Logo des BEE e.V.

Webseitensuche

Filteroptionen:

Windräder Solarkollektoren und Stromleiter vor einem Himmel bei Sonnenaufgang
Pressemitteilung

Erneuerbaren-Ausbau weltweit beschleunigen

4. Juni 2024

Nach der Internationalen Erneuerbaren Agentur (IRENA) kommt nun auch eine Analyse der Internationalen Energie Agentur (IEA) zu dem Ergebnis, dass das Ziel der weltweiten Verdreifachung der Erneuerbaren bis 2030 verfehlt werden könnte. Der BEE betont vor diesem Hintergrund erneut die Notwendigkeit von ambitionierteren Ausbauzielen und wirksamen Umsetzungsmaßnahmen in der EU. Europa kann zeigen, wie die Energiewende zu einem Schlüsselfaktor für Klimaschutz und zukunftsfähiges Wirtschaften wird.

Bei der vergangenen Weltklimakonferenz (COP 28) haben 194 Regierungen erstmals konkrete Maßnahmen beschlossen, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Im Kern steht die globale Verdreifachung der Stromerzeugungskapazität aus Erneuerbaren Energien bis 2030. Jetzt zeigen Zahlen der IEA: Dieses Ziel wird voraussichtlich um 30 Prozent verfehlt werden. Sollten alle Länder ihre Ambitionen umsetzen, würde die installierte Kapazität bis 2030 lediglich um das 2,2-Fache seit 2022 erhöht werden. Somit verbliebe eine Lücke von etwa 3000 Gigawatt bis 2030.

„Allein in Europa hat sich die Wind- und Solarkapazität von 2019 bis 2023 um 65 Prozent erhöht. Trotz dieses Booms gibt es noch deutlichen Spielraum nach oben”, so BEE-Präsidentin Simone Peter. „Das Tempo muss weiter zunehmen, gerade auch, weil die Verdreifachung bis 2030 nicht ausreicht, um die klimafreundliche Energieversorgung ohne Atomkraft zu organisieren. Auf diese muss aus Kosten- und Sicherheitsgründen aber perspektivisch auch verzichtet werden.” 

„Die Erneuerbaren punkten längst nicht mehr nur beim Thema Klimaschutz. Sie sind zu einem zentralen Faktor für Wirtschaft und Arbeitsplätze geworden."
Dr. Simone Peter, BEE-Präsidentin

Nachholbedarf sieht der BEE vor allem bei den Klimazielen der einzelnen Staaten. Bisher haben nur 14 Länder Ausbauziele für Erneuerbare in ihren nationalen Beiträgen (Nationally determined contributions, NDCs) formuliert. „Dabei sind gerade konkrete Ziele low-hanging-fruits, die es zügig zu ernten gilt. Denn allen voran Sonne und Wind liefern heute schon die günstigste Energie. Mit festen Zielmarken gelingt der Zubau am sichersten.”

Wie gewaltig das Potenzial ist, das der Umstieg auf Erneuerbare Energien entfalten kann, hat eine andere Studie der IEA bereits im April gezeigt: Rund 33 Prozent des BIP-Wachstums der Europäischen Union entfielen 2023 auf saubere Energietechnologien. Simone Peter: „Die Erneuerbaren punkten längst nicht mehr nur beim Thema Klimaschutz. Sie sind zu einem zentralen Faktor für Wirtschaft und Arbeitsplätze geworden. Allein seit 2000 hat sich die Zahl der Jobs im Erneuerbaren-Sektor EU-weit verdreifacht. Ein zukunftssicherer, klimafreundlicher Standort funktioniert nur mit Erneuerbaren Energien.”

Auch die Europäische Union muss ihre Ambitionen trotz der Fortschritte verstärken. „Das bisher Erreichte zu sichern und darauf aufzubauen wird Aufgabe des nächsten Parlaments und der nächsten Kommission. Die Weiterentwicklung des EU-Green Deals, die Vorlage eines ‘Fit-for-90plus’-Pakets sowie stärkere industriepolitische Anreize zur Absicherung und Stärkung der Erneuerbaren-Energien-Technologien in Europa sind Pflicht und keine Kür”, so Peter abschließend.

Portraitbild von Adrian Röhrig
Ansprechpartner*in

Adrian Röhrig
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
Pressesprecher


E-Mail an Adrian Röhrig schreiben
030 275817016


weitere Beiträge dieses Autors ansehen

Verwandte Artikel

15.05.2024
Plenarsaal des Europäischen Parlaments 2019
EU-Wahl: BEE formuliert Anforderungen an kommende Legislaturperiode

Vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni betont der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) die dringende Notwendigkeit, die…

Mehr lesen
19.03.2024
10 Jahre Berliner Energiewende-Konferenz „Berlin Energy Transition Dialogue“

Der BETD diskutiert die konkrete Umsetzung der COP28-Ziele und die dafür nötige Finanzierung erneuerbarer Energien

Mehr lesen
30.11.2023
Dunkler Qualm aus Fabrik zieht in Abendhimmel
COP28 in Dubai: Verdreifachung der erneuerbaren Kapazitäten bis 2030 unverzichtbar

Zum 28. Mal trifft sich die Weltgemeinschaft zur UN-Klimakonferenz. Nach den Beschlüssen in Paris geht es um die Umsetzung der 2015 beschlossenen…

Mehr lesen

Logo des BEE e.V.
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
EUREF-Campus 16
10829 Berlin
Telefon: +49 30 275 8170 0
Telefax: +49 30 275 8170 20
E-Mail: info(at)bee-ev.de

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.

Als Dachverband vereint der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) Fachverbände und Landesorganisationen, Unternehmen und Vereine aller Sparten und Anwendungsbereiche der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Bei seiner inhaltlichen Arbeit deckt der BEE Themen rund um die Energieerzeugung, die Übertragung über Netz-Infrastrukturen, sowie den Energieverbrauch ab.

Der BEE ist als zentrale Plattform aller Akteur:innen der gesamten modernen Energiewirtschaft die wesentliche Anlaufstelle für Politik, Medien und Gesellschaft. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität.

Cookies