Insgesamt wird durch den Verkehrssektor gut ein Fünftel aller CO2-Emissionen in Deutschland verursacht. Das Gros des Verkehrs findet dabei auf der Straße statt und ist nach wie vor zu über 90 Prozent vom Erdöl abhängig. Verbraucher und Industrie sind bei der Mobilität also ähnlich wie im Wärmesektor überwiegend auf teure Brennstoffimporte angewiesen und somit starken Preisschwankungen und Preissteigerungen ausgesetzt. Um die Abhängigkeit von der schwindenden Ressource Erdöl zu reduzieren und gleichzeitig den Treibhausgasausstoß im Verkehr erheblich zu senken, ist ein schnelles Umsteigen auf Erneuerbare Energien notwendig.
In nennenswertem Ausmaß stehen dafür bisher lediglich Biokraftstoffe zur Verfügung. Elektrizität oder Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien gelten zwar als vielversprechende Optionen. Elektrofahrzeuge machen allerdings erst einen sehr kleinen Teil des Fahrzeugbestandes aus und die Brennstoffzellentechnik ist im Fahrzeug über das Forschungsstadium noch immer nicht wesentlich hinausgekommen. Die Branche der Erneuerbaren Energien geht in weitgehender Übereinstimmung mit der Bundesregierung eher von einer langfristigen Entwicklung in diesem Bereich aus. Für das Jahr 2020 werden nach bisherigen Annahmen etwa eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland prognostiziert – bei einem Fahrzeugbestand von dann rund 50 Millionen Pkw.
Nachdem die deutsche Politik zunächst auf den massiven Ausbau der Biokraftstoffe gesetzt und diesen durch Steuerbefreiungen gefördert hatte, gibt es seit 2006 einen Kurswechsel in der Förderpolitik. Der hat insbesondere den heimischen Biokraftstoffmarkt erheblich beschädigt. Wurden 2007 noch 46,5 Mrd. kWh Biokraftstoffe in Deutschland genutzt, was einem Anteil am Kraftstoffmarkt von 7,6 Prozent entspricht, brach die Produktion auf rund 36 Mrd. kWh (rund 6 Prozent des Kraftstoffverbrauches) im Jahr 2008 ein.
Nach Ansicht des BEE müssen die Rahmenbedingungen unbedingt wieder zugunsten einer verstärkten Produktion von nachhaltig erzeugten Biokraftstoffen verändert werden. Zumal die EU inzwischen im Rahmen ihres Klima- und Energiepaketes einen Anteil von 10 Prozent Erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch im Verkehrssektor für das Jahr 2020 vorschreibt. Neben dem Einsatz von mehr Biokraftstoffen muss ebenso das Potenzial der Elektromobilität zügig erschlossen werden. Elektromobilität muss dabei Hand in Hand mit Strom aus Erneuerbaren Energien gehen, denn nur so können zugleich Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen erreicht und Klimaschutzanforderungen erfüllt werden.
Diese politischen Rahmenbedingungen stellen die Grundannahmen in der Branchenprognose zum Ausbau der Erneuerbaren Energien im Verkehrssektor dar. Als Teil der Gesamtprognose für das Jahr 2020 hat der BEE in enger Abstimmung mit den Mitgliedsverbänden die Entwicklung der Erneuerbaren auch in diesem Bereich untersucht. Das Ergebnis der
Branchenprognose: 2020 stammen bereits über 18 Prozent der im Verkehr verbrauchten Energie aus regenerativen Quellen.