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  • © Stiftung Offshore-Windenergie | Weserwind | Detlef Gehring | 2008

BEE entwickelt Erneuerbare Wärmestrategie

Berlin, 16.07.2015. Seit 1. Juli hat der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) Verstärkung erhalten. Zukünftig wird sich Ulf Sieberg intensiv um die Themen Erneuerbare Wärmepolitik und Wärmewirtschaft kümmern. Mit der Neueinstellung eines Erneuerbare Wärmereferenten möchte der BEE die Wärmewende entscheidend vorantreiben.

Ulf Sieberg

Die Wärmewende bietet ein erhebliches Potenzial für Klimaschutz und Innovation in Deutschland.  Bereits im Dezember hat die Bundesregierung mit dem Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 und dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) einen Maßnahmenkatalog beschlossen, dessen Umsetzung derzeit läuft. Mit Aktionsprogramm und NAPE will die Bundesregierung die Ziellücke zur Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 schließen.

Ob die beschlossenen Programme und Maßnahmenpakete allerdings ausreichen, um die Klimaschutzziele sowie die Ziele der Wärmewende zu erreichen, bleibt abzuwarten. Darüber können auch die zuletzt von den Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD beschlossenen Eckpunkte für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende vom 1. Juli nicht hinwegtäuschen. Dort wurde vereinbart, den Klimabeitrag des Stromsektors durch eine Kapazitätsreserve für alte Braunkohlekraftwerke sowie weitere Effizienzmaßnahmen im Gebäude-, Industrie- und Kommunalsektor zu erfüllen, darunter auch eine zusätzliche Förderung von heizungsunterstützenden Solarthermieanlagen.

Mit dem Scheitern der Steueranreize für Hauseigentümer ist bereits ein wesentlicher CO2-Minderungsbeitrag des NAPE von 2,1 Millionen Tonnen weggebrochen. Bund und Länder konnten sich bislang nicht auf eine Gegenfinanzierung einigen. Zudem darf sich der NAPE nicht auf Energieeffizienz allein beschränken. Um die ambitionierten Ziele aus dem Energiekonzept von 2010 sowie den Energiewendebeschlüssen von 2011 zu erreichen, muss der Anteil der Erneuerbaren Energien im Wärmesektor massiv gesteigert werden. Dazu benennt zwar auch der NAPE Maßnahmen. Eine erste wurde mit InKrafttreten der Novelle des Marktanreizprogramms für Erneuerbare Energien (MAP) auch bereits umgesetzt. Mit dem MAP wird aber das Ziel des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes, den Anteil der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte bis zum Jahr 2020 auf 14 Prozent zu erhöhen, allein nicht erreicht werden.

Die für November im Bundeskabinett angekündigte Energieeffizienzstrategie Gebäude muss daher nicht nur weitere, mittelfristige Maßnahmen benennen, sondern auch durch Schärfung vorhandener Instrumente und neue Sofortmaßnahmen Impulse für den Umbau des Wärmemarktes setzen. Dazu bedarf es einer konsistenten Wärmestrategie, die bereits das Ziel der Bundesregierung, den Primärenergiebedarf im Gebäudebereich bis 2050 um 80 Prozent gegenüber 2008 zu senken, avisiert. Der BEE wird sich mit eigenen Vorschläge intensiv in die Debatte einbringen, um endlich entscheidende Impulse für die Wärmewende zu setzen.

Im Dossier Wärme sind weiterführende Informationen verfügbar, u.a. die BEE-Stellungnahme zum Referentenentwurf der Novelle des Energieverbrauchskennzeichnungsgesetzes (EnKVG) sowie ein Interview mit Ulf Sieberg Klimaneutraler Baubestand im Visier bei EnEV-Online.

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