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Strommarkt-Flexibilisierung – Hemmnisse und Lösungskonzepte

Autoren
Malte Jansen, Christoph Richts, Norman Gerhardt, Thorsten Lenck, Marie-Louise Heddrich

Erscheinungsdatum
Februar 2015

Partner
Bundesverband WindEnergie

Fragestellung

Die Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) und von Energy Brainpool stellt unterschiedliche Hemmnisse vor, die der Flexibilisierung des Strommarkts entgegen stehen. Im Anschluss werden verschiedene Flexibilitätsoptionen und deren Zusammenspiel diskutiert.

Zentrale Ergebnisse

  • Für die Erschließung und Förderung von Flexibilitätsoptionen müssen vorhandene Regularien konsequent umgesetzt werden. Dazu zählen:
  • Spotmarkt: Erhöhung der Liquidität des Viertelstundenhandels bis kurz vor Erfüllungszeitpunkt.
  • Fahrplantreue: Konsequente Bewirtschaftung der Viertelstunde durch alle Bilanzkreise.
  • Ausgleichsenergie: Prüfung möglicher Sanktionierungen von systematischen Fahrplanabweichungen, soweit diese nachgewiesen werden können.
  • Flexibilität soll über die Förderung der Wirtschaftlichkeit erfolgen. Marktwirtschaftliche Prinzipien  ermöglichen bei sinnvoller Ausgestaltung die optimale Zusammensetzung von verschiedenen Flexibilitätsoptionen. 
  • Regelleistungsmarkt: Verkürzung der Vorlaufzeiten auf tägliche Ausschreibung, Verringerung der Produktlängen auf eine Stunde. Präqualifikation von Wind- und Photovoltaikanlagen ermöglichen.
  • Datenkommunikation: Übermittlung von RLM-Messwerten an den BKV in Echtzeit um den Handlungsspielraum in Echtzeit zu gewährleisten.
  • Gesamtkostenneutrale Dynamisierung der EEG-Umlage, um die Anreize für die Integration Erneuerbarer Energien in die Energieversorgung zu fördern.
  • Gesamtkostenneutrale Dynamisierung der Netzentgelte um die fehlende Verknüpfung von Netznutzung und Marktgeschehen herstellen zu können. In Abstimmung mit der flexiblen EEG-Umlage kann dadurch die markt- und netzkonforme Integration von Erneuerbaren Energien geschehen. Die Aufteilung in Arbeits-und Leistungspreise sollte dabei beibehalten werden. Gleichzeitig können diese dynamisiert bzw. zeitlich differenziert und darüber hinaus in Abhängigkeit der Netzsituation lokal angepasst werden. Als Indikator kann hier eine Netzampel genutzt werden. Grundsätzlich sind unterschiedliche Ausgestaltungsvarianten denkbar und es sollten weitere Untersuchungen zur Konkretisierung erfolgen.
  • Bereitstellung der Blindleistung aus Erneuerbaren Energien anstatt aus Kraftwerken. Dies reduziert die Must-Run Leistung.
  • Forcierung der Flexibilisierung von Biomasseanlagen über die Flexibilitätsprämie.
  • Zum Abbau der Must-Run Leistung von KWK-Anlagen ist eine Anpassung des Regelwerks notwendig:
  • Entkopplung der Förderung der Wärmenetze vom Betrieb der KWK-Anlagen um geringere Vollbenutzungsstunden zu ermöglichen.
  • Dynamisierung des KWK-Bonus führt zu marktorientiertem Verhalten.

Ihr Ansprechpartner

Herr
Robert Brandt
Telefon: 030 / 275 81 70 - 0