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  • © Stiftung Offshore-Windenergie | Weserwind | Detlef Gehring | 2008

Erneut deutliches Zeichen von Marktversagen bei Braunkohle

Berlin, 09.05.2016. Am gestrigen Sonntag den 8. Mai verzeichnete die Europäische Strombörse EPEX am Spotmarkt für Deutschland negative Preise. In der Spitze zahlten Betreiber von Braunkohlekraftwerken 24 Cent pro Kilowattstunde Strom, um ihn ins Netz zu entsorgen. Dieses Bild wiederholt sich jedes Frühjahr um Pfingsten, wenn unflexibler Strom aus Braunkohlemeilern die Netze verstopfen. An den Wochenenden oder an Feiertagen fehlt der Stromverbrauch aus der Industrie. Die Kraftwerke laufen nur mit minimaler Besetzung und können nicht ausreichend herunterfahren. Dr. Herman Falk, Geschäftsführer des BEE warnt bereits vor neuen negativen Preisen: „Es steht zu erwarten, dass sich dieses Szenario am kommenden Pfingst-Wochenende wiederholt.“

Die Energiewende steht Kopf. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist dazu eindeutig. Erneuerbare Energien haben Vorrang im Netz. Der gesetzliche Vorrang für Erneuerbare Energien muss auch in der Praxis umgesetzt werden. Die gelebte energiewirtschaftliche Praxis ist ebenfalls eindeutig. Wind- und Solarstrom wird abgeregelt, während Atom- und Braunkohlekraftwerke ungebremst weiterlaufen.

Zur Vermeidung negativer Strompreise müssen unflexible Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden und saubere Energien den Vorrang im Netz haben.
Der BEE setzt sich für folgende Maßnahmen ein:

  • Ein schneller Braunkohleausstieg, bei dem die inflexibelsten Braunkohlekraftwerke zuerst vom Netz genommen werden
  • Die Umstellung der KWK-Förderung nur noch für flexible KWK-Anlagen, die Platz im Netz für sauberen Strom schaffen
  • Sektorkopplung in Netzengpassgebieten, vor allem über Nutzung zuschaltbarer Lasten
  • Den Netzausbau im Verteil- und Übertragungsnetz weiter vorantreiben

Die gestrigen hohen negativen Strompreise zeigen zudem, dass sich die Strommärkte noch weiterentwickeln müssen. Selbst in der Nacht gab es bereits negative Strompreise auf dem Intradaymarkt. Offenbar haben da nicht alle Händler ihre Hausaufgaben gemacht.

Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 39 Verbänden und Unternehmen mit 30.000 Einzelmitgliedern, darunter mehr als 5.000 Unternehmen. Zu unseren Mitgliedern zählen u. a. der Bundesverband WindEnergie, der Bundesverband Solarwirtschaft, der Fachverband Biogas und der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke. Wir vertreten auf diese Weise 355.400 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

Ihr Ansprechpartner zu unseren Mitteilungen

Frau
Irene Beringer
Telefon: 030 / 275 81 70-16