Logo des BEE e.V.

Webseitensuche

Filteroptionen:

Weite Kohlegrube mit Windrädern am Horizont
Pressemitteilung

Kohleausstiegsgesetz wenig ambitioniert, Potenzial Erneuerbarer Energien bleibt ungenutzt

30. Juni 2020

Berlin, 30.06.2020. „Die lang verschleppte Entscheidung beim Kohleausstieg war ein überfälliger Schritt, sie ist aber leider nicht ambitioniert genug“, kommentiert Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), die Einigung von Union und SPD auf ein Kohleausstiegsgesetz. Die COVID-19-Krise unterstreicht: das Zeitalter der Kohleverstromung ist vorbei. Die starre fossile Restlast ist fast vollständig abgeschaltet. Niemand kann ein Interesse daran haben, diese marktwirtschaftlich getriebene Entwicklung zu revidieren. Es braucht deshalb jetzt verstärkt dezentrale, flexible Kapazitäten, die die derzeit stark einspeisenden Erneuerbaren Sonne und Wind flankieren. Als grünes Back-up zur CO2-freien Energieerzeugung dienen Bioenergie und – vorübergehend – Erdgas-betriebene KWK-Anlagen und Gaskraftwerke, die zunehmend durch CO2-neutrale und CO2-freie Optionen ersetzt werden. Mit der Umrüstung von bestehenden zentralen Kohlekraftwerken auf Erdgas kommt die Politik alleine den Kraftwerksbetreibern entgegen. Die Rahmenbedingungen für die Kraft-Wärme-Kopplung sollten dringend auch für kleine und vor allem dezentrale Anlagen, zum Beispiel für den flexiblen Biomasseeinsatz, verbessert werden.

„Wichtig ist jetzt, die Zusagen für Investitionsprogramme im Bereich Erneuerbare Energien und für die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen zielgenau und mit wirksamen Maßnahmen zu unterlegen. Dazu gehören unter anderem angemessene Ausbaukorridore für alle Erneuerbaren Energien im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), welche realistischen Annahmen zum Bruttostrombedarf in den nächsten Jahren mit zunehmender Sektorenkopplung (Power-to-X, Wärmepumpen, E-Mobilität) entsprechen, sowie die Beseitigung von Genehmigungshemmnissen und die Bereitstellung von Flächen. Der Fokus der Politik darf nicht allein auf der Umrüstung von fossilen Großkraftwerken liegen. Sie muss bereits heute die Rahmenbedingungen schaffen, damit der stockende Zubau neuer Erneuerbare-Energien-Anlagen wieder an Fahrt aufnimmt, aber auch Möglichkeiten für bestehende Anlagen, die ab 2021 aus der Vergütung fallen, verbessern. Sonst wird die Koalition weder ihre selbstgesteckten Ziele für den Anteil Erneuerbarer am Strommix und den Klimaschutz für das Jahr 2030 erreichen, noch den Strukturwandel in dem vom Kohleausstieg betroffenen Gebieten erfolgreich meistern“, so Peter.

 

Als Dachverband vereint der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) Fachverbände und Landesorganisationen, Unternehmen und Vereine aller Sparten und Anwendungsbereiche der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Bei seiner inhaltlichen Arbeit deckt der BEE Themen rund um die Energieerzeugung, die Übertragung über Netz-Infrastrukturen, sowie den Energieverbrauch ab. Der BEE ist als zentrale Plattform aller Akteur:innen der gesamten modernen Energiewirtschaft die wesentliche Anlaufstelle für Politik, Medien und Gesellschaft.

Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität.

Verwandte Artikel

24.06.2022
Biogasanlage Wollbrandshausen vor dunkelblauem Himmel
Kohle und Fracking-Gas dürfen nicht der Weisheit letzter Schluss sein

Berlin, 24.06.2022. Verbändegemeinschaft unterstreicht den großen Beitrag von Biogas für die Versorgungssicherheit im kommenden Winter.

Mehr lesen
18.05.2022
Kohlegrube mit Windrädern am Horizont vor wolkenbehangenem Himmel
Neue Chancen in zukunftsfesten Jobs: Auftakt für Qualifizierungsverbund Lausitz in Lübbenau

Berlin, 18.05.2022. Der Qualifizierungsverbund in der Lausitz für die Erneuerbaren Energien (QLEE) öffnete heute mit einer Auftaktveranstaltung für…

Mehr lesen
25.02.2022
Windräder Solarkollektoren und Stromleiter vor einem Himmel bei Sonnenaufgang
Kohle oder Atom sind keine Alternativen zu russischem Erdgas – BEE warnt vor energiepolitischem Rückwärtsgang

Berlin, 25.02.2022. Die Sicherung der Energieversorgung gerät in den Fokus angesichts des russischen Großangriffs auf die Ukraine und der bestehenden…

Mehr lesen

Logo des BEE e.V.
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
EUREF-Campus 16
10829 Berlin
Telefon: +49 30 275 8170 0
Telefax: +49 30 275 8170 20
E-Mail: info(at)bee-ev.de

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.

Als Dachverband vereint der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) Fachverbände und Landesorganisationen, Unternehmen und Vereine aller Sparten und Anwendungsbereiche der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Bei seiner inhaltlichen Arbeit deckt der BEE Themen rund um die Energieerzeugung, die Übertragung über Netz-Infrastrukturen, sowie den Energieverbrauch ab.

Der BEE ist als zentrale Plattform aller Akteur:innen der gesamten modernen Energiewirtschaft die wesentliche Anlaufstelle für Politik, Medien und Gesellschaft. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität.

Cookies