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Möglichkeiten zum Ausgleich fluktuierender Einspeisungen aus Erneuerbaren Energien

Autoren
Dr.-Ing. Norbert Krzikalla, Siggi Achner, Stefan Brühl

Erscheinungsdatum
März 2013

Partner
Enercon, LichtBlick

Fragestellung

Bereits heute stehen in Deutschland genügend Technologien und Handlungsoptionen zur Verfügung, um auch hohe Anteile Erneuerbarer Energien auszugleichen und somit das Stromsystem stabil zu halten. Wie das gelingen kann, zeigt die vorliegende Studie.

Zentrale Ergebnisse

  • Darstellung und Bewertung der Möglichkeiten zum Ausgleich der zunehmenden fluktuierenden Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien hinsichtlich ihrer Bedeutung und zeitlichen Einordnung
  • Grundsätzlich festzuhalten ist, dass das ambitionierte BEE-Szenario umsetzbar ist und auch bei sehr hohen Anteilen EE ausreichende Flexibilitäten mobilisiert werden können, um die Systemstabilität zu gewährleisten.
  • Ohne Ausgleichsmaßnahmen bis 2020 geringe, ab 2030 immer häufigere und über längere Zeiträume auftretende EE-Überschüsse.
  • Problematisch sind die fehlenden wirtschaftlichen Anreize im Marktdesign (day ahead, Regelenergiemarkt)
  • Einige Maßnahmen sollten wegen der Umsetzungsdauer trotzdem heute kostengünstig eingeleitet werden.

Fazit und Handlungsempfehlung der Studie

  • Die stromgeführte Fahrweise von KWK-Anlagen und Biomasseanlagen sollte stärker gefördert werden, so dass die erforderlichen Zusatzinvestitionen refinanziert werden können, z. B. durch die Erhöhung der Flexibilitätsprämie oder durch eine strombörsenpreisabhängig differenzierte KWK- bzw. EEG-Förderung
  • Die Erschließung der Lastmanagementpotenziale in der Industrie sollte unterstützt werden, damit diese im Bedarfsfall bei entsprechenden Preissignalen schnell einsetzbar sind
  • Smart Meter Rollout nur für Haushalte mit hohem Stromverbrauch und elektrischen Wärmepumpen
  • Wegen der langen Vorlaufzeiten bei Planung und Errichtung von Kraftwerken und Stromspeichern sollten Mechanismen entwickelt werden, um mit dem entsprechenden zeitlichen Vorlauf Investitionsanreize für die Bereitstellung von Leistung zu setzen
  • Die Umweltauflagen in den wasserrechtlichen Vorschriften sollten im Hinblick auf die Nutzung der
    vorhandenen Wasserkraftpotenziale und die tatsächlichen ökologischen Folgen eingeschränkt wechselnder Wasserstände überprüft werden
  • Regelungen, die in besonderem Maße die Umsetzung der Maßnahmen behindern, sollten hinsichtlich ihrer Sinnhaftigkeit überprüft werden. Dies sind z. B.:

    • Befreiung von Netzentgelten bei hohem Verbrauch und hohen Vollbenutzungsstunden (§19 NEV)
    • Belastung von Überschussstromnutzung mit Netzentgelten und Umlagen
    • Mangelnde Zugangsmöglichkeiten für EE und DSM zum Regelenergiemarkt (Reduktion Must Run)

Ihr Ansprechpartner

Herr
Robert Brandt
Telefon: 030 / 275 81 70 - 0