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BEE-Sommertour: Spannende Diskussionen in Düren und Bad Mergentheim

Berlin, 31.08.2017. Weitgehende Einigkeit über die Wichtigkeit der Pariser Klimaschutzziele gab es bei der Podiumsdiskussion in Düren am 29. August. Im Rahmen der BEE-Sommertour diskutierten Henning Rehbaum (CDU), Diemar Nietan (SPD), Oliver Krischer (Bündnis 90/ Die Grünen), Valentin Veithen (DIE LINKE) und Katharina Kloke (FDP), mit welchen Ideen die Parteien die Energiewende in der nächsten Legislaturperiode voranbringen wollen.

BEE-Sommertour in Bad Mergentheim

Henning Rehbaum (MdL, CDU) erläuterte, dass die Energiewende in eine Industriegesellschaft führe, die dem Gedanken der Nachhaltigkeit und der Schöpfungsbewahrung verpflichtet sei: „Der marktwirtschaftlichen Umgestaltung des Fördersystems für Erneuerbare Energien müssen nun größere Anstrengungen im Wärme- und Verkehrssektor folgen. Sektorenkopplung und Digitalisierung sind dafür der Weg, Kosten zu begrenzen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.“ Für Dietmar Nietan (SPD) muss der Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter vorangetrieben werden. Dabei muss laut Nietan in neue Speichertechnologien und der Ausbau der Stromnetze investiert werden.

Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen) machte klar: „Die Klimakrise wird zur Klimakatastrophe, wenn wir den Ausstoß von Treibhausgasen nicht schnell reduzieren. Andere reden nur vom Klimaschutz, Grüne handeln: Wir wollen den Kohleausstieg, den konsequenten Ausbau Erneuerbarer Energien und mehr Energieeffizienz. Wenn wir das Pariser Abkommen ernst nehmen, muss Deutschland 2050 klimaneutral sein.“

Katharina Kloke (FDP) betonte, dass ihre Partei ganz klar „Ja“  zum Klimaschutz und zum Pariser Klimaabkommen sagt. Allerdings lehne sie die planwirtschaftliche Umsetzung der Energiewende durch die Bundesregierung ab. Valentin Veithen (DIE LINKE) erklärte, dass seine Partei in Erneuerbare Energien investieren und Energiekonzerne entmachten wolle.

Angesichts der gestiegenen CO2-Emissionen Deutschlands im ersten Halbjahr 2017 betonte Dr. Georg Wagener-Lohse, Vorstandsmitglied des BEE, wie wichtig ein schnellerer Ausbau Erneuerbarer Energien bei Wärme, Strom und Mobilität ist: „Die Erneuerbaren sind ein Einstieg in die nachhaltige Wirtschaft, die Deutschlands Position stärkt und sie werden immer günstiger. Daher spricht alles dafür, in allen Verbrauchsbereichen aus den fossilen Energieträgern schneller auszusteigen. Nur so können wir unsere international zugesagten Klimaschutzziele für 2020 erreichen.“

Große Differenzen in Bad Mergentheim

Am 30. August machte die BEE-Sommertour in Bad Mergentheim halt. Erstmalig war die AfD mit Dr. Christina Baum auf dem Podium vertreten. Da die AfD die von Menschen verursachte Klimaerwärmung bestreitet und auf Kohle- und Kernenergie setzt, gab es großen Diskussionsbedarf.

Alois Gerig (CDU) betonte, dass er sich im Bundestag weiter mit Herzblut dafür einsetzen möchte, dass der ländliche Raum von der Energiewende profitiert. „Mein Ziel ist, dass sich die Bürger auch künftig an Erneuerbaren Energieprojekten beteiligen können und die Wertschöpfung aus den Erneuerbaren im ländlichen Raum bleibt. Damit der ländliche Raum sein Potenzial nutzen kann, müssen wir die Akzeptanz der Energiewende sichern“, so Gerig.

Dr. Dorothee Schlegel (SPD) machte ihre Position deutlich: Um im Einklang mit der Umwelt zu agieren, stehe sie für einen Fünfklang in der SPD-Energiewende-Politik: erstens Klimaschutz und Kampf gegen den Klimawandel, zweitens Ausbau und Förderung Erneuerbarer Energien, drittens verlässliche umweltfreundliche Energieversorgung und Bezahlbarkeit von Energie, viertens regionale Aspekte auch des Mittelstands im Blick behalten sowie fünftens Vorfahrt für Zukunftsinvestitionen und bessere Infrastrukturen.

Thomas Tuschhoff (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte: „Die Energie- und Verkehrswende sind unverzichtbar, um unseren Planeten für unsere Nachfahren zu erhalten. Was geschieht, wenn man zu lange an veralteter Technologie festhält, erlebt zur Zeit die deutsche Autoindustrie. Energie- und Verkehrswende sind deshalb auch wirtschaftlich erforderlich.“ Rolf Grüning (DIE LINKE) sagte, er sei sich sicher, dass die unbedingt notwendige Energiewende nur erfolgreich sein kann, wenn sie „sozial gerecht und durch die Bürger selbst gestaltet“ sei. Auch Norbert Patzner (FDP) sprach sich für saubere und allzeit verfügbare Energiequellen aus. Die Energiefrage könne eines Tages zur Schicksalsfrage für die Menschheit werden, „desgleichen kann der technologische Wettlauf um neue Energiequellen auch zur Existenzfrage für den Industriestandort Deutschland werden.“

Weitere Bilder der BEE-Sommertour finden Sie auf flickr

Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 49 Verbänden und Unternehmen mit 30 000 Einzelmitgliedern, darunter mehr als 5 000 Unternehmen. Zu unseren Mitgliedern zählen u. a. der Bundesverband WindEnergie, der Bundesverband Solarwirtschaft, der Fachverband Biogas und der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke. Wir vertreten auf diese Weise 330 000 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

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