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  • © BSW/Paul Langrock

Solarenergie

Die unendliche Kraft der Sonne

Die Sonne steht uns als Energiequelle unbegrenzt zur Verfügung – ohne dafür eine Rechnung zu stellen. Neben Strom kann aus dem Sonnenlicht auch Wärme gewonnen werden. Bereits heute ist Solarstrom besonders kostengünstig: In Deutschland können große Solarkraftwerke Strom für weniger als 9 Cent pro Kilowattstunde liefern.

Ein großer Effekt
Solarzellen wandeln Sonnenlicht durch den photovoltaischen Effekt direkt in Strom um: Halbleiter aus Silizium setzen dabei unter Lichteinstrahlung Ladungen frei, die als Elektronen über einen elektrischen Leiter abfließen können. Der dabei entstehende Gleichstrom kann direkt für elektrische Geräte genutzt oder in Batterien gespeichert werden. Wird er in Wechselstrom umgewandelt, kann er in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Der Forschungsinitiative "F&E für Photovoltaik" ist es 2015 gelungen, mit einem Solarzellen-Wirkungsgrad von 21,7 Prozent einen neuen Weltrekord für industriell gefertigte, monokristalline p-Typ PERC-Solarzellen aufzustellen.

Bereits 2 Millionen Solarwärmeanlagen in Deutschland

Zudem sind Solarkollektoren in der Lage, die Strahlung der Sonne in Wärme zu verwandeln, etwa um Gebäude zu heizen oder Trinkwasser zu erwärmen. 2014 ist in Deutschland bereits die zweimillionste solarthermische Anlage in Betrieb gegangen. Im Jahr 2014 wurden bundesweit rund 112.000 neue Solarwärmeanlagen mit einer Gesamtkollektorfläche von 900.000 Quadratmeter neu installiert. In keine andere Erneuerbare Energien-Technologie haben so viele Verbraucher bislang investiert.

Eine Solarheizung reduziert dauerhaft die Energiekosten und schützt dabei das Klima. 

Heizkosten nehmen bei den Energiekosten den größten Anteil ein. Über 80 Prozent des häuslichen Energieverbrauchs gehen auf die Raumheizung und die Warmwasserbereitung zurück. Da dies ein entscheidender Kostenfaktor ist, kann viel Geld eingespart werden, wenn möglichst viel Wärme durch Solarenergie gewonnen wird. Die Solarwärmetechnologie ist ausgereift und ausgesprochen langlebig. Solarthermie wird staatlich gefördert. Zur Finanzierung einer Anlage können günstige KfW-Kredite oder Zuschüsse aus dem Marktanreizprogramm (MAP) für Altbauten in Anspruch genommen werden.

Preiswert wie noch nie

Keine Energietechnologie ist in jüngster Zeit so schnell preiswerter geworden wie die Photovoltaik. Seit 2006 sind Anlagen zur Montage auf dem Dach im Preis um 68 Prozent gefallen. Zwei Solarkraftwerke, die der Solarhersteller SunEdison im US-Bundesstaat Texas baut, liefern Strom sogar für umgerechnet nur 5,8 Eurocent. 

„Solarenergieanlagen werden in wenigen Jahren in vielen Teilen der Welt den günstigsten Strom liefern. Bis 2025 werden sich die Erzeugungskosten in Mittel- und Südeuropa auf 4 bis 6 Cent pro Kilowattstunde verringern, bis 2050 sogar auf 2 bis 4 Cent. (…) Bereits heute ist Solarstrom kostengünstig: In Deutschland können große Solarkraftwerke Strom für weniger als 9 Cent pro Kilowattstunde liefern. Zum Vergleich: Strom aus neuen Kohle- und Gaskraftwerken kostet heute zwischen 5 bis 10 Cent pro Kilowattstunde, Strom aus neuen Atomkraftwerken bis zu 11 Cent.“

Quelle: Agora Energiewende

Einschnitte durch die EEG-Reform 2014

Durch die EEG-Reform 2014 wurde der Ausbau von Solarenergie in Deutschland erstmals gedeckelt – die Steigerung der installierten Leistung wurde auf 2 500 Megawatt pro Jahr (brutto) begrenzt. Die Folgen für die Solarbranche waren dramatisch.

Im Februar 2015 gab die Bundesnetzagentur die erste Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächen bekannt. Erste Gebote können bis zum 15. April 2015 abgegeben werden. Mit dem Pilotprojekt sollen Erfahrungen mit dem neuen Förderinstrument der Ausschreibung im Bereich der erneuerbaren Energien gesammelt werden. Denn laut EEG-Reform 2014 soll die Höhe der Förderung nicht mehr staatlich festgesetzt, sondern durch Ausschreibungen ermittelt werden.

Jährlich sollen nun Freiflächenanlagen in einem Umfang von durchschnittlich 400 MW realisiert werden. Der BEE ist skeptisch, dass die Ziele des Ausschreibungsmodells – Kosteneffizienz, Erreichung der Ausbauziele und Wahrung der Akteursvielfalt – umfänglich und gleichzeitig erreicht werden können und hat sich mit konkreten Vorschlägen dazu geäußert. 

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