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  • Wasserkraftanlage Herrenhausen © Naturstrom

Wasserkraft

Wasser ist Leben – und Energie

Strom aus Wasserkraft ist eine CO2-freie Erneuerbare Energie, die uns kontinuierlich zur Verfügung steht. Wasserkraft wird dezentral erzeugt und trägt zu einer stabilen regionalen Stromversorgung bei – auch wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Die Speicherung elektrischer Energie erfolgt über Pumpspeicherkraftwerke.

Derzeit gibt es rund 7300 Wasserkraftanlagen in Deutschland. Die Mehrzahl der Anlagen haben ein Leistung von unter 100 Kilowatt. Zusammen genommen haben alle Wasserkraftanlagen in Deutschland eine installierte Leistung von 4100 Megawatt. Damit können etwa 1,2 Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden. 

Bis zum Jahr 2030 könnte die Stromproduktion aus Wasserkraft bei entsprechenden Rahmenbedingungen auf 31 Terrawattstunden (TWh) gesteigert werden.

Größtes Potenzial in den südlichen Bundesländern

Wasserkraft wurde schon in vorindustrieller Zeit zum Antrieb von Mühlen, Säge- und Hammerwerken genutzt. Heute wird mit Wasserkraft in Deutschland fast ausschließlich elektrischer Strom erzeugt.

Die größten Potenziale zur Nutzung der Wasserkraft liegen in den südlichen Bundesländern, da hier der Voralpenraum für ein günstiges Gefälle sorgt. 80 Prozent der installierten Leistung findet man in den südlichen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern.

Nach der Betriebsweise unterscheidet man Laufwasser- und Speicherwasser-Kraftwerke. Beim Laufwasserkraftwerk wird die zur Verfügung stehende Energie des Wassers kontinuierlich, beim Speicherkraftwerk (Talsperre) nach Bedarf zur Stromerzeugung genutzt.

Man kann die Wasserkraftwerke aber auch nach der Fallhöhe unterscheiden: Im Bereich bis etwa 25 m spricht man von Niederdruckkraftwerken, bis 100 m von Mitteldruckkraftwerken und über 100 m von Hochdruckkraftwerken. 

Wasserkraft und Gewässerschutz

Wasserkraft hat einen Einfluss auf den ökologischen Zustand der Fließgewässer. Außer bei Hochwasser und dann überströmten Wehren können Wasserorganismen einer Wasserkraftanlage praktisch nicht ausweichen. Dies ist ein banaler, aber wesentlicher Unterschied etwa zu Windkraftanlagen, an denen Vögel ohne weiteres vorbei fliegen können.

Dieser Verantwortung ist sich die weit überwiegende Mehrzahl aller Wasserkraftbetreiber bewusst. Die Betreiber haben in Fischpässe, Rechen mit kleineren Abständen, Aalrohre, Verbesserungen der Gewässermorphologie und andere Maßnahmen investiert. Das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) 2009 und das EEG 2012 haben mit einer erhöhten Vergütung für ökologische Verbesserungsmaßnahmen entsprechende Anreize gesetzt.

Um zu praktikablen Lösungen für die Gewässerökologie und die Wasserkraft zu kommen, ist der Dialog aller Beteiligten sinnvoll und erforderlich. Der konfliktbeladene Umgang der letzten Jahre zwischen Anlagenbetreibern, Umwelt- und Naturschützern, Fischern und Anglern hat kaum weiter geholfen, um die wirklichen Probleme der Fließgewässer in Deutschland zu lösen. Eine verbale Abrüstung auf allen Seiten ist hier dringend geboten.

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