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Zum Tag der Erneuerbaren Energien am 25. April 2015

Gabriels Klimabeitrag stützt Energiesystem der Zukunft

Berlin, 24. April 2015: „Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind die Tragpfeiler der modernen und zukunftsfähigen Energieversorgung. Deshalb ist es jetzt und heute wichtig, einen nachhaltigen Strukturwandel einzuleiten und Perspektiven für die Kohlereviere zu schaffen“, sagt Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des BEE, anlässlich des Tages der Erneuerbaren Energien am morgigen Samstag. Eine rasche Umsetzung der Energiewende schafft Arbeitsplätze. „Wer jedoch an alten, überkommenen Strukturen festhält, riskiert Strukturbrüche und den Verlust von Arbeitsplätzen.“

Die Braunkohleverstromung belastet das Klima mit Treibhausgasemissionen sowie Mensch und Umwelt mit Luftschadstoffen wie Quecksilber, Feinstaub und Stickoxiden. Eine Analyse europäischer Kommissionsdaten ergab, dass vier der fünf Braunkohlekraftwerke mit dem höchsten CO2-Ausstoß Europas in Deutschland stehen. Alte Braunkohlekraftwerke haben schlechte Wirkungsgrade und sind unflexibel. Sie sind ein Hemmnis und ein Anachronismus der Energiewende; Erneuerbare Energien brauchen flexible Partner.
 
„Braunkohle und Klimaschutz schließen sich gegenseitig aus. Braunkohle hat daher keine Zukunft mehr in einer Welt, die sich dem Klimawandel entgegen stemmt. Das müsste eigentlich allen Beteiligten klar sein“, so Falk. Deshalb sei es jetzt umso wichtiger, den Strukturwandel in den Kohlegebieten sanft und verantwortungsvoll in die Wege zu leiten. „Die Beschäftigen benötigen einen langfristig wirksamen Fahrplan, der ihnen Orientierung gibt.“

Gabriels Vorschlag setzt an den richtigen Stellen an: Betroffen sind rund 10 Prozent der Kraftwerke, wodurch der Rückgang der Kohleverstromung langsam eingeleitet wird. Der Klimabeitrag ist so ausgelegt, dass die ältesten und emissionsintensivsten Kraftwerke ihre Fahrweise den Marktanforderungen anpassen müssen – zumal die bisherigen CO2-Einsparungen überwiegend bei Gas und Steinkohle, nicht bei der Braunkohle, liegen. Da der Klimabeitrag in Form von Emissionszertifikaten bezahlt wird, die anschließend vom Markt genommen werden, stützt das Instrument zugleich den Emissionshandel. „Er ist das richtige Instrument für den Klimaschutz und für die Energiewende“, bekräftigt Falk. 

Schließlich sind Gegenwart und Zukunft des Energiesystems geprägt von einem steigenden Anteil Strom aus sauberen Energiequellen. Mehr als fünf Millionen Erneuerbare-Energie-Anlagen versorgen Deutschland mittlerweile klimaschonend mit Strom und Wärme. Dabei übernehmen sie mehr und mehr systemstabilisierende Funktionen – und schützen dabei das Klima, schaffen Arbeitsplätze und fördern Innovationen im Technologieland Deutschland. „Wir sollten ehrlich die Augen öffnen und in einem transparenten Prozess die Energiewende begleiten.“

Die Energiewende in all ihren Facetten zu erleben, dafür bietet der Tag der Erneuerbaren Energien am 25. April zahlreiche Möglichkeiten. Initiiert als Erinnerung an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, laden Veranstaltungen in ganz Deutschland dazu ein, die Energiewende und die unterschiedlichen Technologien vor Ort kennenzulernen.

Dr. Hermann Falk, BEE-Geschäftsführer

„Am Tag der Erneuerbaren Energie haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, das breite Spektrum Erneuerbarer Energien vor Ort kennenzulernen. Sei es die Besichtigung einer Windkraftanlage oder eine Beratung zu Energieeffizienz - der Aktionstag macht die Energiewende hautnah erlebbar.“ 

Hintergrund: Tag der Erneuerbaren Energien

Der Tag der Erneuerbaren Energien ist ein bundesweiter Aktionstag, der jährlich am letzten Samstag im April an die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl vom 26. April 1986 erinnert. Initiiert wurde der Tag der Erneuerbaren Energien im Jahr 1996 von der Stadtverwaltung Oederan (Sachsen) und der Stadtbau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft Oederan mbH.

Mittlerweile zeigen an diesem Tag bundesweit Anlagenbetreiber, Bürgerinitiativen und Unternehmen auf, wie die Energieversorgung auf der Basis der erneuerbaren Energien funktioniert. Sämtliche Technologien der Erneuerbaren Energien – von Windkraft und Solarenergie über Bioenergie bis hin zu Wasserkraft und Geothermie – werden dabei vorgestellt und erlebbar gemacht.

Zudem können sich Bürgerinnen und Bürger über Energieeffizienz, Energiespeicherung, energetische Gebäudesanierung, Elektromobilität und viele weitere alltagsnahe Themen informieren.

Die offizielle Website des Tages der Erneuerbaren Energien ist www.energietag.de.

Tag der Erneuerbaren Energien 2016
Der nächste Tag der Erneuerbaren Energien findet Ende April 2016 statt. Wir geben den genauen Termin an dieser Stelle bekannt. 

Ihr Ansprechpartner

Frau
Irene Beringer
Telefon: 030 / 275 81 70-16

Zahlen und Fakten

27,8 Prozent
des deutschen Strombedarfs konnte im Jahr 2014 durch Erneuerbare Energien gedeckt werden.


148 Millionen

Tonnen Treibhausgasemissionen wurden dank Erneuerbarer Energien im Jahr 2014 in Deutschland vermieden. Damit sind die Erneuerbaren Klimaschützer Nummer 1.


973 
Energiegenossenschaften waren bis Ende 2014 in den Genossenschaftsregistern eingetragen.


9,9 Prozent
des deutschen Wärmeverbrauchs wurde 2014 durch Erneuerbare Energien gedeckt. Das Ziel für 2020 liegt bei 14 Prozent.

126 000
Elektro- und Hybridautos waren am 1. Januar 2015 in Deutschland zugelassen. Zum Vergleich: Im März 2014 waren es  100 000.

 

74 Milliarden
Kilowattstunden Strom wurden 2014 von Deutschland ins Ausland exportiert. Importiert wurden im selben Zeitraum nur 39 Milliarden kWh. Der Stromüberschuss beträgt somit 36 Milliarden kWh.


161 Milliarden

Kilowattstunden Strom haben Erneuerbare Energien 2014 produziert. Zum Vergleich: Atomkraftwerke haben 97 Milliarden Kilowattstunden generiert, Braunkohle 156 und Steinkohle 109. Damit produzierten Erneuerbare im Jahr 2014 mehr Strom als jeder andere Energieträger.

Über 15.000
Haushalte in Deutschland nutzen mit Hilfe intelligenter Speicher Solarstrom auch bei Dunkelheit.


67 Prozent
beträgt der Exportanteil deutscher Produktion von Windenergieanlagen

7 Mio. t CO2
mehr könnten alleine durch die konsequente Vergärung der bislang noch nicht genutzten Gülle in Biogasanlagen eingespart werden.

300 Mio. Euro
Fördergeld stellt das BMWI im Rahmen des Marktanreizprogramms (MAP) jährlich für den Einsatz von Wärmepumpen sowie Biomasse- und Solaranlagen zur Verfügung.

 

16 Prozent
Des weltweit erzeugten Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Damit ist Wasserkraft die weltweit bedeutendste erneuerbare Energiequelle für die Stromerzeugung.

 

Das Vierfache
der Energie, die wir Menschen verbrauchen, wird von der Erde täglich in den Weltraum abgestrahlt.