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Beiträge von BEE Pressestelle

COP 26: Leerstellen mit ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen füllen und Energiewende vorantreiben

Die 26. UN-Klimakonferenz (COP26) steht kurz vor dem Abschluss. Der derzeitige Entwurf der Abschlusserklärung lässt nach Meinung des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE) ein völlig unzureichendes Ergebnis erwarten, um die internationale Staatengemeinschaft auf den Kurs der notwendigen Begrenzung der Erderwärmung auf höchstens 1,5 Grad zu bringen. „Weder werden die bisherigen Finanzierungszusagen an die Länder des Globalen Südens ausreichen, um notwendige Anpassungsmaßnahmen gegen die Folgen der Klimakrise vorzunehmen, noch konnten sich die Länder auf einen zügigen Ausstieg aus fossilen Energien in allen Sektoren und das klare Bekenntnis für eine Zukunft der Erneuerbaren verständigen“, zeigt sich BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter enttäuscht.

Koalitionsverhandlungen: BEE setzt auf Entwicklung der Erneuerbaren Wärmeversorgung und Abschaffung fossiler Subventionen

Mit einem Anteil von etwa 52 Prozent am Endenergiebedarf ist der Wärmesektor der energieintensivste Anwendungsbereich. Insbesondere im Gebäudesektor werden weit überwiegend fossile Brennstoffe genutzt, was bereits im vergangenen Jahr eine Verfehlung der Klimaziele zur Folge hatte. Zur Schließung der CO2-Lücke von 2 Mio. Tonnen im Gebäudesektor wurde im Sommer 2021 ein Sofortprogramm mit einem Finanzvolumen in Höhe von ca. 5,5 Mrd. Euro verabschiedet. Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) fordert ein systematisches Herangehen an die Emissionsreduktion im Gebäudesektor. „Ein Förderprogramm ersetzt keine konsistente Politik für eine umfassende Wärmewende. Die energetische Sanierung einzelner Gebäude springt zu kurz. In einem ersten Schritt sind die Förderungen für fossile Brennstoffe zielgerichtet abzuschmelzen. Dazu gehört, die im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) geförderten Heiztechniken auf Basis fossiler Brennstoffe bereits 2022 einzustellen. Zusätzlich darf ein geförderter Effizienzhausstandard nicht mit rein fossil betriebenen Heizkesseln erreicht werden“, so BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter.

Koalitionsverhandlungen: Konkretisierung bei Flächenbereitstellung und Anpassung regulatorischer Vorgaben erforderlich

Bereits in den Beschlüssen der Sondierungen zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP nimmt der Ausbau Erneuerbarer Energien eine zentrale Rolle ein. Dafür sollen unter anderem zwei Prozent der Landesflächen für Windkraft an Land ausgewiesen und konkrete Maßnahmen für den weiteren Photovoltaik-Ausbau umgesetzt werden. Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) drängt darauf, dies im Rahmen des Koalitionsvertrages mit konkreten Maßnahmen zu unterlegen. „Die Festlegung von bebaubaren Flächen für die Windenergienutzung sollte als verbindliches raumordnerisches Planungsziel im Bundes-Raumordnungsgesetz erfolgen. Die Flächenausweisung über ein Bundesgesetz lässt den Bundesländern genügend Spielraum, den Ausbau im Abgleich mit Anwohnern sowie Natur- und Artenschutz zu organisieren. Daraus folgt auch, dass statt pauschaler Abstandsregeln Abstände auf Grundlage des Bundesimmissionsschutzgesetzes festgelegt und das Monitoring durch den Bund-Länder-Kooperationsausschuss entsprechend verbessert werden sollte“, so BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter.

Erneuerbare im Verkehrssektor voranbringen und in einen auf Flexibilitäten ausgerichteten Strommarkt einbetten

Für den Bereich Mobilität appelliert der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) an die Ampel-Koalitionsverhandlungen, die Möglichkeiten des Einsatzes Erneuerbarer Energien im Verkehrssektor inklusive Wechsel auf neue Antriebstechnologien und die entsprechende Infrastruktur zu stärken und gleichzeitig die Reduzierung des Einsatzes fossiler Kraftstoffe und ein modernes, attraktives Mobilitätsverhalten voranzutreiben. „Im Mobilitätssektor ist insbesondere die direkte Elektrifizierung von Fahrzeugen eine wichtige Voraussetzung für Effizienzerfolge. Der Strom für die Elektromobilität muss jedoch vollständig aus Erneuerbaren Energien kommen, um das Klima zu schützen und regionale Wertschöpfung zu stärken. Um den steigenden Bedarf für die Elektromobilität zu decken – der BEE erwartet hier bis 2030 einen Anstieg des Anteils von Strom aus Erneuerbaren Energien von 5 auf 49 TWh aufgrund der Zunahme der E-Autos auf rund 13 Millionen Fahrzeuge -, brauchen wir deutlich mehr Erneuerbare Energien. Zudem ist die klimafreundliche Umgestaltung des Bestandsverkehrs (Dekarbonisierung der Kraftstoffe) vorzunehmen und sind Lösungen für schwierig zu elektrifizierende Verkehrsmittel (Flug-, Schiffs- und Schwerlastverkehr) anzubieten. Deshalb ist auch die Nutzung von bio- und strombasierten Kraftstoffen als klimafreundlicher Ersatz für fossile Kraftstoffe unverzichtbar“, so BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter.

Weltklimakonferenz 2021: Effektiven Klimaschutz als Konjunkturmotor nutzen

Die 26. UN-Klimakonferenz (COP26) findet in diesem Jahr ab dem 31. Oktober in Glasgow statt. Vor dem Start der Konferenz fordert der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) einen konsequenten Plan zur Beschleunigung der Energiewende, um einerseits die Zielvorgabe der Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad zu ermöglichen und andererseits die pandemiebedingten Einbrüche in der globalen Wirtschaft durch saubere Technologien wiederzubeleben. „Jetzt ist der Zeitpunkt, um Maßnahmen zu ergreifen, die die globalen Emissionen bis 2030 halbieren. Nur so können wir überhaupt noch auf den Pfad des Pariser Klimaabkommens einschwenken. Dafür müssen neben internationalen Abkommen und solidarischer Finanzierung auch regulatorische Klimaschutzvorgaben auf nationalstaatlicher Ebene ambitioniert weiterentwickelt und die nationalen Klimaschutzpläne (NDCs) sofort aktualisiert und erhöht werden. Dies gilt insbesondere für den europäischen NDC, um eine frühere Treibhausgasneutralität als bisher geplant anzustreben und gleichzeitig die Energiewende als wirtschaftlichen Konjunkturmotor zu nutzen. Europa muss erster klimaneutraler Kontinent werden“, fordert BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter.

BEE warnt vor Einstufung von Kernkraft und fossiler Gasbrücke als nachhaltig: Jetzt Erneuerbaren Ausbau beschleunigen

Im Zuge der Ausgestaltung der EU-Taxonomie zeichnet sich ab, dass Erdgas und Kernkraft zukünftig als nachhaltig eingestuft werden könnten. Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) warnt vor einer solchen Einordnung und fordert einen alleinigen Fokus auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien „Atomkraft ist weder wirtschaftlich noch sicherheits- oder umweltpolitisch sinnvoll. Schon die Baukosten für Kernkaft können pro Megawatt Leistung nicht mit den immer preisgünstigeren Erneuerbaren Energien mithalten. So lagen die durchschnittlichen Day-Ahead-Börsenstrompreise nach Fraunhofer ISE beispielsweise in der letzten Woche in Deutschland bei 110 Euro je Megawattstunde, in Frankreich jedoch bei 172 €/MWh. Diese Differenzen werden sich perspektivisch noch verstärken, wenn Frankreich weiter auf Atomstrom setzt. Auch neue Gaskraftwerke als Übergangslösung erhöhen CO2- und Strompreise, belasten die Wettbewerbsfähigkeit und bedeuten mehr Gasimporte, wie die aktuelle Studie von Aurora Energy Research zeigt“, so Dr. Simone Peter, BEE-Präsidentin.

Starker Rückenwind für Erneuerbare 'made in Germany' – knapp 70 Großunternehmen fordern Umsetzungsoffensive

Zum Auftakt der Ampel-Sondierungsgespräche fordern 69 deutsche Großkonzerne in einem Schreiben, initiiert von der „Stiftung 2 Grad“, eine Umsetzungsoffensive für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in allen Sektoren, verbunden mit einem schnelleren Kohleausstieg deutlich vor 2038. „Die Unternehmen in Deutschland haben die Zeichen der Zeit erkannt: Der beschleunigte Ausbau der Erneuerbaren Energien ist zentral für die künftige Wirtschaftsleistung am Standort Deutschland und das Ziel der Klimaneutralität. Die Forderung nach einem Anteil von mindestens 70 Prozent Ökostrom am Strombedarf bis 2030 entspricht den Analysen der Erneuerbaren-Branche, die mindestens 77 Prozent für notwendig hält, um die im Klimaschutzgesetz verankerten Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Wir unterstützen die Unternehmen in ihrem Appell, hierfür die installierte Kapazität von Windkraft und Photovoltaik nahezu zu verdreifachen, aber auch alle anderen Technologien zu nutzen, um die Energiewende mit überwiegend heimischer Wertschöpfung zu stemmen“, kommentiert die Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE), Dr. Simone Peter.