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  • © Stiftung Offshore-Windenergie | Weserwind | Detlef Gehring | 2008

Kein statistischer Zusammenhang zwischen Baukosten und Energieeffizienz-Standard

Berlin, 11.10.2016. Eine neue Studie aus Hamburg gibt Rückenwind für die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vorgeschlagene Anpassung der Anforderungen für den Neubau in der Energieeinsparverordnung (EnEV) an die Erfordernisse des Klimaschutzes. Die Studie zeigt: Energieeffizientes Bauen und bezahlbarer Wohnraum müssen kein Widerspruch sein. Die Untersuchung im Auftrag der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie hat ergeben, dass energieeffizientes Bauen in einer Stadt wie Hamburg nicht mehr kostet als Bauen mit niedrigerem Energiestandard.

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„Die immer wieder vorgetragene Behauptung, eine weitere Verschärfung der Neubauanforderungen werde auf jeden Fall zu steigenden Baukosten führen, ist nicht haltbar“, erklärt BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk. „Die Bundesregierung sollte sich daher nicht beirren lassen und an dem ursprünglichen Plan festhalten, den Niedrigstenergiegebäudestandard ab 2019 auf dem Niveau des Effizienzhauses 55 festzulegen. Später müssen dann weitere Effizienzschritte folgen. Ansonsten wird Deutschland seine Klimaziele verpassen.“

Für das Ziel der Bundesregierung – ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand mit einem um 80 % niedrigeren Primärenergiebedarf bis 2050 – muss der gesamte Gebäudebestand Studien zu folge im Durchschnitt das Niveau eines Effizienzhauses 55 erreichen. Damit ist klar: Wenn die Bundesregierung diesen Standard nicht einmal für Neubauten als Mindeststandard festlegt, ist ein Erreichen dieses Klimaziels von vornherein illusorisch. Um höhere Energieverbräuche im Gebäudebestand ausgleichen zu können, müssen Neubauten in den nächsten Jahrzehnten daher noch höhere Energieeffizienzstandards erreichen und nur noch mit Erneuerbaren Energien beheizt werden.

Hintergrund
In der empirischen Untersuchung hat das Büro „F + B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt“ die Baukosten von 4.780 Wohneinheiten im öffentlich geförderten Wohnungsbau in Hamburg aus vier Jahren verglichen. Dabei konnte kein Zusammenhang zwischen Baukosten und energetischen Kenngrößen nachgewiesen werden. Die Mittelwerte (Mediane) der Baukosten der verschiedenen Effizienzhausstandards unterscheiden sich nicht signifikant. Die Studie zeigt, dass es verschiedene Faktoren sind, die für die Höhe der Baukosten verantwortlich sind und höhere energetische Standards nicht dafür verantwortlich gemacht werden können.

Studie zum Download bei der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie

Enbausa vom 11.10.2016: Hamburg baut Energiesparhäuser kostenneutral

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