Wie gelingt die Energiewende vor Ort? Der Energiewenderechner – ein gemeinsames Projekt des BEE und des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE, entwickelt mit über 300 Akteuren aus Energiewirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und regionaler Praxis – macht den aktuellen Stand der Energiewende regional sichtbar und ermöglicht es, zukünftige Entwicklungen auf einer einheitlichen, wissenschaftlich fundierten Datengrundlage zu simulieren.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Erzeugung, Verbrauch und Flexibilitäten regional besser aufeinander abgestimmt werden können – damit Erneuerbare Energien dort entstehen, wo der Strom auch genutzt werden kann, und unnötige Stromtransporte, Netzengpässe sowie zusätzlicher Netzausbau vermieden werden.
Auf Landkreisebene bildet der Rechner detaillierte Szenarien bis 2045 ab, berücksichtigt acht Wetterjahre und deckt den gesamten Stromsektor sowie zentrale Verbrauchs- und Flexibilitätstechnologien ab. So dient er nicht nur als Planungs- und Simulationswerkzeug, sondern auch als gemeinsame Gesprächsgrundlage für Kommunen, Länder, Netzbetreiber und weitere Akteure der Energiewende.
In den folgenden Tutorial-Videos stellt Dr. Matthias Stark, Abteilungsleiter Erneuerbare Energiesysteme des BEE, den Energiewenderechner und seine Anwendungsmöglichkeiten vor.
Die vollständige Liste mit allen 15 Tutorial-Videos finden Sie in dieser YouTube-Playlist.
Er basiert auf einem flächendeckenden regionalen (Landkreis) Ansatz und ermöglicht nicht nur den aktuellen Stand der Energiewende zu sehen sondern gleichzeitig auch über Stützjahre die Planungsebene für die Zukunft bis 2045 zu simulieren.
Die Nutzer können die Inputparameter (Erzeugung, Verbrauch, Flexibilität, Sektorenkopplung, usw.) dabei selber anpassen und somit eigene Szenarien entwickeln.
Dadurch ist der Energiewenderechner die erste Plattform, die für die gesamte Energiewende eine Datengrundlage, eine Simulationsebene und eine Kommunikationsebene in einem darstellt.
Der Simulationsmodus basiert auf acht Wetterjahren und somit einer breiten Datengrundlage. Ebenso werden nicht nur die einzelnen Landkreise simuliert, sondern der Energiewenderechner ermöglicht die Kombination mehrerer Landkreise bis hin zu Bundesländern und der gesamten Deutschlandebene.
Das Ganze ist dabei ein realer Onlinerechner. Die Simulationen können also direkt eingegeben werden und der Nutzer kann die Ergebnisse zeitnah sehen. Dadurch ist ein Lerneffekt möglich (Trial & Error), der die Energiewende einfacher verständlich macht.
Der Energiewenderechner basiert auf einem Wettermodell von 8 Wetterjahren auf stündlicher Ebene. Er umfasst ein 6x6 km Raster mit über 10.000 Rasterpunkten für Deutschland um jeden Windpark, jede PV-Anlage, jede Wasserkraftanlage, usw. optimal abzubilden.
Er beinhaltet zudem auch das komplette Marktstammdatenregister
Die Marktstammdaten werden regelmäßig geupdatet. Zudem werden neue Daten aus den Landkreisen automatisch so schnell wie möglich an alle Nutzer*innen eingespielt, um für alle den gleichen Informationsstand zu gewährleisten. Das schafft eine hohe Transparenz in den Annahmen und in der Planung und ermöglicht ein Ineinandergreifen von „kommunalen Zähnrädern“ in der Maschine der Energiewende.
Er bildet in der ersten Stufe alle Stromerzeuger und Stromverbraucher ab. Das beinhaltet auch die Sektorenkopplung.
In der zweiten Stufe ab 2027 wird er zudem die vollständige Wärmeplanung beinhalten.
Absichtlich nicht, aus 3 Gründen:
Dennoch ist der Energiewenderechner indirekt mit dem Stromnetz verbunden. So werden die Stromnetze, sofern bekannt, dem Nutzer als Layer angezeigt. Zudem wird die Ausbauplanung (Erneuerbare Energien, Verbrauch, Flexibilitäten) von den Netzbetreibern genutzt um deren digitalen Netzzwilling zu füttern und somit die Netzsimulation zu integrieren.
Wenn Sie Interesse am vollen Zugang zum Energiewenderechner haben, freuen wir uns über eine Nachricht an energiewenderechner[at]bee-ev.de. Wir setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung.
Über 305 Akteure aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung haben den Energiewenderechner unterstützt. Dazu zählen 105 Betreiber, 87 Projektierer, 47 Verbände, 15 Netzbetreiber und Stadtwerke, 15 Landesenergieagenturen und -ministerien, 11 Hersteller, 16 wissenschaftliche Institute und Stiftungen, 9 Finanzierer und Dienstleister.
Das Bündnis und die Zusammenarbeit im Projekt des Energiewenderechners ist einmalig und zeigt die Wichtigkeit dieses Projekts für die Energiewende.