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  • © Stiftung Offshore-Windenergie | Weserwind | Detlef Gehring | 2008

Freie Energie- und Gasmärkte fördern Innovationen und Kostensenkungen - Netzbetrieb und Energieversorgung entflechten

Berlin, 25.11.2019.Der BEE appelliert an die Bundesregierung, einen wirksamen und unverfälschten Wettbewerb auf den Elektrizitäts- und Gasmärkten zu gewährleisten. Potenzielle Vorhaben einzelner Netzbetreiber, wie die Errichtung großer, geförderter Elektrolyseure, würden den Markt verzerren und für andere Akteure eine immense Kostenverschiebung hervorrufen. „Sektorenkopplungsanlagen und Speicher sollten von Marktteilnehmern errichtet werden und sich dem üblichen Wettbewerb der Energiemärkte stellen müssen. Durch Netzbetreiber betriebene Power-to-X-Anlagen würden den Wettbewerb verzerren. Es gilt am sogenannten Unbundling festzuhalten und die Unabhängigkeit des Netzbetriebes von der Energieversorgung zu gewährleisten“, bekräftigt Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Der BEE veröffentlichte dazu jetzt ein Positionspapier.

© Enertrag

Der Markteinführung von Wasserstoffanwendungen stünden noch immer zu viele Regularien entgegen. „Da das Marktvolumen noch gering ist, die Regeln zugleich aber hochkomplex sind, werden die Kostensenkungspotenziale bislang nur völlig unzureichend gehoben. Power-to-X ist ein wichtiger Baustein in der künftig auf Erneuerbaren basierenden Energieversorgung, weshalb eine sinnvolle Unterstützung für den Markthochlauf nötig ist.“ Ein freier Markt, der die Regeln des Unbundling ernst nimmt, fördere auch Innovationen, was letztlich auch zu Kostensenkungen führen werde, so Peter weiter.

Gesondert zu betrachten sei aus Sicht des BEE der Einsatz von Netzboostern. „Für Netzbooster, die nachweisbar und außerhalb des Marktes den automatisierten Netzbetrieb optimieren können, sollte dies über Sonderregelungen ermöglicht werden. Der Betrieb darf nicht marktverzerrend auf die Systemdienstleistungs- und Flexibilitätsmärkte wirken. Da mit Netzboostern die Leistungsfähigkeit des Netzes zügig gesteigert werden kann, können diese dazu beitragen, das Netz schneller fit für die Energiewende zu machen.“ Darüber ließen sich etwa Redispatchkosten reduzieren oder die Transportkapazität im Bestandsnetz erhöhen, erklärt Peter.

Mehr lesen: BEE-Positionspapier „Wirksamer und unverfälschter Wettbewerb im Energiesektor darf nicht durch Sektorenkopplungsprojekte von Netzbetreibern untergraben werden“

Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 55 Verbänden, Organisationen und Unternehmen mit 30 000 Einzelmitgliedern, darunter mehr als 5 000 Unternehmen. Zu unseren Mitgliedern zählen u. a. der Bundesverband WindEnergie, der Bundesverband Solarwirtschaft, der Fachverband Biogas und der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke. Wir vertreten auf diese Weise 316 000 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

Frau
Irene Beringer
Telefon: 030 / 275 81 70-16