Logo des BEE e.V.

Webseitensuche

Filteroptionen:

Weißes Kernkraftwerkssilo Unter Orangeem Himmel Bei Sonnenuntergang
Pressemitteilung

BEE fordert Offenlegung von Stromkontrakten der deutschen AKW – technische und wirtschaftliche Aspekte eines Streckbetriebs prüfen!

4. August 2022

Berlin, 04.08.2022: Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. stellt sich deutlich gegen den politisch debattierten Streckbetrieb der verbliebenen deutschen Atomkraftwerke (AKW). Ein solcher Streckbetrieb stelle den Atomausstieg in Frage. Er sei darüber hinaus energiepolitisch falsch und könne ggf. sogar schwerste finanzpolitische Verwerfungen auslösen.

„Der Leichtsinn, mit dem die Debatte von einigen politischen Akteuren derzeit geführt wird, ist nicht länger tragbar. Unter Ausblendung zentraler sicherheitstechnischer, aber auch wirtschaftlicher Fragen wird versucht, die aktuelle fossile Energiepreiskrise als Hebel für eine Revitalisierung der Atomenergie zu nutzen. Der Ausstieg ist gesetzlich definiert und muss am 31.12.2022 abgeschlossen werden. Ich erwarte, dass die Koalition an dieser Stelle steht“, so BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter.

„Angesichts der aktuellen Debatte müssen die Betreiber der deutschen AKW die von ihnen eingegangenen Langfristkontrakte zum Stromverkauf offenlegen. Wenn, wie bei derartigen Kraftwerken üblich, die bis Jahresende vorhersehbare Stromproduktion bereits langfristig verkauft ist, hätte die Mindererzeugung durch einen Streckbetrieb womöglich in den kommenden Monaten für die Volkswirtschaft fatale Folgen“, fürchtet Peter. Zum einen müssten die Unternehmen an Kurzfristmärkten (u.a. am Spotmarkt) Strommengen nachkaufen, um die eingegangenen Lieferverpflichtungen aus den Langfristkontrakten zu erfüllen. Dies ginge für die Betreiber der AKW mit hohen Kosten aufgrund der aktuellen Preissteigerungen einher und impliziere deutliche wirtschaftliche Verluste. Gleichzeitig würde die zusätzliche Nachfrage die Preise an diesen Kurzfristmärkten weiter massiv treiben und erhöhe damit die Stromkosten für alle anderen dort nachfragenden Kunden und somit die Volkswirtschaft.

„Angesichts von lediglich 4,5 Gigawatt AKW-Leistung, die sich im Streckbetrieb potenziell halbieren würde, ist ein Streckbetrieb auch energiepolitisch für den Winter nur bedingt relevant. Energiesparmaßnahmen und die in §30 Energiesicherungsgesetz angekündigten Maßnahmen zur Erhöhung der Produktion aus Erneuerbaren Energien wären hier deutlich wirksamer. Darum muss sich die Bundesregierung nun kümmern. Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die Forderungen nach einem Energiegipfel, der über die rein technische Prüfung einer Laufzeitverlängerung durch die Bundesregierung hinausgeht“, so Peter abschließend.

 

Als Dachverband vereint der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) Fachverbände und Landesorganisationen, Unternehmen und Vereine aller Sparten und Anwendungsbereiche der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Bei seiner inhaltlichen Arbeit deckt der BEE Themen rund um die Energieerzeugung, die Übertragung über Netz-Infrastrukturen, sowie den Energieverbrauch ab. Der BEE ist als zentrale Plattform aller Akteur:innen der gesamten modernen Energiewirtschaft die wesentliche Anlaufstelle für Politik, Medien und Gesellschaft.

Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität.

Portraitbild von Adrian Röhrig
Autor:innen

Adrian Röhrig
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
Referent für Presse


E-Mail an Adrian Röhrig schreiben
030 275817016

weitere Beiträge dieses Autors ansehen

Ansprechpartner:

Adrian Röhrig

Adrian Röhrig
Referent für Presse
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
EUREF-Campus 16
10829 Berlin
Telefon: +49 30 275 8170 16
E-Mail: adrian.roehrig@bee-ev.de

Verwandte Artikel

14.06.2022
EU Parlamentsgebäude mit blauem Himmel und den Flaggen der europäischen Mitgliedsstaaten
EU-Ausschüsse zeigen klare Kante für Erneuerbare – Der BEE begrüßt den Beschluss zur EU-Taxonomie

Berlin, 14.06.2022. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) begrüßt die Entscheidung der Ausschüsse für Wirtschaft und für Umwelt des…

Mehr lesen
04.04.2022
Atomkraftwerk, rauchende Schornsteine
Französische Energiepreise illustrieren nuklearen Irrweg

Berlin, 04.04.2022. Am heutigen Montag kommt es zu extremen Energiepreisunterschieden am Spotmarkt, an dem kurzfristig verfügbare Energiemengen…

Mehr lesen
02.02.2022
Atomkraftwerk, rauchende Schornsteine
Atomkraft und Erdgas sind nicht nachhaltige und damit verzichtbare Brücken ins Solarzeitalter

Berlin, 02.02.2022. Die EU-Kommission hat Investitionen in Gas- und Atomkraftwerke unter bestimmten Auflagen - trotz massiver Kritik von Wissenschaft,…

Mehr lesen

Logo des BEE e.V.
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
EUREF-Campus 16
10829 Berlin
Telefon: +49 30 275 8170 0
Telefax: +49 30 275 8170 20
E-Mail: info(at)bee-ev.de

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.

Als Dachverband vereint der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) Fachverbände und Landesorganisationen, Unternehmen und Vereine aller Sparten und Anwendungsbereiche der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Bei seiner inhaltlichen Arbeit deckt der BEE Themen rund um die Energieerzeugung, die Übertragung über Netz-Infrastrukturen, sowie den Energieverbrauch ab.

Der BEE ist als zentrale Plattform aller Akteur:innen der gesamten modernen Energiewirtschaft die wesentliche Anlaufstelle für Politik, Medien und Gesellschaft. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität.

Cookies