Bei diesem Vorhaben handelt es sich um eine Kooperation im Rahmen des Programms der Kammer- und Verbandspartnerschaften (KVP), in dem deutsche Wirtschaftsorganisationen eigenverantwortlich mit Organisationen weltweit kooperieren. Im Fokus steht ein Wissensdialog auf Augenhöhe, um lokale Akteur*innen als Interessenvertretungen und Kompetenzzentren für ihre Mitgliedsunternehmen weiterzuentwickeln. So kann die Transformation des Energiesystems eigenständig und wirksam mitgestaltet werden.
Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) koordiniert als deutsche Projektträgerin die Expertise des Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar), des Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) und des Fachverband Biogas e.V. (FvB). Auf südafrikanischer Seite stützt sich die Kooperation auf die drei Branchenverbände South African Wind Energy Association (SAWEA), South African Photovoltaic Industry Association (SAPVIA) und Southern African Biogas Industry Association (SABIA). Die Zusammenarbeit wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert und von der sequa gGmbH begleitet.
Die Energieversorgung Südafrikas ist nach wie vor stark von fossilen Energieträgern geprägt, wobei der Strom 2023/24 zu 82,8 Prozent aus Kohle erzeugt wurde und Erneuerbare Energien lediglich 8,3 Prozent beitrugen. Mit einem Kohlendioxidausstoß von 708 Gramm pro Kilowattstunde zählt Südafrika zu den zehn Ländern mit der höchsten CO2-Intensität weltweit.
Um diese Abhängigkeit zu überwinden, hat die südafrikanische Regierung ehrgeizige Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien gesetzt, die laut dem Integrated Resource Plan (IRP) bis 2030 überwiegend aus Windenergie und Photovoltaik stammen sollen. Der Fortschritt wird jedoch durch kritische Engpässe wie knappe Netzkapazitäten, eine zögerliche Marktliberalisierung sowie die Notwendigkeit beeinflusst, den soziotechnischen Wandel durch einen verstärkten gesellschaftlichen Dialog zu begleiten.
Das übergeordnete Ziel der Partnerschaft ist es, die südafrikanischen Partnerverbände in ihrer Rolle als zentrale Akteur*innen der Energiewende zu stärken. Durch die Professionalisierung ihrer Arbeit sollen sie die politischen Rahmenbedingungen aktiv mitgestalten, faktenbasierte Expertise in den Entscheidungsprozess einbringen und die öffentliche Akzeptanz für eine gerechte Transformation fördern. Gemeinsam verleihen die Partnerverbände der Branche eine starke, vereinte Stimme, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien und den Klimaschutz in Südafrika nachhaltig voranzutreiben.
Projektlaufzeit: 01. Juni 2025 bis 30. Juni 2027 (1. Phase)
Die Kammer- und Verbands-Partnerschaft (KVP) ist Teil der BMZ-Initiative „Partners in Transformation“. Das Hauptziel des Programms ist es, zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen und Wirtschaftsverbände in Schwellenländern zu unterstützen. Die KVP mobilisiert das Wissen und die Erfahrung der organisierten deutschen Wirtschaft und ermöglicht es deutschen Kammern und Verbänden, die Kapazitäten lokaler Partnerorganisationen zu stärken.
Find Information in English in the Factsheet, or our Partners Websites: SABIA, SAPVIA, SAWEA.