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Statement zum „Bündnis bezahlbares Wohnen und Bauen“ des BMUB

Berlin, 27.11.2015. Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) zu den Ergebnissen des „Bündnis bezahlbares Wohnen und Bauen“: „Der Abschlussbericht macht deutlich, dass sich bezahlbares Wohnen und Bauen einerseits und Klimaschutz andererseits nicht ausschließen. So ist das Bundesbauministerium nur konsequent, an den zum 1. Januar 2016 in Kraft tretenden höheren energetischen Anforderungen an Neubauten festzuhalten. Neubauten kommen dann so gut wie nicht mehr ohne den Einsatz Erneuerbarer Energien aus. Gleichzeitig ist Erneuerbare Wärme eine kosteneffiziente Möglichkeit für bezahlbares Bauen und Wohnen und Klimaschutz. Allerdings fehlt dem BEE in der Debatte ein ehrlicher Blick auf die Kosten. Ehrlich wäre es, wenn die Wärmewende vor dem Hintergrund eines klimaneutralen und volkswirtschaftlich kosteneffizienten Wärme- und Kältesystems diskutiert würde. Denn noch immer spiegeln die Preise für fossile Energien und Baustoffe nicht die tatsächlich verursachten Klimaschadenskosten wider. Weiter gilt: Die Gewinne werden privatisiert, die Folgekosten vergesellschaftet.“

Hintergrund

Ende Oktober behaupteten Teile der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft im Rahmen der Bauministerkonferenz der Länder, die Baukosten könnten pauschal um bis zu 8 Prozent u.a. wegen zunehmender energetischer Anforderungen steigen. Unterschlagen wurde, dass dies – wenn überhaupt – nur für einzelne Bauteile zutrifft. Der Abschlussbericht stellt dies nun klar und rückt die Kosten über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes stärker in den Vordergrund, ohne aber die Konsequenz zu ziehen, die Klimaschadenskosten einzupreisen.

Das "Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen" führt Bund, Länder, Kommunen, Wohnungs- und Bauwirtschaft, den Deutschen Mieterbund, Gewerkschaften sowie weitere gesellschaftlich relevante Akteure wie u.a. den BEE zusammen, um die Herausforderungen am Wohnungsmarkt zu bewältigen, ohne dabei andere gesellschaftliche Zielstellungen wie den Klimaschutz unberücksichtigt zu lassen. Ziel ist es, gemeinsam die Voraussetzungen für den Bau und die Modernisierung von Wohnraum in guter Qualität, vorzugsweise im bezahlbaren Marktsegment, zu verbessern und das Wohnungsangebot in den Ballungsgebieten mit Wohnraummangel zu erweitern.

Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 30 Verbänden und Organisationen mit 30 000 Einzelmitgliedern, darunter mehr als 5 000 Unternehmen. Aus der EE-Wärme-Branche zählen der BSW Solar, die Bioenergieverbände FvB und BBE, die Geothermie-Verbände BVG und WFG, der BWP u.v.m. zu unseren Mitgliedern. Wir vertreten auf diese Weise 371 400 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

Ihr Ansprechpartner zu unseren Mitteilungen

Frau
Irene Beringer
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