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  • © Stiftung Offshore-Windenergie | Weserwind | Detlef Gehring | 2008

Windenergie

Wind bewegt

Seit Jahrhunderten bringt Wind die Menschen voran. Früher half er, Ozeane zu überqueren, Korn zu mahlen und Flächen zu entwässern. Heute spielt er eine Schlüsselrolle beim Umstieg auf eine nachhaltige umwelt- und klimaschonende Stromversorgung.
Windkraftanlagen liefern 9 Prozent des Bruttostromverbrauchs. Bis 2030 könnten es bereits 25 bis 30 Prozent sein. Es gibt gute Gründe, den Ausbau zügig fortzusetzen. Windenergieanlagen an Land produzieren schon heute günstigeren Strom als fossile Kraftwerksneubauten, haben eine hervorragende Ökobilanz und sind ein Exportschlager der deutschen Industrie. Die Branche bietet zudem 138.000 Menschen einen zukunftsfähigen Arbeitsplatz.

Windenergie ist von allen Erneuerbaren Energien die kostengünstigste. Im Jahr 2013 wurden 42,5 Prozent des erneuerbaren Stroms aus Windenergie erzeugt. Der Anteil der Windenergie an der gesetzlichen Förderung durch die EEG-Umlage lag jedoch nur bei 19 Prozent.

Windenergieanlagen an Land produzieren schon heute günstigeren Strom als fossile Kraftwerksneubauten. Bezieht man externe Kosten in die Betrachtung mit ein, ist Windenergie an Land die günstigste verfügbare Energiequelle.

Eine Windenergieanlage erzeugt während ihrer Laufzeit gut 40 bis 70 Mal so viel Energie, wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung benötigt wird. Rechnet man die Wiederverwertung der Materialien in die Ökobilanz mit ein, erzeugt eine Anlage sogar bis zu 90 Mal mehr Energie. Investitionen in die Installation von Windenergieanlagen rechnen sich dadurch schon nach drei bis sieben Monaten. Keine andere Anlage zur Stromerzeugung hat sich bereits nach so kurzer Zeit energetisch amortisiert.

Windenergie als Jobmotor

Windenergie ist ein Jobmotor für den Industriestandort Deutschland. Im Jahr 2013 waren rund  137.800 Menschen (119.000 Onshore, 18.800 Offshore) über alle Bundesländer verteilt direkt oder indirekt in der Windbranche beschäftigt – darunter Ingenieure, Techniker, Mechaniker, Planer und Logistiker.

Im weltweiten Vergleich nehmen deutsche Hersteller und Zulieferer eine Spitzenstellung beim Ausbau der Windenergie ein. Hersteller von Windenergieanlagen aus der ganzen Welt kaufen Systeme und Komponenten in Deutschland ein. Jahrelange Erfahrung im Betrieb sowie gezielte Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die Herstellungs- und Betriebskosten senken und die Lebensdauer verlängern, sind auf dem gesamten Globus gefragt. Rund zwei Drittel der deutschen Produktion gehen in den Export.

Onshore: Windenergie an Land

Die Windenergie an Land, auch Onshore-­Windenergie genannt, ist die treibende Kraft der Energiewende. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sie sich aus der Nische heraus zur heute führenden Erneuerbare-Energien-Technologie entwickelt. Mit einem Strommixanteil von über 8 Prozent macht sie schon heute fast die Hälfte des gesamten Erneuerbaren Stroms in Deutschland aus. In Deutschland produzierten im Jahr 2014 mehr als 24.800 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von gut 38.000 Megawatt sauberen Strom für Unternehmen und Haushalte.

Beim Repowering werden Windenergieanlagen der ersten Generationen durch moderne Turbinen ersetzt. So kann bei einer Halbierung der Anlagenzahl und gleichzeitiger Verdoppelung der Leistung eine Verdreifachung des Ertrags erreicht werden.

Offshore: Windenergie auf See

Zum 31.12.2017 sind in Nord- und Ostsee mehr als 1000 Anlagen mit einer Leistung von rund 5,4 GW am Netz. Für fünf Projekte mit einer Leistung von rund 1,5 GW liegt die finale Investitionsentscheidung vor. Bis 2020 ist gesetzlich ein Ausbau der Offshore-Windenergie bis zu einer Kapazität von 7,7 GW möglich. 

Die Reduzierung des Ausbaupfads der Windenergie auf See durch das EEG 2017 - insbesondere Anfang der 20er Jahre - bremst allerdings diese positive Entwicklung der Offshore-Windindustrie in Deutschland. Zusammen mit den Küstenländern und den Gewerkschaften wurde daher bereits im September 2017 mit dem Cuxhavener Appell ein Ausbau von mindestens 20 GW bis 2030 und 30 GW bis 2035 gefordert.

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