Logo des BEE e.V.

Webseitensuche

Filteroptionen:

Windräder stehen an einer Straße auf einem hohen Gebirge
Pressemitteilung

BEE übt inhaltliche Kritik an Gesetzentwurf zum Emissionshandelssystem

21. Oktober 2019

Berlin, 21.10.2019. Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) hat im Rahmen seiner Stellung zum Entwurf eines Gesetzes über ein nationales Emissionshandelssystem für Brennstoffemissionen (BEHG) scharfe Kritik an der Art und Weise der Beteiligung der Verbände geübt. "Für die Länder- und Verbändeanhörung zum Gesetzentwurf war lediglich eine Frist von weniger als zwei Tagen vorgesehen, die noch dazu am Samstag begann. Dies entspricht in keiner Weise den zeitlichen Maßgaben, die für die Beteiligung innerhalb der Bundesregierung sowie von Ländern, kommunalen Spitzenverbänden, Fachkreisen und Verbänden in der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien vorgesehen sind. Die Vorgehensweise entspricht bei diesem Vorhaben nicht den Prinzipien guter Rechtsetzung. Eine Detailbewertung der Auswirkungen des Gesetzentwurfs ist so nicht in angemessener Weise möglich. Wir fordern die Bundesregierung auf, wieder zu geordneten Gesetzgebungsprozessen zurückzukehren", so Wolfram Axthelm, Geschaftsführer im BEE.

Inhaltlich sieht der BEE den Entwurf als unzureichend und darüber hinaus in Teilen verfassungsrechtlich als bedenklich an. Im Einzelnen kritisiert der BEE, dass

  • die verfassungsrechtlichen Bedenken bei der Einführung einer CO2-Bepreisung nicht vollumfänglich ausgeräumt werden;
  • die Behauptung, dass es zum nationalen Emissionshandelssystem keine Alternative gäbe, nicht korrekt ist, weil die Anpassung der Energiesteuern auch über eine verfassungsrechtlich unbedenkliche CO2-Bepreisung im Wärmesektor umgesetzt werden könnte und für den Verkehrssektor eine Verbesserung der bestehenden Treibhausgasminderungsquote möglich ist;
  • die Einführung einer CO2-Bepreisung in den Sektoren Wärme und Verkehr zwar zu begrüßen sei, im vorgeschlagenen Rahmen aber keine wesentliche Lenkungswirkung entfalten werde;
  • der „Non-ETS-Teil des Stromsektors“ durch die vorgeschlagenen Maßnahmen im Klimaschutzprogramm 2030 nicht adressiert wird;
  • im Gesetzentwurf eine eindeutige Klarstellung, dass die Emissionen von festen, flüssigen und gasförmigen biogenen Brenn-, Kraft- oder Heizstoffen vom nationalen Emissionshandel ausgenommen sind, fehlt;
  • eine eindeutige Klarstellung fehlt, wie das geplante nationale Emissionshandelssystem im Verkehrssektor mit der dort bereits eingeführten und bewährten Treibhausgasminderungsquote zusammenwirken soll.

"Wir hoffen, dass die Bundesregierung trotz des enormen Zeitdrucks nun ihrerseits unsere Stellungnahme zur Kenntnis nimmt und bewertet. Bisher wird der Gesetzentwurf den Ankündigungen für eine erfolgreiche Erreichung der Klimaschutzziele nicht gerecht", so Axthelm.

Download: BEE-Stellungnahme zum Gesetzesentwurf über ein nationales Emissionshandelssystem für Brennstoffemissionen

 

Als Dachverband vereint der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) Fachverbände und Landesorganisationen, Unternehmen und Vereine aller Sparten und Anwendungsbereiche der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Bei seiner inhaltlichen Arbeit deckt der BEE Themen rund um die Energieerzeugung, die Übertragung über Netz-Infrastrukturen, sowie den Energieverbrauch ab. Der BEE ist als zentrale Plattform aller Akteur:innen der gesamten modernen Energiewirtschaft die wesentliche Anlaufstelle für Politik, Medien und Gesellschaft.

Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität.

Verwandte Artikel

15.08.2021
Blaue Wasserstoffmoleküle grafisch dargestellt vor weißem Hintergrund
Anstieg der Treibhausgasemissionen erfordert zügige Maßnahmen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien

Berlin, 15.08.2021. Der Ausstoß an Treibhausgasen in Deutschland wird nach Berechnungen von Agora Energiewende in diesem Jahr um rund 47 Millionen…

Mehr lesen
06.05.2021
Solarkollektoren auf einem roten Dach mit Sonne und Windrädern im Hintergrund
BEE begrüßt Entwurf für neues Klimaschutzgesetz und neue Sektorenziele – Erneuerbaren-Ausbau jetzt ambitioniert angehen

Berlin, 06.05.2021. Der von Bundesfinanzminister Scholz und Bundesumweltministerin Schulze vorgestellte Entwurf des neuen Klimaschutzgesetzes sieht…

Mehr lesen
09.12.2020
Fernaufnahme des Eiffelturms vor einem halb hellblauem halb dunkelblauem Himmel. Am Fuß des Eiffelturms beleuchtete Straßen
5 Jahre nach Paris – der Klimaschutzzug muss endlich an Fahrt gewinnen

Berlin, 09.12.2020. Morgen jährt sich die Unterzeichnung des historischen Klimaschutzabkommens von Paris, das die Begrenzung der menschengemachten…

Mehr lesen

Logo des BEE e.V.
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
EUREF-Campus 16
10829 Berlin
Telefon: +49 30 275 8170 0
Telefax: +49 30 275 8170 20
E-Mail: info(at)bee-ev.de

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.

Als Dachverband vereint der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) Fachverbände und Landesorganisationen, Unternehmen und Vereine aller Sparten und Anwendungsbereiche der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Bei seiner inhaltlichen Arbeit deckt der BEE Themen rund um die Energieerzeugung, die Übertragung über Netz-Infrastrukturen, sowie den Energieverbrauch ab.

Der BEE ist als zentrale Plattform aller Akteur:innen der gesamten modernen Energiewirtschaft die wesentliche Anlaufstelle für Politik, Medien und Gesellschaft. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität.

Cookies