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  • © Stiftung Offshore-Windenergie | Weserwind | Detlef Gehring | 2008

Energieeffizienzstrategie Gebäude greift für Kurswechsel in der Wärmepolitik zu kurz

Berlin, 17.11.2015. „Die von der Bundesregierung gesetzten Schwerpunkte für die Energieeffizienzstrategie Gebäude 2020 greifen zu kurz“, mahnt Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) einen Tag vor der geplanten Verabschiedung im Kabinett. „Statt alte, zur Zielerreichung wenig taugliche Rahmenbedingungen zu zementieren, benötigen wir eine mutigere und zielstrebigere Strategie, die klar quantifiziert, mit welchen Maßnahmen die Potenziale Erneuerbarer Wärme und Effizienz in den nächsten Jahren erschlossen werden sollen.“ Die Strategie mit den bislang angedachten Maßnahmen sei nicht ausreichend.

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Für eine zukunftsgerichtete und verantwortungsvolle Energiepolitik bedarf es eines deutlichen Kurswechsels im Wärmesektor. Dafür sei es nötig, einerseits den Rahmen aus Ordnungsrecht, Förderprogrammen sowie Information und Beratung grundlegend zu verändern und sich andererseits von Öl und Erdgas zu verabschieden. „Dass Technologieoffenheit dazu führt, dass die staatliche KfW-Bank mit Steuergeld immer noch Heizungen auf Basis von Öl und Gas subventioniert, ist ein nicht nachvollziehbarer Widerspruch“, so Falk. Zudem dürfe der Ausbau der Erneuerbaren Wärme und der Effizienz nicht von Importen aus unsicheren Regionen sowie derzeit unnatürlich niedrigen Energiepreisen abhängig bleiben. Mit der richtigen Weichenstellung sei ein klimaneutrales und vokswirtschaftlich kosteneffizientes Wärme- und Kältesystem möglich.

„Die Wärmewende kommt ohne den Gebäudebestand nicht aus. Ohne einen zügigen Ausbau Erneuerbarer Wärme auch im Gebäudebestand sind die energie- und klimapolitischen Ziele nicht zu erreichen.“ Das macht auch der gleichzeitig vom Bundeskabinett verabschiedete Erfahrungsbericht zum Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) deutlich. Die Bundesregierung müsse endlich den politischen Gestaltungswillen aufbringen und die vorhandenenen Instrumente wie das EEWärmeG und die Energieeinsparverordnung (EnEV) weiterentwickeln. Das belegen auch die Szenarien der Energieeffizienzstrategie. Um wie von der Bundesregierung angestrebt den Primärenergiebedarf gegenüber 2008 um 80 Prozent zu reduzieren, müssten mindestens zwischen 36 und 54 Prozent Endenergie eingespart werden und der Anteil Erneuerbarer Wärme auf 57 bis 69 Prozent ansteigen. Heute liegt er bei gut 10 Prozent.

Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 30 Verbänden und Organisationen mit 30 000 Einzelmitgliedern, darunter mehr als 5 000 Unternehmen. Aus der EE-Wärme-Branche zählen der BSW Solar, die Bioenergieverbände FvB und BBE, die Geothermie-Verbände BVG und WFG, der BWP u.v.m. zu unseren Mitgliedern. Wir vertreten auf diese Weise 371 400 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

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