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Die neue Verkehrswelt: Mobilität im Zeichen des Überflusses: schlau organisiert, effizient, bequem und nachhaltig unterwegs

Autoren
Dr. Weert Canzler, Prof. Dr. Andreas Knie

Erscheinungsdatum
Januar 2015

Partner
Bundesverband eMobilität e.V., Bundesverband Solare Mobilität, Bundesverband WindEnergie, Verband der deutschen Biokraftstoffindustrie, Fachverband Biogas

Fragestellung

Die Energiewende kann nur gelingen, wenn auch der Umstieg in eine neue Verkehrswelt gelingt. Das Innivationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel GmbH (InnoZ) zeigt in der vorliegenden Studie Wege in eine erneuerbare Mobilität.

Zentrale Ergebnisse

  • Die gute Nachricht: Die postfossile Mobilität ist möglich. Automobile gibt es im Überfluss und der Öffentliche Verkehr ist auf einem guten Weg der Dekarbonisierung. Die Erneuerbaren Energien wachsen und die Gestehungskosten für regenerativen Strom sinken weiter. Aber: Wir müssen etwas tun. Die Aufgabe besteht darin, den Überfluss intelligent zu nutzen.
  • Der Problemdruck im Verkehr ist hoch: weltweit steigen die Zahlen der zugelassenen Kraftfahrzeuge mit konventionellen Verbrennungsmotoren, China wird der größte Automobilmarkt, hier werden bereits Maßnahmen zum Umbau diskutiert (Verbot für Verbrennerfahrzeuge in Innenstädten).
  • Wir haben in Deutschland alle Trümpfe für eine Energie- und Verkehrswende in der Hand: Die Digitalisierung vernetzt alle Verkehrsmittel zu einer Dienstleistung. Im „Internet der Dinge“ werden Busse und Bahnen, Autos und Fahrräder zu einem „Neuen Automobil“ verbunden. Der Ausbau der fluktuierend einspeisenden EE Wind und Solar treibt auch die Elektrifizierung des Verkehrs voran. Die Bioenergie bietet bereits jetzt eine annähernd CO2-freie Mobilität. Die Erneuerbaren profitieren von einer neuen, intelligenten Verkehrsorganisation, weil sie über „vehicle-to-grid“ im Flottenmanagement netzstabilisierend wirkt und zur Glättung von stochastischen Residuallasten beitragen kann. Der Trend „Nutzen statt Besitzen“ wird immer dominanter, weil sich Wertepräferenzen verändern und ein Überfluss an Gerätschaften herrscht. Das zivilgesellschaftliche Engagement gewinnt weiter an Bedeutung.
  • Das politische Ziel eines Einstiegs in die „neue Verkehrswelt“ ist nach wie vor realistisch: Bis 2020 können 1 Million Automobile auf Deutschlands Straßen C02 frei fahren – wenn auf das gesamte Angebot der Erneuerbaren in den Antriebsformen zurückgegriffen und alle Verkehrsmittel effizient kombiniert werden. Bis 2050 können wir uns komplett auf Basis Erneuerbarer Energie bewegen; dabei werden bioenergiebasierte ebenso wie brennstoffzellenbasierte und batterieelektrische Antriebe eingesetzt.
  • Allerdings fällt die „neue postfossile Verkehrswelt“ nicht vom Himmel, es bedarf mutiger politischer Entscheidungen und ambitionierter Rahmenbedingungen. Neben einem Katalog mit kurzfristigen Maßnahmen schlägt die Studie drei zentrale Punkte für ein Gelingen vor:

    1. Ein Emissionswert von 50 Gramm/km als Leitbild für 2025
    2. Die Änderung der Bewirtschaftungsregeln öffentlicher Räume, um mehr multimodale Verkehrsformen zu schaffen
    3. Deutlicher Ausbau von Experimenten und Piloten zur Einübung neuer dezentraler Versorgungsnetzwerke.

Ihr Ansprechpartner

Herr
Robert Brandt
Telefon: 030 / 275 81 70 - 0