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Rückblick BEE-Werkstatt Energiemarkt „Neue Geschäftsmodelle des zukünftigen Energiesystems“: Das Energy Transition Forum auf der E-world am 07.02.2017

Auch 2017 war der BEE präsent auf der E-world: In einem interaktiven Workshop-Reigen wurden in öffentlichen Sitzungen der Werkstatt Energiemarkt zentrale Herausforderungen der Energiewende aus unternehmerischer Sicht diskutiert. Die Leitidee dabei war, junge Innovationstreiber auf etablierte Akteure des Energiemarkts treffen zu lassen und deren Geschäftsmodelle und Marktansätze durch Energieexperten kommentieren zu lassen.

Workshops

Workshop I: Sektorenkopplung – Neue Geschäftsmodelle durch die Verschmelzung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität

Mit dem Klimaschutzabkommen von Paris hat sich die Gesellschaft auf ambitionierte CO2-Reduktionsziele verständigt. Deutschland erreicht diese Ziele nur, wenn neben deutlichen Effizienz-Anstrengungen der Ausbau der Erneuerbaren Energien wesentlich vorangebracht wird. Ein zwischen den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität gekoppeltes Energiesystem bietet hierzu diverse Lösungsansätze, die von der Gesellschaft angestrebte Dekarbonisierung mit Erneuerbaren Energien kostenoptimierter zu erreichen. Die Politik hat dies erkannt und zeigt sich bereit, entsprechende Rahmenbedingungen zu entwickeln.

In Impulsvorträgen stellten Hr. Schmack (Digital Energy Solutions) und Hr. Keiffenheim (Greenpeace Energy eG) die Ansätze Ihrer Unternehmen vor, mit ganzheitlicher Beratung sowie der dazugehörigen digitalen Vernetzung oder dem Angebot von Windgas, Sektoren koppelnde Produkte in den Markt zu bringen. Anschließend zeigte Hr. Dr. Ritzau (BET Aachen) Optimierungsmöglichkeiten für die Rahmenbedingungen im KWK-Bereich auf, die mit den Messeteilnehmern diskutiert wurden. 

Präsentationen

Ulrich Schmack (Digital Energy Solutions)
Marcel Keiffenheim (Greenpeace Energy eG)
Dr.-Ing. Michael Ritzau (BET Aachen)

Workshop II: EE-Vermarktung – im und abseits des EEG

Das Strommarktdesign verändert sich. Trotzdem weisen die Erneuerbaren Energien noch keinen „wettbewerbsfähigen“ Marktwert auf: Die Wetterabhängigkeit von Wind- und PV-Einspeisung nimmt die Möglichkeit, Strom dann zu verkaufen, wenn wegen hoher Nachfrage gute Preise bezahlt werden. Die EEG-Novellierungen haben die Bedingungen für Projektierer deutlich verändert. Zusätzliche Risiken sind entstanden, aber auch Chancen bieten sich, gerade für professionelle Energiewirtschaftsunternehmen. Gleichzeitig suchen die Akteure zusätzliche Vermarktungsoptionen – wie Ökostromangebote, regionale Produkte, Mieterstromkonzepte oder die Bereitstellung von Systemdienstleistungen - um Erneuerbare Energien gewinnbringend zu vermarkten.
 
Nach einleitenden Vorträgen der Herren Krautz (Next Kraftwerke), Hölder (Clean Energy Sourcing) und Sinagowitz (PWC) wurden die Marktchancen abseits des EEG kritisch diskutiert und das Fazit gezogen, dass es weitere Impulse des Gesetzgebers bedarf, um attraktive Ökostrom-Produkte für die privaten Haushalte breit in den Markt zu bringen.  

Präsentationen

Daniel Hölder (Clean Energy Sourcing)
Alexander Krautz (Next Kraftwerke)
Maik Sinagowitz (PWC) 

Workshop III: Flexibilisierung – Das Geschäft einer flexiblen Stromnachfrage

Wind und PV dominieren künftig die Stromerzeugung. Ihr Angebot ist volatil. Ausreichend Flexibilitätsoptionen wie Lastmanagement, Batterien, Power-to-X-Lösungen oder auch flexible Gaskraftwerke können eingesetzt werden, die Stromversorgung entsprechend der Nachfrage zu sichern. Einige Marktakteure stellen sich auf dieses Stromsystem bereits heute ein und  bieten zusammen mit ihren Kunden Flexibilität an. 

Für Hrn. Spiegel (ARGE Netz) bietet gerade ein sektorenübergreifend zusammengedachtes Energiesystem interessante Ansätze, die notwendige Flexibilität auf wetterabhängige Einspeisung von Wind- und PV-Anlagen bereit zu stellen. Hr. Hauck (TRIMET Aluminium SE) stellte ein Konzept vor, mit dem sein Unternehmen als Alu-Hütten-Betreiber in Kooperation mit EE-Stromerzeugern und einem Stadtwerk, privaten Haushalten deren Standardlastprofil anbieten könnte. Hr. Huneke (Energy Brainpool) stellte Potenziale für Geschäftsansätze in einem flexiblen Energiesystem heraus und diskutierte notwendige Anpassungen der Rahmenbedingungen.

Präsentationen

Dipl.-Ing. Heribert Hauck (TRIMET Aluminium SE)
Fabian Huneke (Energy Brainpool GmbH & Co. KG)
Björn Spiegel (ARGE Netz)  

Workshop IV: Digitalisierung – Ansätze einer vernünftigen und sicheren Vernetzung der Prosumer (Blockchain)

Die Digitalisierung der Energieversorgung ist in vollem Gange. Risiken wie Datensicherheit und Systemanfälligkeiten sind zu beachten. Auf der anderen Seite bieten sich Chancen, das System intelligenter zu machen und die Konsumenten stärker an dem System partizipieren zu lassen. Algorithmen und Trust-Machines können künftig komplizierte Vertragswerke und komplexe Geschäftsbeziehungen vereinfachen oder sogar ersetzen. 

Hr. Grewe (Stadtwerke Energie Verbund) und Hr. Rehfeld (regioIT) stellten Projekte und Geschäftsmodelle vor, die bereits konkret an den Start gegangen sind, in denen mit dem Blockchain-Ansatz Erzeuger und Verbraucher direkt vernetzt wurden. Fr. Hasberg (Energieexpertin der Initiative Blockchain Hub) thematisierte anschließend den disruptiven Faktor dieser Technologie. In der Diskussion mit den Messeteilnehmern wurde die Fragen gestellt, ob dieser neue Trend den Kunden einen Mehrwert bietet und ob künftig stärker einem Algorithmus als dem alteingesessenen Stadtwerk vertraut wird.

Präsentationen

Jochen Grewe (Stadtwerke Energie Verbund)
Dieter Rehfeld (regioIT)
Kirsten Hasberg (Energieexpertin der Initiative Blockchain Hub)

 

Anschließend wurde die Diskussion bei Brezeln, Bier und Limonade im Rahmen eines Get-togethers fortgesetzt. 

Ihr Ansprechpartner

Herr
Robert Brandt
Telefon: 030 / 2758170-0

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