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Positionspapier

BEE-Positionspapier zur Weiterentwicklung der Standards für die Digitalisierung der Energiewende

9. August 2021

Einleitung

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) und des darin enthaltenen Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) wurde eine grundlegend neue Kommunikation für Erneuerbare Energien (EE)- und Prosumer-Anlagen im Netz der öffentlichen Stromversorgung eingeführt. Die dort formulierte sternförmige Kommunikation besagt, dass die Kommunikation zwischen den Marktteilnehmern und den EE- und Prosumer-Anlagen ausschließlich über ein intelligentes Messsystem (iMSys) bestehend aus einer modernen Messeinrichtung (mME) und einem Smart Meter Gateway (SMGW) erfolgen darf. Die sichere Kommunikation wird durch ein Sicherheitsmodul im SMGW gewährleistet. Dies soll zum Schutz der Daten des Prosumers dienen und seine Anlagen vor netzgefährdenden Cyberangriffen schützen.

Der BEE hat sich intensiv an den Diskussionsprozessen um die Ausgestaltung der Digitalisierung der Energiewende beteiligt und wichtige Aspekte eingebracht. Zum aktuellen Stand des Prozesses zunächst einige zentrale Punkte, auf die in diesem Papier im Anschluss näher eingegangen wird: 

  • Der BEE weist grundsätzlich darauf hin, dass im internationalen Markt unterschiedliche sichere Lösungen zur Fernsteuerung von Anlagen praktiziert werden, die deutlich kostengünstiger dargestellt werden können als eine Steuerung über das SMGW als Teil des iMSys. In diesem Sinne ist der Einsatz des SMGW nicht alternativlos.
  • Für kleine PV-Anlagen stellt der verpflichtende Einbau des SMGW eine Gefährdung ihrer Wirtschaftlichkeit dar und ist somit unverhältnismäßig. Gleichzeitig existieren in der Praxis bereits erprobte und allgemein akzeptierte Lösungen, die das iMSys nicht benötigen. Der BEE fordert deshalb, dass sich die Pflicht zur Nutzung des SMGW auf Neuanlagen nach Markterklärung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschränkt. 
  • Ein zentraler Aspekt ist, dass bei Einsatz des SMGW die Kundenanlage immer als Gesamtsystem mit ihrer Wirkung auf den Netzanschlusspunkt gesteuert werden sollte. Nur durch eine solche Regelung kann sichergestellt werden, dass die dezentral und erneuerbar erzeugte Energie hinter dem Netzanschlusspunkt optimal genutzt und das Stromversorgungsnetz entlastet wird.
  • Der BEE begrüßt, dass mit dem neu geschaffenen und klar definierten Verantwortungsübergang in die Kundenanlage eine Steuerung aller Anlagen ermöglicht werden soll und somit der vom BEE / BSW gemachte Vorschlag eines „Dig. NA - Digitaler Netzanschluss zur BSI-konformen Breitbandunterstützung des iMSys“ Berücksichtigung gefunden hat.
  • Mit der Einführung des Verantwortungsübergangs in die Kundenanlage erscheint die aktuell vorgestellte Systemarchitektur für die erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung der Energiewende geeignet. Der BEE empfiehlt dringend, die vorgestellte Systemarchitektur zunächst zu realisieren und dann in einer Evaluierungsphase zu prüfen, ob und welcher Weiterentwicklungsbedarf besteht.
  • Die Unterstützung durch Anlagenbetreiber und Installateure ist für die erfolgreiche Umsetzung der Digitalisierung der Energiewende unabdingbar. Aus diesem Grund müssen die Kosten für die neuen Systemeinheiten so gering wie möglich und die Handhabung dieser Systemeinheiten so einfach wie möglich gehalten werden.
  • Die Akzeptanz des Prozesses durch alle vom SMGW-Rollout betroffenen Stakeholder setzt außerdem voraus, dass das SMGW nicht zum Nadelöhr für digitale Innovationen im Rahmen der Energiewende wird und jederzeit leistungsfähige, wirtschaftliche Breitbandkanäle genutzt werden können.
  • Um Anlagenbetreiber vor unverhältnismäßig hohen Risiken zu schützen, gilt es im Zuge des verpflichtenden Einbaus des SMGW außerdem klar festzulegen, dass der jeweilige Betreiber des Gateways bei Schadensfällen für die entstehenden Kosten zur Verantwortung gezogen wird.

Ansprechpartner:

Adrian Röhrig

Adrian Röhrig
Referent für Presse
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
EUREF-Campus 16
10829 Berlin
Telefon: +49 30 275 8170 16
E-Mail: adrian.roehrig@bee-ev.de

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E-Mail: info(at)bee-ev.de

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