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Wie die Wärme- und Kälteversorgung dekarbonisieren? BEE und VKU diskutierten mit Wirtschaft und Politik

Berliner Energietage 2017

Die Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteversorgung ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Aber welche Antworten haben Politik, Ministerien, Unternehmen und Verbände im Jahr der Bundestagswahl auf diese? Pariser Beschlüsse, Klimaschutzplan 2050, Strom 2030 und Grünbuch Energieeffizienz lassen Antworten der Politik erahnen, verdeutlichen aber auch, wo die Herausforderungen der Zukunft für die Sektorenkopplung, den Umbau der Infrastruktur und marktwirtschaftliche Politikinstrumente noch liegen.

Auf den Berliner Energietagen diskutierten Anfang Mai der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) gemeinsam mit ihren Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Verwaltung, wie die Wärme- und Kälteversorgung dekarbonisiert werden könnte.

Katharina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des VKU begrüßte zum Auftakt die rund 200 Gäste im Kant Atrium der Industrie- und Handelskammer zu Berlin und verdeutlichte, wie wichtig der Wärme- und Kältesektor für die Energiewende sei. Dabei spiele die Sektorenkopplung, die Digitalisierung und die Nutzung sowie der Um- und Ausbau der Infrastruktur eine bedeutende Rolle, so Reiche.

Kommissarischer Geschäftsführer des BEE, Harald Uphoff

Anschließend machte Harald Uphoff, Geschäftsführer des BEE, klar, dass die Sektorenkopplung ein Geben und Nehmen aller Sektoren sei, von Strom, über Wärme bis zu Mobilität. Alle Sektoren müssten für einen Erfolg der Energiewende und um eine Klimakatastrophe zu verhindern, dekarbonisiert werden. Der Wärmemarkt hinke aber weit dahinter zurück, dieser Herausforderung gerecht zu werden. Daher seien neue Sprachbilder von Nöten. Statt eines „schlafenden Riesens“ zu wecken, den niemand haben wolle, gelte es eine schlafende Prinzessin oder einen schlafenden Prinzen wach zu küssen, mit der Aussicht einer lukrativen Heirat und um ein Königreich zu regieren. Dazu müssten die marktwirtschaftlichen Leitplanken neu justiert und das Preisgefüge der Energieträger zugunsten der Erneuerbaren Energien verschoben werden. Uphoff schlug dazu die Einführung einer CO2-Steuer im Wärmemarkt vor, deren Einnahme an die Bürger zurückverteilt werden sollte. Die soziale Frage müsse so mitgedacht werden. Angesichts eines rückläufigen Anteils Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt helfe ein Kuss aber nicht aus, so Uphoff, da bedürfe es schon eines Eimer Wassers oder zwei. Auch das Ordnungsrecht müsse neben dem marktwirtschaftlichen einen klaren Rahmen für Erneuerbare Wärme und Kälte setzen.

Der Speed pitch (v.l.n.r.): Ulf Sieberg (BEE), Stefan Lochmüller (N-ERGIE), Johannes Hinrichsen (BTB Berlin), Florian Schmitz-Grethlein (VKU) und Andreas Schnauß (Vattenfall Wärme Berlin)

Mit dem folgenden Speed pitch zu der Frage, mit welcher Technik und mit welchen Instrumenten der Umbau der bestehenden Infrastruktur erfolgen könnte, gaben die N-ergie Aktiengesellschaft Nürnberg, die Vattenfall Wärme Berlin und die BTB Berlin Einblick in ihre Strategien für die Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteversorgung.

Die Podiumsdiskussion (v.l.n.r.): Ulf Sieberg (BEE), Berthold Goeke (BMUB), Michael Koch (BWP), Fabian Schmitz-Grethlein (VKU) und Thorsten Herdan (BMWi)

Auch in der nachfolgenden Diskussion, in der die Diskutanten sich jeweils zu Thesen der Mitdiskutierenden äußern sollten,  wurde die CO2-Bepreisung zwischen dem Bundeswirtschafts-, dem Bundesumweltministerium sowie dem BEE/Bundesverband Wärmepumpe thematisiert, um der Frage nachzugehen, wie Pfadabhängigkeiten bei der Kälte- und Wärmewende vermieden werden könnten.

Weiterführende Informationen:

Berliner Energietage 2017 - Veranstaltungsbericht "Wie die Wärme- und  Kälteversorgung dekarbonisieren?"

Ihr Ansprechpartner

Herr
Ulf Sieberg
Telefon: 030 / 275 81 70 - 13