×
  English
  • © Stiftung Offshore-Windenergie | Weserwind | Detlef Gehring | 2008

Weitere Studie bestätigt steigenden Stromverbrauch und erhöht Handlungsdruck bei EEG-Novellierung

Berlin, 04.12.2020.Eine neue Studie des Beratungsunternehmens Aurora Energy Research bestätigt abermals die Prognose des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) e.V., dass der aktuelle Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nicht ausreicht, um das 65-Prozent-Ziel der Bundesregierung für den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Stromsektor zu erreichen. Auch Aurora bemängelt die Unterschätzung des künftigen Stromverbrauchs. „Nachdem vor kurzem bereits die Studie ‚Klimaneutrales Deutschland‘ unsere Prognosen zum steigenden Stromverbrauch bestätigte, reiht sich nun eine weitere wissenschaftliche Untersuchung in diese Voraussage ein. Die Frage ist, wie viele Belege aus der Wissenschaft es noch braucht, bis die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes dahingehend endlich angepasst wird. Ohne eine realistische Vorausschau der Strom-Mehrbedarfe durch Elektromobilität, Wärmepumpen und Grünen Wasserstoff riskieren wir eine massive Ökostromlücke“, so BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter.

Dabei seien die Prognosen von Aurora Energy noch sehr konservativ. „Der BEE geht in seinem BEE-Szenario 2030 von einem künftigen Stromverbrauch von 740 TWh aus. Das liegt über 100 TWh über der Aurora-Prognose von 629 TWh und rund 150 TWh über der Prognose im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung. Für den Anteil Erneuerbarer Energien am Strommix bedeutet dies, dass wir 2030 mit einer Ökostromlücke von rund 100 TWh zu rechnen haben, wenn wir einen 65-Prozent-Anteil an Erneuerbarem Strom erreichen wollen“, so Peter weiter.

Dafür seien die Potenziale aller Erneuerbarer-Energien-Technologien auszuschöpfen. Für eine sichere und saubere Energieversorgung braucht es den gesamten Erneuerbaren-Mix. Hierfür müssen die Hürden beim Ausbau der Windenergie ebenso beseitigt werden, wie die Marktbarrieren bei der Photovoltaik. Und auch Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft können noch mehr leisten als ihnen im bisherigen Entwurf der Novelle zugedacht wird. Die Ausbaupfade und -mengen der Erneuerbaren müssen sich an den Sektorenzielen des Klimaschutzgesetzes ausrichten. Und diese erfordern nach Hochsetzung des Klimaziels auf europäischer Ebene eher ein 80%, denn ein 65 %-Ziel“, so Peter abschließend.

Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 45 Verbänden und Unternehmen aus den Branchen der Wind-, Bio- und Solarenergie sowie der Geothermie und Wasserkraft. Wir vertreten auf diese Weise 30 000 Einzelmitglieder, darunter mehr als 5 000 Unternehmen, 316 000 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

Ihre Ansprechpartnerin zu unseren Mitteilungen

Referentin für Presse und Medien
Friederike Treuer

presse@bee-ev.de
Telefon: 0151 / 17123010