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BEE-Sommertour in Dortmund, in Jena und Rosche

Berlin, 25.08.2017. Großes Interesse an der BEE-Sommertour gab es auch in Dortmund, wo am 17. August im Lensing-Carrée Conference Center die Direktkandidaten über Klimaschutz und Energiewende diskutierten. Auf dem Podium vertreten waren Steffen Kanitz (CDU), Sabine Poschmann (SPD), Utz Kowalewksi (DIE LINKE), Ingrid Reuter (Bündnis 90/Die Grünen), Sven Görgens (FDP) sowie Holger Thamm von Stiebel Eltron als Vertreter der Erneuerbaren-Energien-Branche.

BEE-Sommertour in Dortmund

Aus unternehmerischer Sicht stimmte Alexander Romahn von tetraeder.solar auf die Diskussion ein und betonte, dass Klimaschutz zu einem wahlentscheidenden Thema gemacht werden müsse.

Für den CDU-Bundestagsabgeordneten Steffen Kanitz sind die Bezahlbarkeit von Energie, der Netzausbau und der Ausbau an Speicherkapazitäten von größter Relevanz für die zukünftige Energiepolitik. In der kommenden Legislaturperiode  soll der Letzverbraucher-Status von Speichern erneut diskutiert werden. Im Wärmebereich verteidigte Kanitz die Förderung fossiler Heiztechnik –  unter der Voraussetzung, dass diese durch erhöhte Effizienzgrade weniger Emissionen verursachen.

Die BEE-Forderung nach einem Kohleausstieg bis 2030 unterstrich auch die Bundestagskandidatin der Grünen, Ingrid Reuter. Sie forderte, dass die 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke so schnell wie möglich vom Netz genommen werden. Sabine Poschmann, SPD-Abgeordnete aus Dortmund, wollte sich hingegen nicht auf ein Datum für den Kohleausstieg festlegen. Sie betonte, dass die aktuelle Regierung den Anstieg der EEG-Umlage gebremst habe. Um die Entlastung von Bürgern und Wirtschaft fortzuführen, will Sabine Poschmann das Umlagesystem auf den Prüfstand stellen und die Stromsteuer streichen.

Utz Kowalewski von den Dortmunder Linken sieht in der Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs einen wichtigen Schritt zur Verkehrswende. Zudem unterstützt er auch die Forderung nach einem sozial gerechten Kohleausstieg sowie der Stärkung von Speichern und Netzausbau. Zur jüngsten Entwicklung bei der Windenergie in NRW sprach sich der FDP-Vertreter Sven Görgens entgegen der Linie seiner Partei für einen weiteren Ausbau der Windenergie an Land aus.

BEE-Sommertour in Jena

Bei der BEE-Sommertour Station in Jena am 18. August, wurde der Einführungsvortrag von Prof. Reinhard Guthke als Vorsitzenden des Vereins Bürgerenergie Thüringen gehalten. Er betonte die Demokratisierung der Energiewirtschaft und dezentrale Erzeugung als wichtige Maßnahmen für die zukünftige Gestaltung der Energiewende.

Im Anschluss diskutierten die Direktkandidaten aus dem Wahlkreis 191 Ralph Lenkert (DIE LINKE), Christoph Matschie (SPD), Johannes Selle (CDU), Olaf Müller (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Thomas L. Kemmerich (FDP). Als Vertreter der Erneuerbaren-Energien-Branche machte Jörg Mayer vom Bundesverband Solarwirtschaft zu Beginn der Diskussion deutlich: „ Der Energiesektor braucht einen fairen Wettbewerb zwischen sauberer und fossiler Energie.“

Der CDU-Abgeordnete Johannes Selle bekannte sich zum CDU-Regierungsprogramm zum Klimaschutz. Er sieht die marktwirtschaftlichen Elemente in der Energiewende als Erfolg der letzten Legislatur an. Für den Transformationsprozess sprach sich Selle für die Nutzung von Methan aus, das als Speicher für Strom aus erneuerbaren Energien genutzt werden kann.

Der SPD-Bundestagskandidat Christoph Matschie verdeutlichte die Erfolgsgeschichte von Erneuerbaren Energien in Deutschland, die dazu geführt hat, dass die Preise deutlich gesunken sind.  Er forderte, dass die Energieversorgung sicher und bezahlbar bleiben soll und  sieht vor allem Handlungsbedarf bei Speichertechnologien.

Neben dem Kohleausstieg bis 2030, sind für Olaf Müller (Bündnis 90/Die Grünen) auch die Themen Sektorenkopplung und stärkere Bürgerbeteiligung bei der Energiewende zentral für die nächste Legislatur. Auf den Prüfstand der zukünftigen Energiepolitik sollten  die Industrieprivilegien, die den Strompreis für private Haushalte teurer machen. 

Ralph Lenkert, Bundestagsabgeordneter für DIE LINKE, unterstrich die Bedeutung des Kohleausstiegs, der heute einsetzen und sozial verträglich gestaltet werden müsse. Für ihn stellen die Transportkosten des Stroms eine ungerechte Verteilung dar. Auch bei den Netzentgelten betonte er die Ungleichheit zwischen Ost und West.

Für eine Korrektur der Erneuerbaren Energie-Ausbauziele, sprach sich hingegen der Thomas L. Kemmerich (FDP) aus. Diese müssen technologieoffen und wettbewerbsneutral sein, um so Wohlstand zu erhalten.

Tag der offenen Tür in Rosche

Thorsten Kruse, Geschäftsführer der Biogasanlage Rosche (bigaro) und Betreibersprecher der Regionalgruppe Lüneburger Heide konnte rund 200 Gäste beim Tag der offenen Tür der bigaro begrüßen. Die Diskussion fand mit den örtlichen Bundestagsabgeordenten, dem verteidigungspolitischen Sprecher der CDU, Henning Otte, der verkehrspolitischen Sprecherin der SPD,  Kirsten Lühmann und der energiepolitischen Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Julia Verlinden statt. Außerdem dabei Rainer Fabel Landtagskandidat der FDP und selbst Biogasanlagenbetreiber sowie Herbert Rätzmann, Samtgemeindebürgermeister von Rosche. Letzterer betonte die besondere Bedeutung der Erneuerbaren Energien für die Gemeinde. Hier erhielt er Unterstützung aller Beteiligten. Die Einigkeit hörte bei der Bewertung des EEG auf. Während Kirsten Lühmann sagte, das aktuelle EEG würde die richtigen Rahmenbedingungen setzen, sprach Verlinden vom Ausbremsen der Erneuerbaren. Einig war sie sich aber gemeinsam mit Lühmann, dass der Maisdeckel richtig sei. Dem wiedersprach Henning Otte, der sich gegen die Bevormundung des ländlichen Raums und der Landwirtschaft wehrte. Thorsten Kruse unterstrich, dass der Maisanbau im Landkreis Uelzen vor den Biogasanlagen bei rund 16% Anteil in der Fruchtfolge lag und jetzt bei 17% ohne Maisdeckel. Auch Rainer Fabel sprach sich gegen unsinnige Bevormundungen aus.

Beim Thema Probleme der Umsetzung der Sektorkopplung wurde schnell klar, dass die EEG-Umlage auf Eigenstrom ein großes Problem ist. Die Vertreter aller anwesenden Parteien sprachen sich daher für die Abschaffung dieser Umlage aus. Auch die CO2 Bepreisung, wie vom BEE gefordert fand den einmütigen Zuspruch des Podiums.

Ein Ergebnis, dass als Erfolg der BEE Sommertour gewertet werden kann. Jetzt gilt es in den entsprechenden Koalitionsverhandlungen genau diese Forderungen auch unterzubringen.

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