Die energetische Nutzung von Holz ist in den vergangenen Jahren in den Fokus einer kontroversen Debatte gerückt. Diese Kritik argumentiert…
3. März 2026
Die energetische Nutzung von Holz ist in den vergangenen Jahren in den Fokus einer kontroversen Debatte gerückt. Diese Kritik argumentiert vor allem mit der zeitlichen Verzögerung bei der Wiederaufnahme von CO2 durch nachwachsende Bäume („carbon debt“) und negativen Auswirkungen auf die Biodiversität der Wälder. Dieses Positionspapier zielt darauf ab, den aktuellen Stand zur Waldnutzungsdebatte umfassend darzulegen. Es verdeutlicht, dass die energetische Verwertung von Holz bei einer nachhaltigen Waldnutzung keine Gefahr ist, sondern einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Pflege unserer Wälder und einen notwendigen Beitrag zur Wärmewende leistet. Jüngste Studien belegen den positiven Beitrag von Holzenergie für den Klimaschutz. Die hier präsentierten Fakten stützen sich auf umfangreiche forstwissenschaftliche Studien und Forschungsergebnisse, die auf jahrzehntelangen Walduntersuchungen und den Bundeswaldinventuren (BWI) basieren. Diese zeigen klar: Waldökologie, stoffliche Holznutzung, sowie energetische Verwertung von Holz sind kein Widerspruch. Vielmehr sind sowohl stoffliche als auch energetische Verwertung von Holz aus ökonomischer Sicht eine Voraussetzung dafür, die notwendigen Einnahmen zu generieren, um die Wälder aktiv zu pflegen, sie vital zu halten und ihre Klimaanpassungsfähigkeit durch aktiven Waldumbau zu stärken. Gleichzeitig muss verhindert werden, dass umfangreiche bürokratische Vorgaben die notwendige energetische Holznutzung erschweren. Insbesondere detaillierte Regelungen zur Kaskadennutzung – also der verpflichtenden Priorisierung stofflicher vor energetischer Verwendung – wirken in der Praxis kontraproduktiv und behindern die effiziente Verwertung und optimale Nutzung aller Holzsortimente, und zwar an allen Orten und zu allen Zeiten. Eine optimale und ökonomisch sinnvolle Steuerung des Holzflusses kann nicht durch ordnungsrechtliche Regelungen erfolgen, sondern nur durch den Wettbewerb im bewährten Holzmarkt erreicht werden. Abschließend gibt dieses Positionspapier einen Überblick über die aktuelle gesetzliche und regulatorische Lage zur energetischen Nutzung von Holz.
Extensiv genutzte und nicht bewirtschaftete Wälder, die Alt- und Totholz beinhalten, weisen über längere Zeiträume hinweg eine geringere Klimaschutzleistung als nachhaltig bewirtschaftete Wälder auf.1 Um die Wälder weniger anfällig gegenüber dem Klimawandel und Kalamitäten (z. B. Stürme, Dürren, Brände und Schadorganismen wie dem Borkenkäfer) zu machen, ist ein aktiver Waldumbau hin zu klimaresistenteren Beständen unerlässlich. Durch den Umbau hin zu ungleichaltrigen Mischbeständen, welche aus mehreren standort- und klimaangepassten Baumarten bestehen, können Ausfälle durch Extremereignisse vermindert und Waldökosysteme stabilisiert werden. Darüber hinaus wirken verjüngte Bestände wie eine „CO2-Pumpe“, da Waldbäume in der Altersklasse zwischen 20 und 40 Jahren ihren höchsten Zuwachs aufweisen und somit auf die Fläche bezogen deutlich mehr atmosphärisches CO2 in ihrem Holz binden als Altbestände.2 Dies wird durch gezieltes Waldmanagement erreicht, das die Bestandsdichte und -mischung steuert, um optimale Wuchsbedingungen zu schaffen und die Anfälligkeit für Kalamitäten zu verringern.3
Führende Forstwissenschaftler und Waldexperten bestätigen, dass Holzenergie aus nachhaltiger Waldwirtschaft keineswegs klimaschädlich ist, sondern einen positiven Beitrag zu mehr Klimastabilität von Wäldern leistet.4 Die These der „Kohlenstoffschuld“, wonach das bei der energetischen Nutzung von Holz freigesetzte CO2 erst wieder gebunden ist, wenn ein einzelner Baum in ca. 80 Jahren nachgewachsen ist, erweist sich bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung aus forstwissenschaftlicher Sicht als nicht haltbar. Im Gegenteil: Das freiwerdende CO2 wird im selben Zeitraum nahezu zeitgleich wieder im Wald gebunden: Es darf nicht nur ein einzelner Baum betrachtet werden, sondern der Wald als Ganzes. Bei einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder, für die die deutsche Forstwirtschaft weltweit bekannt ist und welches im Bundeswaldgesetz für die Waldbesitzer verpflichtend festgeschrieben ist, wird über einen langen Zeitraum immer nur so viel Holz entnommen, wie in diesen Zeitraum nachwächst. Nur ein Teil davon wird energetisch genutzt. Das ist der Teil des Holzes, das aus Qualitätsgründen niedrige Preise aufweist und nicht sinnvoll stofflich genutzt werden kann, oder für das die Nachfrage stofflicher Verwerter wie beim Sägerestholz nicht ausreicht. Wer welche Holzsegmente nutzen kann, darüber entscheidet im Wettbewerb der Preis. Für eine stoffliche Nutzung kann fast immer mehr gezahlt werden als für eine energetische Nutzung.
Die Daten der vergangenen Bundeswaldinventuren zeigen, dass die Holzvorräte in deutschen Waldbeständen bei gleichzeitig aktiver Nutzung seit Jahrzehnten ansteigen und sich auch im weltweiten Vergleich auf hohem Niveau befinden. In den letzten zehn Jahren kam es als Folge jahrelanger Trockenjahre zu hohen Schadholzentnahmen und einem Anstieg im Totholz zu einem erheblich höheren Abgang. Darauf mit einem Nutzungsverzicht zu reagieren, hätte gerade jetzt angesichts der Bedrohungen durch den Klimawandel negative Auswirkungen auf die Stabilität und die Kohlenstoffbilanz der Wälder in Deutschland. Die vielen verbleibenden Alterslassenwälder müssen dringend aktiv zu Mischwäldern umgebaut werden. Und dieser Waldumbau beginnt mit intensiven Durchforstungen, also mit Holzeinschlägen. Lässt man das Holz im Wald, wird bei der zeitnahen Verrottung das gleiche Maß an CO2 in die Atmosphäre zurückgeführt wie bei der energetischen Nutzung. Aber die Verrottung hat keinen positiven Klimaeffekt, da dabei keine fossilen Brennstoffe wie Öl und Erdgas durch Holz ersetzt werden. Holzenergie hat im Jahr 2024 durch den Ersatz von fossilen Energieträgern die Emission von 33 Mio. t CO2 vermieden.5
Die Nutzung von Holz als Energieträger ist aber auch als Arbeitgeberin im ländlichen Raum relevant. Laut AGEE-Stat (ebenfalls UBA) kamen im Jahr 2024 etwa 14 Mrd. Euro an wirtschaftlichen Impulsen aus der Holzenergiebranche.
Der Überfall Russlands auf die Ukraine und die nachfolgende Energiepreiskrise 2022/2023 haben gezeigt, dass die Unabhängigkeit von Importen fossiler Energieträger aus Drittstaaten auch eine Frage der nationalen Sicherheit ist. Holzenergie ist ein regionaler, erneuerbarer Energieträger. Holzenergieanlagen stellen vor allem Wärme, aber auch und Strom aus regionalen Rohstoffen bereit und bieten so Versorgungssicherheit. Zudem lässt sich Holz als speicherbarer Rohstoff über lange Zeiträume bevorraten und bei Bedarf in Heizungsanlagen oder KWK-Anlagen nutzen. Das stabilisiert Strom- und Wärmenetze bei geringer Einspeisung fluktuierender Erneuerbarer Energien und an kalten Wintertagen.
Die Nutzung und Pflege von Wäldern zur langfristigen Stabilisierung der Bestände fördert die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegen Klimaextreme. So sind Wälder besser gegen die zunehmenden Gefahren durch Dürre, Sturm, Brände und Insektenbefall (Kalamitäten) gewappnet.6
Maßnahmen des Waldmanagements und Durchforstungen sind dabei von besonderer Bedeutung, da mehr Platz zwischen den Einzelbäumen diese langfristig stabiler macht, insbesondere gegen Nassschnee und Sturm. Untersuchungen zeigen außerdem, dass wiederholte Durchforstungen auch die Trockenstress-Toleranz der verbliebenen Bäume erhöhen.7 In Trockenjahren und in der Erholungsphase danach wachsen durchforstete Buchenbestände besser und erholen sich schneller als undurchforstete Bestände.8 Fernerkundungsdaten bestätigen, dass aktiv bewirtschaftete Wälder oft eine höhere Widerstandsfähigkeit nach Störungen (z. B. Sturmschäden) aufweisen und sich aufgrund gezielter Aufforstungsmaßnahmen schneller regenerieren.9 Auch die Auswertungen der Bundeswaldinventur 2022 (BWI 4) zeigen, dass ein hoher Holzvorrat insbesondere in fichtenreichen Wäldern zu einem erheblich gesteigerten Risiko für Kalamitäten führt.10 Fichten sind in Reinbeständen spätestens angesichts des Klimawandels keine geeignete Baumart mehr, schon gar nicht in tieferen Lagen. Da die Fichte gemeinsam mit der Kiefer die am häufigsten vertretene Baumart im deutschen Wald ist, ist dies von besonderer Bedeutung. Mit zunehmender Vorratshöhe steigt die Anfälligkeit für abiotische und biotische Schäden – vor allem für Sturmwurf und Dürren und die darauffolgende Massenvermehrung von Borkenkäfern – und damit das Risiko eines hohen Wertverlustes für die Waldbesitzer und die Holzwirtschaft. Es muss daher unbedingt möglich bleiben, dieses Kalamitätsholz zumindest noch energetisch zu nutzen. Ansonsten brechen die Einnahmen der Forstwirtschaft in diesen Jahren noch mehr ein.
Eine fehlende Waldpflege und Waldnutzung kann insbesondere in Kiefernwäldern zu einer erhöhten Brandgefahr führen. Laubwälder brennen deutlich seltener.11 Durch die Ansammlung von Totholz und dichtem Unterholz in ungenutzten Wäldern kann diese aber auch andere als Kiefernwälder betreffen. Deswegen ist der Waldumbau zu gemischten Beständen und Eingriffe notwendig, um die Widerstandsfähigkeit von Wäldern gegenüber Bränden zu steigern. Dazu gehören das Auslichten von Beständen, das Entfernen von dichtem Unterholz sowie die Umsetzung von Konzepten zum Totholzmanagement. Zusätzlich kann bei der Neu- oder Umgestaltung von Wäldern die Resilienz gesteigert werden, indem feuerbeständigere Baumarten ausgewählt und Schutzstreifen oder Brandriegel angelegt werden.
Die forstwirtschaftliche Nutzung schafft die ökonomische Grundlage für die notwendigen Schutz- und Pflegemaßnahmen. Ohne die Möglichkeit der energetischen Holzverwendung blieben viele Holzsortimente, vor allem im kleinen Privatwald, ungenutzt. So könnten die Forstbetriebe weniger Einnahmen erzielen. Bei Durchforstungen in ungesunden Beständen könnten die Einnahmen die Kosten dann nicht mehr decken. Gerade im Kleinprivatwald würden viele Eigentümer die Nutzung ihrer Wälder dann aufgeben. Neben der stofflichen ist vielfach auch die energetische Nutzung von Holz notwendig, um die die forstwirtschaftliche Nutzung zu finanzieren und um ausreichende Einnahmen für die erforderlichen Waldschutzmaßnahmen (Schädlingsbekämpfung, Brandschutz) und den Umbau zu klimaresilienten Mischwäldern zu generieren.
Die energetische Nutzung von Holz ist eine zentrale Säule der Wärmewende. Im Jahr 2024 lag der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte in Deutschland bei etwa 17,8 %. Davon entfielen 60 % auf feste Holzbrennstoffe.12 Damit ist die energetische Holznutzung immer noch der dominierende erneuerbare Wärmeträger in Deutschland.
Aus Sicht des Bundesverbands Erneuerbare Energie kombiniert die Nutzung von Holz als Energieträger Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und Klimaschutz. Holz als Brennstoff stammt fast ausschließlich aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern und holz- und forstwirtschaftlichen Nebenprodukten. Dadurch wird die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verringert und ein Beitrag zu einer stabilen und resilienten Wärmeversorgung geleistet. Moderne Holzheizsysteme, wie etwa Pellet- und Hackschnitzelheizungen, erreichen heute hohe Wirkungsgrade mit niedrigen Emissions- und Feinstaubwerten. Sie tragen somit wesentlich zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Wärmesektor bei. Gleichzeitig zeigt die derzeitige Bilanz, dass der Anteil Erneuerbarer Energien im Wärmesektor mit weniger als einem Fünftel des Endenergieverbrauchs noch erhebliches Ausbaupotenzial bietet. Holzwärme kann beim Übergang zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung noch mehr leisten, als es heute bereits der Fall ist. Sie lässt sich auch gut mit anderen Erneuerbaren Heizungstechniken wie Solarthermie und Wärmepumpen kombinieren. Angesichts dieser Daten sieht der BEE die Holzenergie nicht als optionale Ergänzung, sondern als essenziellen Bestandteil der Wärmewende. Sie kann im Gebäudebestand in Zentral und Einzelraumfeuerungsanlagen, aber auch in Gebäude- oder Wärmenetzen und in der Industrie als Prozesswärme zum Einsatz kommen und so dazu beitragen, eine robuste, dezentrale und erneuerbare Wärmeversorgung sicherzustellen und die deutschen und europäischen Energie- und Klimaziele zu erreichen.
Die sogenannte Kaskadennutzung, bei der Holz so weit wie möglich zuerst stofflich (langlebig) und erst am Ende seines Lebenszyklus energetisch genutzt werden soll, ist ein sinnvolles Leitbild. In der deutschen Holzwirtschaft wird dies, wo es im Wettbewerb ökonomisch und technisch sinnvoll ist, bereits umfassend umgesetzt.
In Deutschland wird Holz erster Güte (hochwertiges Stammholz) bevorzugt in langlebigen Produkten (Bau, Möbel) eingesetzt.13 Dabei ist die Kohlenstoffspeicherung am längsten. Dies geschieht, da am Markt für Sägeholz in der stofflichen Nutzung ein deutlich höherer Preis erzielt wird und es sich somit nicht lohnen würde, es zu einem niedrigeren Preis als Energieholz zu verkaufen.
Die Forderung, im Ordnungs- und/oder Förderrecht die Regel zu verankern, Holz verpflichtend zuerst stofflich zu nutzen, ignoriert die Verhältnisse bei forst- und holzwirtschaftlichen Reststoffen, nicht-sägefähigem Rundholz und bei Landschaftspflegeholz. Waldrestholz, das nach Durchforstungen oder nach Kalamitäten energetisch verwertet wird, und Landschaftspflegeholz sind von geringer Qualität, heterogen und weisen eine geringe stoffliche Reinheit auf (z. B. Nadeln, Blätter, Erde und Steine).14 Diese Holzarten sind für hochwertige stoffliche Anwendungen nicht brauchbar.
Eine stoffliche Nutzung (z. B. für Span- und Faserplatten) ist für prioritär nicht-sägefähiges Rundholz, Sägespäne und Altholz, das die nötige Stoffreinheit aufweist, möglich und oft auch sinnvoll. Da mit diesen Produkten in der Regel eine höhere Marge erzielt werden kann als mit Energie, können die Hersteller die energetischen Nutzer im Wettbewerb überbieten. Letztlich verbleiben aber auch hier Mengen und Segmente, für die keine stoffliche Nachfrage besteht, die dann entsorgt oder im Wald verbleiben müssten, was nicht sinnvoll ist.
Es gibt sowohl beim Waldholz, bei Wald- und Holzrestholz als auch bei Altholz und bei Landschaftspflegeholz Mengen und Holzsegmente, für die keine stoffliche Nachfrage besteht. Das lässt sich nicht vernünftig in ordnungs- oder förderrechtliche Vorgaben oder Beschränkungen abgrenzen. Dies kann nur der Wettbewerb sinnvoll leisten. Zumal Angebot und Nachfrage und daher Preise für die verschiedenen Holzsegmente regional und zeitlich stark schwanken.
Energetisch verwertet werden in erster Linie Reststoffe, die aufgrund mangelnder Qualität, Verunreinigung oder chemischer Belastung (z. B. bestimmtes Altholz oder sehr feine Holzstäube) nicht mehr für Holzwerkstoffe geeignet sind. Auch Sägenebenprodukte, die am stofflichen Markt nicht abgesetzt werden können, werden mangels Alternativen energetisch genutzt, stellen direkt im Werk Strom und Wärme für industrielle Prozesse zur Verfügung oder werden zu Pellets zum Heizen im kommunalen oder privaten Bereich verarbeitet. Eine Beschränkung der energetischen Nutzung auf Altholz würde all dies ausschließen. Das würde auch den Interessen der stofflichen Verwerter schaden, denn beim Holzeinschnitt in Sägewerken fallen ca. 40 Prozent Sägenebenprodukte an, für die die Sägewerke dann deutlich niedrigere Erlöse erzielen könnten. Und wenn sich die energetische Nutzung auf Altholz beschränken müsste, würde der Wettbewerb um chemisch unbelastetes Altholz für die Holzwerkstoffindustrie umso härter. Letztlich gäbe es fast nur Verlierer, nicht nur in der Forst-, sondern auch in der Holzwirtschaft.
Überzogene Vorgaben zur Kaskadennutzung würden dazu führen, dass Holzsegmente ungenutzt blieben, die aktuell energetisch genutzt werden. Der Markt stellt bereits sicher, dass höherwertiges Holz die höchsten Preise erzielt und vorrangig stofflich eingesetzt wird. In diesen funktionierenden Wettbewerb sollte daher nicht durch ordnungsrechtliche Vorgaben eingegriffen werden. Ein Verbot der energetischen Nutzung von Reststoffen würde Investitionen in die Aufbereitung und Verwertung vieler Holzsegmente unrentabel machen. Dies hätte zur Folge, dass viele Teile eines eingeschlagenen Baumes unverwertet im Wald verblieben und Restholzmengenentsorgt werden müssten, was aufgrund der abfallrechtlichen Vorgaben letztlich hieße, es zu verbrennen und dabei energetisch zu nutzen.
Damit gingen Substitutionseffekte gegenüber fossilen Brennstoffen verloren und die Klimaschutzwirkung nähme ab. Die Forstwirtschaft würde Einnahmen verlieren und weniger in den Waldumbau hin zu klimastabilen Wäldern investieren. Auch die Sägeindustrie würde Einnahmen verlieren, da sich Sägenebenprodukte nur noch schwer kostendeckend vermarkten ließen. Ein Ausschluss der energetischen Holznutzung für bestimmte Holzsegmente würde die Nachfrage auf die verbleibenden nutzbaren Ressourcen verlagern. Solange fossile Brennstoffe verfügbar und teilweise günstiger sind, würden Verbraucher aus Kostengründen darauf ausweichen. Besonders deutlich wäre dieser Effekt bei einem Ausschluss der energetischen Verwendung von Waldholz. Pelletwerke verarbeiten derzeit rund zehn Prozent nicht sägefähiges Rundholz. Sowohl Sägewerke als auch Pelletproduzenten nutzen darüber hinaus häufig Hackschnitzel zur Prozesswärmeerzeugung. Dieses Material spielt in der stofflichen Nutzung bislang keine bedeutende Rolle.
1 Deutscher Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) (abgerufen am 07.01.2026): Fakten zum Thema: Wälder und Klimaschutz
2 Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (2025): Nachwachsende Wälder nehmen am schnellsten CO2 auf, wenn sie 20 bis 40 Jahre alt sind
3 Pretzsch, H. (2019): Grundlagen der Waldwachstumsforschung. 2. Aufl. Springer Spektrum Berlin: 664 S.
4 Irslinger, R. (2022): Scientist Letter regarding the need for climate smart forest management
Irslinger, R., Schulze, E.-D., Bemmann, A., Mosandl, R. (2025): sog. „Brandbrief“ zur „Klimawirkung der energetischen Holznutzung“
6 Sohn, J., Gebhardt, T., Ammer, C., Bauhus, J., Häberle, K.-H., Matyssek, R., Grams, T. E. (2013): Mitigation of drought by thinning: short-term and long-term effects on growth and physiological performance of Norwayspruce (Picea abies). Forest Ecology and Management 308: S. 188–197; Stubenazy, T., Kohnle, U.Klädtke, J. (2020): Kiefernwachstum in einer warm-trockenen Klimakulisse. AFZ-Der Wald, 75, S. 22-25
7 Georg-August-Universität Göttingen (2019): Langfristiger Einfluss von Durchforstungseingriffen in Fichtenbeständen auf die Verminderung des Trockenstressrisikos
8 Georg-August-Universität Göttingen (2019): Langfristiger Einfluss von Durchforstungseingriffen in Fichtenbeständen auf die Verminderung des Trockenstressrisikos
9 Senf, C., Müller, J., Seidl, R. (2019). Post-disturbance recovery of forest cover and tree height differ with management in Central Europe. Landscape Ecology. 34. 10.1007/s10980-019-00921-9.
10 Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (2022): Vierte Bundeswaldinventur: Rohstoffquelle Wald
11 European Forest Institute (EFI) und Forstliche Versuchsanstalt Baden-Württemberg (FVA) 2023: Resilienz durch Waldbrandprävention im forstwirtschaftlichen Management
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) (2023): Praxisleitfaden zur Waldbrandprävention
12 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE): Erneuerbare Energien in Zahlen Nationale und internationale Entwicklung im Jahr 2024. www.bundeswirtschaftsministerium.de (Stand Dezember 2025)
13 Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) (2025): Holzernte
Högelmeier, K. (2016): Holznutzung in Kaskaden: Ansätze zur Potentialanalyse und zur Weiterentwicklung der ökobilanziellen Bewertung. München
14 Weber-Blaschke, G., Risse, M. & Richter, K. (2018). The efficiency of cascading utilisation of wood—A comprehensive review of scientific literature. Renewable and Sustainable Energy Reviews, 92, 762-771. 10.1016/j.rser.2018.04.094; Tharandt, M. et al. (2010). Möglichkeiten und Grenzen der Vollbaumnutzung.
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