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Dossier Klimaschutz

Erneuerbare Energien sind Klimaschützer Nummer 1

Aufgrund der Treibhausgase, die seit der industriellen Revolution in die Atmosphäre ausgestoßen werden, hat sich die Erdtemperatur bereits um über 0,8 Grad Celsius erhöht. Tendenz steigend: Die bisherige Klimapolitik reicht nach Berechnungen der OECD nicht aus, um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Deswegen muss die Reduzierung von klimaschädlichen Emissionen deutlich beschleunigt werden. Um den Klimawandel zu verlangsamen und auf ein vertretbares Maß zu begrenzen, muss die Nutzung fossiler Energieträger drastisch reduziert werden. Erneuerbare Energien aus Sonne, Wind, Biomasse, Wasser und Geothermie sind die Alternative für eine verlässliche Energieversorgung in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität – und schützen zugleich das Klima.

Obwohl die Gefahren von Treibhausgasen seit langem bekannt sind, steigen die Emissionen weltweit weiter an. Die Folgen des Klimawandels – Hitzeperioden und Dürren, Überschwemmungen und Sturmfluten – bekommen besonders die Entwicklungsregionen zu spüren. Menschen und Lebensräume werden gefährdet,  Ernten zerstört. Doch auch in Deutschland gibt es klimabedingte Wetterextreme wie Hochwasser und Hitzewellen. 

Die Luftverschmutzung stellt eine weitere Gefahr für unsere Gesundheit dar – von Atemwegserkrankungen über Infektionskrankheiten bis hin zu psychischen Erkrankungen. Der Kampf gegen den Klimawandel liefert daher einen beträchtlichen Beitrag, um die menschliche Gesundheit und das globale Ökosystem zu erhalten und zu schützen. 

Erneuerbare Energien sind als einziges in der Lage, zugleich eine verlässliche Energieversorgung zu gewährleisten und dabei auch das Klima zu schützen, denn sie verursachen kaum oder sogar gar kein CO2.

Die renommierte Lancet-Kommission warnte die Weltgemeinschaft erst kürzlich vor den katastrophalen Folgen des Klimawandels für die menschliche Gesundheit. Sollte die Politik nicht umgehend einen ambitionierten Aktionsplan verabschieden, würde der Klimawandel die medizinischen Fortschritte der vergangenen 50 Jahre zunichtemachen.

Nationale und internationale Klimaschutzinitiativen

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent und bis zum Jahr 2050 sogar um 80 bis 95 Prozent zu senken. Um dies zu erreichen, setzt sie auf den Ausbau Erneuerbarer Energien. Im Jahr 2014 trugen die Erneuerbaren Energien bereits mit 27,8 Prozent zum Bruttostromverbrauch bei. Dieser Anteil soll bis 2025 auf 40 bis 45 Prozent und bis 2035 auf 55 bis 60 Prozent weiter wachsen.

Ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den Klimawandel auf EU-Ebene könnte das 2005 eingeführte Emissionshandelssystem sein, das die CO2-Emissionen von Unternehmen regelt. Allerdings liegt der Emissionshandel seit Jahren am Boden und muss dringend wiederbelebt werden. Dadurch können sich insbesondere Betreiber von Kohlekraftwerken mit Billig-Zertifikaten eindecken und so den von ihnen produzierten Strom zu niedrigen Preisen an der Strombörse verkaufen.

Der Europäische Emissionshandel 
Ein CO2-Zertifikat war 2014 bereits für 5,50 bis 6,50 Euro pro Tonne zu haben. Die wahren CO2-Kosten betragen laut Bundesumweltministerium (BMU) und Umweltbundesamt (UBA) 80 Euro je Tonne. Um eine Lenkungswirkung hin zu Investitionen in effiziente Klimaschutztechnologien zu erzielen, ist ein Preis von mindestens 30 Euro je Tonne notwendig.

Beschluss von Elmau: vollständige Dekarbonisierung

In Elmau haben die Staats- und Regierungschefs der G7-Länder im Juni 2015 nicht weniger als die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft bis Ende dieses Jahrhunderts beschlossen – also die vollständige Abkehr von Kohle, Öl und Erdgas. Neben der Eindämmung des Ausstoßes von Treibhausgasen wurde auch vereinbart, dass armen Ländern Klimaschutzzahlungen bereitgestellt werden sollen. Bereits bis 2050 wollen die G7 ihre Energieversorgung auf Erneuerbare Energien umstellen. 

Das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) hat auf Basis von Studien des Weltklimarats IPCC ein Szenario entworfen, bei dem der Ausstieg aus den fossilen Energien fast kein Wirtschaftswachstum kostet. Würden alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 2 Grad zu begrenzen, so würde die deutsche Wirtschaft lediglich um 0,06% weniger wachsen als bisher. 

Auf der UN-Klimakonferenz 2015 (COP 21) in Paris sollen die Weichen für eine neue internationale Klimaschutz-Vereinbarung gestellt werden. Ehrgeiziges Ziel des Kyoto-Protokoll-Nachfolgers ist die Verabschiedung eines Vertrages, der den globalen Emissionsausstoß soweit reduziert, dass die 2-Grad-Grenze nicht überschritten wird. Im Vorfeld mussten alle teilnehmenden Staaten individuelle Klimaschutzbeiträge einreichen. 

Die saubere Alternative: Erneuerbare Energien

Eine saubere und nachhaltige Energieversorgung kann nur mit Erneuerbaren Energien gelingen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das den Ausbau der Erneuerbaren seit dem Jahr 2000 maßgeblich vorantrieb, kann daher mit Fug und Recht als wichtigstes Klimaschutzinstrument bezeichnet werden. Doch es geht nicht nur um den Ausbau der Erneuerbaren. Anstatt neue Kohlekraftwerke zu bauen oder bestehende Tagebaue zu erweitern, muss die Kohle auch tatsächlich im Boden bleiben und ein geordneter Ausstieg aus der Kohle eingeleitet werden. 

Mittlerweile ist die Kohleverstromung in Deutschland rückläufig. Die Kapazitätsreserve bildet einen ersten wichtigen Schritt in Richtung eines geordneten Kohleausstiegs. 

Der Ausbau Erneuerbarer Energien trägt wesentlich zur Erreichung der Klimaschutzziele in Deutschland bei. Im Jahr 2013 konnten netto rund 146 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Somit sind Erneuerbare Energien Klimaschützer Nummer eins. Besonders der Stromsektor leistete mit 105,4 Millionen Tonnen vermiedener CO2-Äquivalente einen erheblichen Beitrag, der zu großen Teilen von EEG-geförderten Erzeugungsanlagen wie Windrädern oder Photovoltaikanlagen erreicht wurde. Die restlichen Einsparungen kamen im Wärmebereich und durch die Nutzung biogener Kraftstoffe im Verkehrssektor zustande.

Deutschland muss die Erneuerbaren Energien deutlich schneller ausbauen, wenn die Bundesregierung ihr eigenes Klimaziel von 40 Prozent Treibhausgas-Einsparung bis 2020 noch erreichen will. In einer Studie für den BEE hat der renommierte Energieforscher Dr. Joachim Nitsch errechnet, dass Deutschland von 1990 bis 2020 nur 29 bis 32 Prozent seiner Treibhausgas-Emissionen einsparen wird – abhängig davon, wie schnell die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Auch die langfristigen Klimaschutzziele für 2030 und 2050 werden mit der bisherigen Politik deutlich verfehlt. Die Defizite, die sich bis 2025 abzeichnen, lassen sich in den Jahren zwischen 2025 und 2050 kaum wieder aufholen, selbst wenn die Klimaschutzpolitik deutlich ehrgeiziger würde, so die Studie.

Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 und Klimaschutzplan 2050

Durch den Klimaschutzplan 2050 möchte das BMUB die weiteren Reduktionsschritte bis zum Zielwert von 80 bis 95 Prozent weniger Treibhausgasemissionen im Jahr 2050 mit konkreten Maßnahmen unterlegen. Der BEE beteiligt sich am Dialogprozess durch eigene Vorschläge für die Bereiche Strom, Wärme und Mobilität. 

Fest steht: Die in Elmau beschlossene Dekarbonisierung kann nur mit Erneuerbaren Energien erfolgen. Der Ausstieg aus der Kohle muss schnell umgesetzt und noch vor 2050 abgeschlossen werden. 

Ihr Ansprechpartner

Herr
Carsten Pfeiffer
Telefon: 030 / 275 81 70 - 0

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