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  • © Stiftung Offshore-Windenergie | Weserwind | Detlef Gehring | 2008

Studie von Fraunhofer IWES und E4tech: Sektorenkopplung als Schlüssel für die Energiewende

Berlin, 28.09.2017. Mit der Ratifizierung des Pariser Klimaschutzabkommens hat sich auch Deutschland darauf verpflichtet, den Anstieg der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Ohne einen deutlich verstärkten Einsatz Erneuerbarer Energie in allen Bereichen droht Deutschland jedoch die Ziele zu verfehlen – die selbstgesteckten nationalen ebenso wie die von Paris. Sektorenkopplung ist der Schlüssel für eine volkswirtschaftlich sinnvolle und ressourceneffiziente Transformation des Energiesystems hin zu einer Erneuerbaren und treibhausgasarmen Versorgung. Sie ermöglicht die Zwischenspeicherung von Energie, den sektorenvariablen Einsatz zum Beispiel von Bioenergie, die Flexibilisierung des Stromsystems zur Einbindung schwankender Einspeisung. Darüber hinaus erhöht Sektorenkopplung die Versorgungssicherheit durch einen integrierten Ansatz unter Einbeziehung von Power-to-X-Technologien.

World Café bei der BEE-Dialogkonferenz

Dabei liegt der optimale Entwicklungspfad nicht in der radikalen Elektrifizierung des Wärme- und Mobilitätsbereichs und nicht in einer reinen Wasserstoff-Welt, in der Wasserstoff der einzige Energieträger in allen Bereichen werden würde. Gerade durch die Zusammenführung dieser Positionen und die Einbeziehung effizienter und erneuerbarer Wärmeerzeugung können zentrale Fragen der Energiewende angegangen werden. Entscheidend ist, ab jetzt die Maßnahmen in die richtige Richtung zu lenken, auch wenn nicht jede letzte Detailfrage des künftigen Energieversorgungssystems schon entschieden werden muss. Wie kann eine extreme Jahreshöchstlast vermieden werden? Wie kann eine vollständige Energieversorgung mit Erneuerbaren erreicht werden? Wie kann die Versorgung auch bei einem knappen Angebot gesichert werden?

Die heute in ersten Ergebnissen vorgestellte Studie der Institute Fraunhofer IWES und E4Tech regen an, die Chancen, Hemmnisse und Lösungsoptionen einer Sektorenkopplung aus Perspektive der Erneuerbaren Energien zu analysieren sowie Vorschläge zu unterbreiten, mit welchen Maßnahmen die Rahmenbedingungen kurz- bis mittelfristig optimiert werden können. Hierzu wurden die sich in einem ganzheitlich betrachteten Energiesystem bietenden Sektorenkopplungspunkte in einer Interaktionsanalyse herausgearbeitet und rechtliche, finanzielle sowie technische Barrieren untersucht. In den sechs Maßnahmenpaketen Abgaben/Umlagen/Steuern, Weiterentwicklung des EEG, Mobilität, Industrie, Wärme und B2B-Trading werden diverse Ansätze vorgeschlagen, mit denen in der anstehenden Legislaturperiode wichtige Hebel auf den Weg gebracht und kurzfristig wirksame Impulse gesetzt werden können. In einem World Café im Format der Dialogkonferenz konnte die Umstellung des Abgabensystems sowie die Ansätze im Wärmebereich intensiv diskutiert werden.


Zum Download
Präsentation von Fraunhofer IWES und E4tech: Das gekoppelte Energiesystem - Vorschläge für eine optimale Transformation zu einer erneuerbaren und effizienten Energieversorgung

BEE-Präsentation:Das gekoppelte Energiesystem - Plattformsystemtransformation

Weitere Bilder der Dialogkonferenz finden Sie auf flickr


Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 49 Verbänden und Unternehmen mit 30 000 Einzelmitgliedern, darunter mehr als 5 000 Unternehmen. Im Wärmesektor gehören der Bundesverband Bioenergie e.V., der Bundesverband Solarwirtschaft, der Bundesverband Wärmepumpe e.V., der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. und der Fachverband Biogas zu unseren Mitgliedern. Wir vertreten auf diese Weise 330 000 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

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