English
  • © Stiftung Offshore-Windenergie | Weserwind | Detlef Gehring | 2008

Erfolgreicher Auftakt der BEE-Sommertour in Hildesheim und Aurich: Direktkandidaten diskutieren über Ausbautempo der Erneuerbarer Energien

Berlin, 16.08.2017. Weniger als zwei Monate vor der Bundestagswahl ist die Position der Direktkandidatinnen und -kandidaten zu Umwelt-, Klima- und Energiepolitik von großer Bedeutung für die Wählerinnen und Wähler. Um die Positionen zu diskutieren, hat der BEE eine Sommertour gestartet. Der Auftakt wurde in Hildesheim am 8. August und in Aurich am 9. August mit öffentlichen Podiumsdiskussionen zwischen den Direktkandidatinnen und –kandidaten der Wahlkreise gemacht.

BEE-Sommertour in Aurich

Fast zwei Stunden standen die Kandidatinnen und Kandidaten den Interessierten in Hildesheim Rede und Antwort zu ihren energiepolitischen Positionen, auch für die Region. Bernd Westphal (SPD), Ottmar von Holtz (Bündnis 90/ Die Grünen), Ute Bertram (CDU), Dr. Henrik Jacobs (FDP) und Orhan Kara (DIE LINKE) waren sich zumindest in einem Punkt einig: Erneuerbare Energien sollen weiter ausgebaut werden. Aber in welchem Tempo und mit welchen Mitteln, dies stand zur Debatte.

Angesichts der gestiegenen CO2-Emissionen Deutschlands im ersten Halbjahr 2017 betonte Horst Seide, BEE-Vizepräsident und Präsident des Fachverbands Biogas, wie wichtig ein schnellerer Ausbau Erneuerbarer Energien ist: „Erneuerbare Energien sind Klimaschützer Nummer eins, sorgen für nachhaltige Arbeitsplätze in Deutschland, und sie werden immer günstiger. Daher spricht alles dafür, schneller aus fossilen Energieträgern aus- und auf saubere Energie umzusteigen. Nur so können wir unsere Klimaziele erreichen.“

Bernd Westphal (SPD) will sich dafür stark machen, dass Energie sicher, sauber und bezahlbar ist. „Die Finanzierung der Energiewende muss auf neue Füße gestellt werden. Das sind für mich und die SPD drei gleichrangige Ziele der Energiewende“, erläuterte Westphal. Er sagte zudem, dass Deutschland die energieeffizienteste Volkswirtschaft der Welt werden solle: „Dazu brauchen wir neben dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien auch die Übertragung der Energiewende in den Wärme- und Verkehrssektor und die nachhaltige Förderung der Elektromobilität.“

Ottmar von Holtz (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte, dass die Grünen mit einem Klimaschutzgesetz die Ziele des Pariser Abkommens für alle relevanten Sektoren festlegen wollen. Ute Bertram (CDU) machte klar, dass wir unsere Energieversorgung auf Erneuerbare Energien umstellen müssen, um dem Klimawandel zu begegnen und der Endlichkeit fossiler Energieträger Rechnung zu tragen. Dr. Henrik Jacobs (FDP) betonte, dass die Erneuerbaren Energien bereits einen Anteil von rund 35 Prozent auf dem deutschen Strommarkt haben.

Zweite Station in Aurich

Am 9. August machte die BEE-Sommertour auch in der Windregion Aurich-Emden Halt. Weit über 150 Teilnehmer fanden sich im Energie-, Bildungs- und Erlebnis-Zentrum Aurich (EEZ) ein, um mit ihren Kandidatinnen und Kandidaten zu diskutieren. Nach ermunternden Worten von Hans-Dieter Kettwig, Geschäftsführer der ENERCON GmbH, sprachen sich erfreulicherweise alle anwesenden Politiker pro Erneuerbare Energien aus.

Johann Saathoff (SPD) forderte die Einhaltung der Pariser Klimaziele ein und unterstützte die von BEE und BWE gemeinsam geforderte CO2-Bepreisung, Stärkung der Sektorenkopplung sowie Aufrechterhaltung der Akteursvielfalt. Reinhard Hegewald (CDU) sprach sich für eine Öffnung der EEG-Deckelungen aus: Beim Ausbau müsse „ein Schippe drauf gelegt werden“, um die Klimaziele zu erreichen. Bei der von den Verbänden geforderten fairen CO2-Bepreisung klang er skeptischer als Saathoff. Garrelt Agena (Bündnis 90/Die Grünen) – selbst Wind-, Solar- und Speicherbetreiber – zeigte sich sehr nahe an den BEE-Forderungen „für 100 % regenerativ und Kohleausstieg bis 2030“. Er mahnte jedoch auch eine Stärkung der Akzeptanz und die Beteiligung der Bevölkerung an. Auch Marcus Stahl (DIE LINKE) und Dr. Michael Berndt (Piraten) waren nahe an den verbandlichen Forderungen für stärkeren Ausbau, Kohleausstieg, CO2-Bepreisung, Sektorenkopplung und effizienteren Netzbetrieb. Überraschend aufgeschlossen gegenüber Erneuerbaren Energien zeigte sich ebenfalls der FDP Vertreter Uwe Reinert Ewen.

Weitere Bilder der BEE-Sommertour finden Sie auf flickr

Diskutieren Sie mit: alle Stationen der BEE-Sommertour auf einen Blick

Ihr Ansprechpartner zu unseren Mitteilungen

Frau
Irene Beringer
Telefon: 030 / 275 81 70-16