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Zweiter Fortschrittsbericht erhöht Handlungsdruck – Energiewende muss endlich alle Sektoren erreichen

Berlin, 06.06.2019.„Der Fortschrittsbericht zur Energiewende macht deutlich, dass Deutschland zur Erreichung der selbstgesteckten Ziele große Herausforderungen zu meistern hat. Die Bundesregierung muss nun zügig konkrete Maßnahmen auf den Tisch legen, um aufzuzeigen, wie die Energiewende in allen Sektoren gelingen soll“, sagt Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) anlässlich des heute veröffentlichten zweiten Fortschrittsberichts zur Energiewende.

© BEE

Der zweite Fortschrittsbericht zur Energiewende beschreibt den Stand der Energiewende auf Grundlage einer mehrjährigen Datenbasis und vertiefter Analysen. Er legt dar, inwieweit die im Energiekonzept genannten Ziele erreicht werden und nennt weitere Maßnahmen zur Zielerreichung und Umsetzung der Energiewende. Laut dem Fortschrittsbericht steht den relativ guten Fortschritten im Stromsektor eine Stagnation bzw. sogar eine leichte Verschlechterung in den Sektoren Gebäude und Verkehr gegenüber.

„Die Entwicklungen in den Sektoren Gebäude und Verkehr stehen im klaren Widerspruch zu den Zielen des Energiekonzepts. Das macht der Fortschrittsbericht deutlich. Die Bundesregierung muss noch in diesem Jahr die Trendwende schaffen. Im geplanten Klimaschutzgesetz braucht es deutlich stärkere und verbindlichere Anstrengungen zur Reduktion des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes in beiden Sektoren.

Eine CO2-Bepreisung würde schnell Dynamik in die Emissionseinsparung bringen, da es den klimaschädigenden CO2-Ausstoß mit Kosten belegt und stattdessen saubere Energieträger sowie Energiesparen belohnt. Im Gebäudeenergiegesetz braucht es ambitionierte Standards und steuerliche Anreize, etwa für die energetische Gebäudesanierung. Im Verkehrsbereich müssten alternative Antriebe und erneuerbare Kraftstoffe gegenüber fossilen eine klare Bevorzugung erhalten und der Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen eingeleitet werden“, kommentiert Dr. Simone Peter.

Explizit verweist der Fortschrittsbericht auf die Innovationspotenziale durch Digitalisierung, Sektorenkopplung und Energieforschung. Zudem beschreibt er die Energiewende als Modernisierungs- und Beschäftigungsstrategie für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland.

„Die Bundesregierung sollte aufhören, Arbeitsplätze gegeneinander auszuspielen. Stattdessen müssen die Vereinbarungen zum Kohleausstieg endlich in Gesetz gegossen und der Entwurf des Nationalen Energie- und Klimaplans (NECP) nachgeschärft werden. Es ist vollkommen klar, dass die digitalisierte Energiewende eine der größten ökonomischen Chancen unserer Zeit ist. Sie schafft innovative Lösungen, für die auf den globalen Green Tech-Märkten starke Nachfrage besteht. Das gilt für unseren Anlagenbau ebenso wie für alternative Antriebstechnologien und digitalisierte Systemdienstleistungen. Die Energiewende sichert Wettbewerbsfähigkeit, hochwertige Beschäftigung und dauerhaften Wohlstand in Deutschland“, macht Dr. Simone Peter deutlich."  Zum DownloadZweiter Fortschrittsbericht zur Energiewende "Energie der Zukunft" - Kurzfassung
Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 55 Verbänden, Organisationen und Unternehmen mit 30 000 Einzelmitgliedern, darunter mehr als 5 000 Unternehmen. Zu unseren Mitgliedern zählen u. a. der Bundesverband WindEnergie, der Bundesverband Solarwirtschaft, der Fachverband Biogas und der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke. Wir vertreten auf diese Weise 338 700 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

Frau
Irene Beringer
Telefon: 030 / 275 81 70-16