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Analyse der Kosten Erneuerbarer Gase

Autoren
Dr. Uwe Albrecht, Matthias Altmann, Jan Michalski, Tetyana Raksha, Werner Weindorf

Erscheinungsdatum
Dezember 2013

Partner
Bundesverband WindEnergie, Fachverband Biogas

Fragestellung

Die vorliegende Studie untersucht die Erzeugungskosten erneuerbarer Gase. Dabei wird unterschieden zwischen Bio-Methan einerseits und den Gasen EE-Wasserstoff und EE-Methan andererseits, die aus EE-Strom erzeugt werden. Ziel der Untersuchung ist es, grundlegende Fragen für die Entwicklung eines geeigneten Förderrahmens zu beantworten, um Entwicklung und Kommerzialisierung von Anlagen zur Erzeugung und Einspeisung von Speichergas zu beschleunigen, damit diese Anlagen rechtzeitig im Markt verfügbar sind, wenn sie energiewirtschaftlich benötigt werden.

Zentrale Ergebnisse

  • Steigender Anteil fluktuierend einspeisender EE lässt Speicherbedarf entstehen.
  • Erneuerbare Gase können einen wichtigen Beitrag leisten:

    • Bio-Methan aus Biogas in Erdgasqualität,
    • elektrolytisch aus erneuerbarem Strom hergestellter EE-Wasserstoff sowie
    • in einem katalytischen oder biologischen Methanisierungsprozess aus EE-Wasserstoff und Kohlendioxid (CO2) aus erneuerbaren Quellen hergestelltes EE-Methan

  • Outputorientierte Vermarktungsoptionen umfassen die Durchleitung des EE-Gases durch das Erdgasnetz mit anschließender Rückverstromung in GuD- und KWK-Anlagen, die Speicherung des EE-Gases mit anschließender Rückverstromung, die Vermarktung von EEWasserstoff als Kraftstoff im Verkehr, die Nutzung von EE-Wasserstoff in der Industrie sowie die Einspeisung ins Erdgasnetz
  • Inputorientierte Vermarktungsoptionen umfassen die Bereitstellung von Regelleistung, die Systemunterstützung im Rahmen des Grünstromprivilegs, das Lastmanagement im Rahmen der Bilanzkreisbewirtschaftung sowie die Optimierung der Direktvermarktung mit EEG Marktprämie.

Fazit und Handlungsempfehlung

  • EE-Gas-Technologien sind derzeit nicht ohne einen geeigneten Förderrahmen kommerzialisierbar.
  • Förderziel: gewünschte Technologien frühzeitig in den Markt bringen, um Weiterentwicklung zu unterstützen und Kostensenkungspotenziale zu realisieren; Förderung muss mindestens Erzeugungskosten decken, um ausreichende Investitionsanreize zu setzen und die Stromeinspeicherung zeitlich so steuern, dass sie energiewirtschaftlich sinnvoll erfolgt.
  • Erzielbare Preise bei Rückverstromung, Verkauf an Industrieabnehmer, Einspeisung ins Erdgasnetz zu gering.
  • Kurz-/mittelfristig: Mengenmäßig größtes Potenzial bei Vermarktungsoptionen mit niedrigster preismäßiger Wertigkeit (Rückverstromung, Industrieabnehmer, Einspeisung in das Erdgasnetz); höchste Erlöse für EE-Wasserstoff im Verkehr (absehbar Kostendeckung nur hier erreichbar).
  • Langfristig: Große Mengen- und Preispotenziale im Verkehr
  • Da mit zunehmender fluktuierender EE-Stromeinspeisung großtechnische Stromspeicherung notwendig wird, stellt kurz- und mittelfristige die Förderung der EE-Gas-Anlagen ein wichtiges Instrument dar, dieser Technologie einen Entwicklungsanstoß zu geben und sie in der Kommerzialisierungsphase weiterzuentwickeln und in den Markt zu bringen.

Ihr Ansprechpartner

Herr
Robert Brandt
Telefon: 030 / 275 81 70 - 0