Morgen berät der EU-Energieministerrat über den energiepolitischen Rahmen der EU für die Zeit nach 2030. Der Bundesverband Erneuerbare…
28. Oktober 2026
“Dekarbonisierung ist für den Klimaschutz ein wichtiges Ziel. Dazu zählt, wie wir unsere Energieversorgung langfristig nachhaltig, sicher und vor allem bezahlbar gestalten. Erneuerbare Energien verringern die Abhängigkeiten von teurem importierten fossilen Gas oder Uran, stärken die heimische Wertschöpfung und bilden die Grundlage für ein zukunftsfähiges Energiesystem“, kommentiert BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser.
Ein aktuelles Non-Paper des BMWE zur europäischen Energiepolitik nach 2030 schlägt vor, dass Mitgliedstaaten, die in größerem Umfang CO₂-arme Technologien wie Kernenergie oder Abscheidung bzw. Speicherung von CO₂ (CCS) nutzen, diese mit ihren nationalen Beiträgen zum Ausbau erneuerbarer Energien verrechnen können sollen. Damit könnten Mitgliedstaaten z. B. Kernkraftwerke oder fossile Kraftwerke mit CCS als Ersatz für den tatsächlichen Ausbau erneuerbarer Energien geltend machen.
“Es darf beim Erneuerbaren-Ziel keinen Etikettenschwindel geben. Die EU braucht ein klares und ambitioniertes Erneuerbaren-Ziel bis 2040. Zur Sicherung von industrieller Wertschöpfung und Unabhängigkeit des Standortes sind konsequente Investitionen in den Ausbau heimischer und günstiger Erneuerbarer notwendig”, so Heinen-Esser weiter.
Der BEE befürchtet, dass durch die Vorschläge des BMWE verbindliche Ausbauziele für erneuerbare Energien faktisch ausgehebelt würden. Der Verband fordert die Bundesregierung auf, sich stattdessen auf europäischer Ebene für klare, verbindliche und ambitionierte Ausbauziele für Erneuerbare Energien einzusetzen und damit die bewährte Zielarchitektur beizubehalten. Deshalb hat der BEE die europaweite Initiative “Keep the Target” mitgezeichnet, die fordert, ein verbindliches EU-weites Ziel für erneuerbare Energien für 2040 beizubehalten.
Heinen-Esser: “Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie hat wichtige Impulse für den Erfolg der Energiewende in Europa gesetzt und so eine sichere Energieversorgung gewährleistet. Die EU sollte diesen Weg konsequent weitergehen und verbindliche Ausbauziele für Erneuerbare Energien auch für 2040 beschließen, anstatt diese durch die Anrechnung nicht-erneuerbarer Energieträger zu unterlaufen.”