English
  • Wasserkraftanlage Herrenhausen © Naturstrom

Wasserkraft

Wasser ist Leben – und Energie

Wasserkraft ist eine verlässliche, speicherbare und heimische Energiequelle, die auch dann Energie liefert, wenn nur wenig Wind- und Sonnenstrom verfügbar sind. Die aktuelle Corona-Krise zeigt deutlich, wie wichtig eine eigenständige und zuverlässige Energieversorgung für die deutsche Wirtschaft ist. Neben der Erzeugung heimischer, klima- und ressourcenschonender, sowie vor allem CO2-freier Energie, erbringt die traditionell verankerte Wasserkraft noch weitere Zusatzleistungen wie z.B. den Hochwasserschutz, die Abfallentsorgung, die Gewässerunterhaltung u.v.a.m.. Diese Zusatzleistungen stehen i.d.R. im öffentlichen Interesse und werden in der Region für die Region erbracht.

Bis zum Jahr 2030 könnte die Stromproduktion aus Wasserkraft bei entsprechenden Rahmenbedingungen auf 31 Terrawattstunden (TWh) gesteigert werden.

Wasserkraft verringert Netzausbaubedarf und trägt zur Netzstabilität bei

Die Rheinische Universität Wuppertal hat in einem vom Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke beauftragten Gutachten „Netztechnischer Beitrag der Kleinen Wasserkraft“ einige der energietechnischen Vorteile von kleinen Wasserkraftanlagen herausgearbeitet. So verringern die bestehenden Wasserkraftanlagen deutlich den Netzausbaubedarf auf der Verteilnetzebene und tragen zur Netzstabilität bei.

Deutschlandweit reduzieren sich die Netzkosten um gut eine Milliarde Euro. Ebenso stellen die dezentral verteilten kleinen Wasserkraftanlagen wertvolle Systemdienstleistungen für das Stromnetz zur Verfügung und dienen der lastnahen Stromerzeugung für den lokalen Verbrauch.

Wasserkraft und Gewässerschutz

Viele Wasserkraftbetreiber sind sich ihrer Verantwortung für den ökologischen Zustand ihres Fließgewässers bewusst und haben sich ihr gestellt. So haben Sie bereits in Fischauf- und abstiegsanlagen, Rechen mit kleineren Abständen, Aalrohre, Verbesserungen der Gewässermorphologie und andere Modernisierungsmaßnahmen investiert. 

Die Wasserkraftbetreiber in Deutschland sind sich ihrer Verantwortung für einen guten ökologischen Zustand der Gewässer bewusst und haben bereits beträchtliche Mittel in die ökologische Modernisierung ihrer Anlagen investiert. Die ökologisch modernisierten Kraftwerke leisten sowohl positive Beiträge für die Gewässerökologie als auch für den Klimaschutz. Sie sind flussauf- und -abwärts für Fische und andere Wasserorganismen durchgängig und produzieren CO2-freien Strom. Sie fördern den Rückhalt von Wasser und Böden in der Landschaft und stabilisieren den Grundwasserstand. Wasserkraftwerke sind vielerorts bereits seit Generationen in Betrieb und somit fester Bestandteil der heutigen zivilisationsgeprägten Landschaft. 

Die Betreiber von Wasserkraftanlagen, die ökologische Verbesserungen durchführen, erfüllen immer auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die im allgemeinen Interesse liegt. Leider sind die in den letzten Jahren die Anforderungen und damit die Kosten für ökologische Maßnahmen kontinuierlich gestiegen. Eine Anpassung der finanziellen Förderung durch das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) erfolgte dagegen nicht. Deshalb ist eine Anpassung in der aktuellen EEG-Novelle dringend notwendig, wie vom BEE und BDW (Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke e.V.) gefordert. 

Tatsächlich ist der Gewässerhaushalt in Deutschland durch die Veränderungen, die der Mensch in den letzten Jahrhunderten vorgenommen hat, nachhaltig geprägt. Wirklich natürliche Gewässer gibt es nur noch in Ausnahmefällen, meist nur in den Quellgebieten. Tatsächlich sind die Gewässer begradigt, die Ufer befestigt und bebaut, der Grundwasserstand mit Stauwehren konstant gehalten, Wasser wird in Schöpfwerken gepumpt und vieles mehr.  Die Gesellschaft muss mit dem Blick auf den Wasserhaushalt lernen umzudenken. Nicht das natürliche Gewässer kann das Ziel der Gewässerentwicklung sein. Sondern ein vielmehr möglichst naturnaher Zustand, dem man sich in der Abwägung mit den vielfältigen Nutzungsinteressen annähert. Kommt dabei in einigen Flussgebietsabschnitten ein weitgehend naturnahes Fließgewässer als Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen heraus, ist das allen Beteiligten sehr hoch anzurechnen. In den meisten Fällen müssen aber Kompromisse von allen Seiten eingegangen werden, um den Ansprüchen der Gewässerökologie wie auch den Nutzungsinteressen gerecht werden zu können.

Um zu praktikablen Lösungen für die Gewässerökologie und die Wasserkraft zu kommen, ist der Dialog aller Beteiligten sinnvoll und erforderlich. Ein gutes Beispiel für einen funktionierenden Diskurs auf einer höheren Ebene ist hier das Forum Fischschutz und Fischabstieg des Umweltbundesamtes. Auch der BDW als Mitglied des BEE, ist an einer konstruktiven Zusammenarbeit interessiert und sorgt für einen Interessensausgleich zwischen seinen Mitgliedern, Politik und Interessensverbänden. 

So hat die Trockenheit der letzten Jahre zu erheblichen Schäden zum Beispiel in der Landwirtschaft geführt. Es wird daher zunehmend notwendig, alles zu tun, damit das Regenwasser, wenn es regnet, nicht gleich in großen Mengen wieder abfließt. Aufstauungen der Gewässer, wie sie in allen Trockengebieten der Welt üblich sind, um das Wasser länger in der Landschaft zu halten, werden zunehmend auch in Deutschland erforderlich sein.

Das Schaffen von immer stärkerer Durchgängigkeit durch den Abbau vieler traditioneller Stauanlagen würde die Auswirkung von Trockenzeiten mit sinkendem Grundwasserspiegel und Wasserarmut in Zukunft noch erheblich verschärfen. Die Durchgängigkeit der Flüsse für den Erhalt der Arten muss mit Auf- und Abstiegshilfen, die das wirklich können, geschaffen werden und nicht mit dem Abriss der Wehre. Viele Beobachtungen von Wasserkraftbetreibern in diesen trockenen Jahren zeigen, dass sich gerade im Staubereich der Wehre ein Großteil der Fischfauna sammelt, weil Gewässerstrecken trocken werden. Auch nach den Wehren und im Auslauf der Turbinen halten sich durch den Sauerstoffeintrag viele Wasserorganismen der Flüsse auf.

Weitere Dossiers