English
  • © Stiftung Offshore-Windenergie | Weserwind | Detlef Gehring | 2008

Berliner Energietage: Die Rolle von Strom in der Wärmewende

Berlin, 14.04.2016. Im November 2015 hat die Bundesregierung die Energieeffizienzstrategie Gebäude verabschiedet. Doch mit welchen Maßnahmen das Ziel eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestandes erreicht werden kann, ist weiter offen. Auf den Berliner Energietagen diskutierten der Bundesverband Erneuerbare Energie und der Verband Kommunaler Unternehmen gemeinsam mit ihren Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Verwaltung, wie viel Erneuerbaren Strom der Wärmesektor verträgt und welche Strategien für eine vollständige Wärme- und Kälteversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien notwendig sind.

Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer vom BEE und Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des VKU, begrüßten die rund 200 Gäste im Kant Atrium der Industrie- und Handelskammer zu Berlin und verdeutlichten, wie wichtig der Wärmesektor für die Energiewende ist.

Anschließend diskutierten unter Regie von Florian Schmitz-Grethlein, Fachbereichsleiter Politik beim VKU, Werner Lutsch von der AGFW, Helmuth Jäger vom BEE sowie Geschäftsführer der Solvis GmbH, Michael Wübbels vom VKU und Dr. Patrick Graichen von der Agora Energiewende die Frage, wie viel Strom der Wärmesektor verträgt. Die Diskutanten sprachen sich dabei vor allem für eine Änderung des Abgaben- und Umlagensystems auf Energie aus, um Investitionen in den Wärmemarkt anzureizen. Zudem betonten sie die Rolle der kommunalen Wärmeplanung für das Erreichen einer echten Wärmewende.

Anschließend skizzierte Peter Mellwig vom Institut für Energie- und Umweltforschung den Wärmemix der Zukunft und benannte mögliche Optionspfade und ihre Abhängigkeiten. Dabei wurde deutlich, dass zwar alle Erneuerbaren Technologien gewissen Restriktionen unterliegen, dennoch alle Technologien zum Erreichen der Energie- und Klimaziele notwendig sind. Allerdings müsse sich die Ausbaugeschwindigkeit unabhängig vom Szenario massiv beschleunigen, um diese zu erreichen. Dazu seien die Weiterentwicklung bestehender und neue Instrumente und Maßnahmen erforderlich.

In der anschließenden Auseinandersetzung, bei der Ulrich Benterbusch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Florian Schöne vom Deutschen Naturschutzring und Dr. Georg Wagener-Lohse vom BEE und Bundesverband Bioenergie auf Thesen der Mitdiskutanten reagieren durften, wurde deutlich, dass die Elektrifizierung des Wärmemarktes nur ein Teil der Lösung zur Wärmewende sein könne. So sei im Gegenteil zu vermeiden, bereits heute falsche Pfadabhängigkeiten zugunsten von Strom zu schaffen. Stattdessen müsse der Rahmen für den künftigen Wärmemarkt vor allem auch unter den Gesichtspunkten der Kosten sowie der Verfügbarkeit geschaffen werden.

Zum Abschluss diskutierten Peter Mellwig vom IFEU, Karl-Heinz Stawiarski vom BEE und Bundesverband Wärmepumpe, Andreas Feicht vom VKU und Ulrich Benterbusch aus dem BMWi die möglichen Strategien zur Wärme- und Kälteversorgung mittels 100 Prozent Erneuerbarer Energien. Dabei wurde darauf verwiesen, dass bereits die kurzfristigen Anlässe wie der Abgleich und die Zusammenführung von Energieeinsparverordnung und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz genutzt werden müssten, die Wärmewende voranzutreiben, etwa durch die Ausrichtung der Primärenergiefaktoren auf die Ziele der Energiewende und des Klimaschutzes. Zudem müsse der Förderung von fossilen Heizungsanlagen mittels Steuergeld durch die KfW endlich Einhalt geboten werden. Mittelfristig sei eine Finanzreform unausweichlich, um Investitionen stärker in Erneuerbare Energien zu lenken.

Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 39 Verbänden und Unternehmen mit 30 000 Einzelmitgliedern, darunter mehr als 5 000 Unternehmen. Zu unseren Mitgliedern zählen u. a. der Bundesverband WindEnergie, der Bundesverband Solarwirtschaft, der Fachverband Biogas und der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke. Wir vertreten auf diese Weise 355 400 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

Ihr Ansprechpartner zu unseren Mitteilungen

Frau
Irene Beringer
Telefon: 030 / 275 81 70-16