicht möglich sein.