Logo des BEE e.V.

Webseitensuche

Filteroptionen:

Plenarsaal mit blauem Boden und freien Sitzen
Pressemitteilung

Klare Zielverfehlung bei EU-Verpflichtung zum Ausbau Erneuerbarer Energien in Deutschland

17. Juni 2018

Berlin, 17.06.2018. Nach einer aktuellen Prognose des BEE wird Deutschland im Jahr 2020 einen Anteil von 16,4 Prozent Erneuerbare Energien am Brutto-Endenergieverbrauch erreichen. Verpflichtend vorgegeben sind gemäß EU-Richtlinie 18 Prozent. „Die jahrelang verschleppte Energiewende im Wärme- und Mobilitätsbereich in Verbindung mit steigendem Energieverbrauch und gesetzlich abgesenkten Ausbaumengen der Erneuerbaren im Stromsektor verhindern, dass Deutschland seine rechtsverbindliche Verpflichtung einhalten wird“, rügt Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Mit dem jüngst vorgestellten Klimaschutzbericht 2017 musste die Bundesregierung selbst einräumen, dass Deutschland die Klimaschutzziele noch weiter verfehlen wird als bereits angenommen. „Mehr Erneuerbare Energien in allen Sektoren stärkt den Klimaschutz“, sagt Peter. „Die Umstellung auf klimafreundliches Heizen und Kühlen sowie eine saubere Mobilität muss in Schwung kommen und die Dynamik im Stromsektor wieder angekurbelt werden.“

Dafür sei es besonders wichtig, zügig Maßnahmen für die im Koalitionsvertrag vereinbarten 65 Prozent Ökostrom bis 2030 und die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr auf den Weg zu bringen. „Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, dass die geplanten Sonderausschreibungen für Solar- und Windkraft mengenmäßig eingeschränkt, verzögert oder gar in Frage gestellt werden. Ohne Sonderausschreibungen würde die Zielverfehlung noch deutlich höher ausfallen. Damit droht der Bundesregierung ein Vertragsverletzungsverfahren seitens der Europäischen Kommission, der Erneuerbaren-Wirtschaft in Deutschland ein massiver Einbruch und dem Klimaschutz eine weitere Verschlechterung,“ so Peter.

Die Industrie benötige klare und stabile Rahmenbedingungen und ein verlässliches Innovationsklima, um Wohlstand und Wirtschaftskraft zu sichern. Der Klimaschutz wiederum benötige die Erneuerbaren Energien, denn nur sie trügen relevant zum Klimaschutz bei. Allein im vergangenen Jahr wurde durch die Nutzung Erneuerbarer Energien nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums der Ausstoß von 179 Millionen Tonnen Treibhausgasen vermieden.

Dass Deutschland den eigenen Vorgaben seit Jahren hinterherhinke, sei kein gutes Signal an andere Länder. Gerade ein Land, das über das technische und ökonomische Potenzial verfüge, müsse seiner Vorreiterrolle gerecht werden, so Peter. „Es schadet dem politischen Ansehen der Bundesregierung, wenn sie Verträge nicht einhält. Verfehlt Deutschland die verpflichtenden 18 Prozent Erneuerbare Energien am Brutto-Endenergieverbrauch im Jahr 2020, schadet das nicht nur dem Ansehen des einstigen Energiewende-Vorreiterlandes, sondern es gehen auch Glaubwürdigkeit und Vertrauen in verbindliche Absprachen verloren, die wir so dringend in Europa brauchen.“ Ein Vertragsverletzungsverfahren seitens der Europäischen Kommission könnte zudem Strafzahlungen in relevanter Höhe nach sich ziehen.
Hintergrund:
Der BEE hat aktuell errechnet, dass der Anteil Erneuerbarer Energien am Brutto-Endenergieverbrauch 2017 bei lediglich 14,9 Prozent lag (mit klimabereinigter Windenergieerzeugung nach der EU-Richtlinienmethodik, ohne Klimabereitung lag der Anteil bei 15,4 Prozent in Folge überdurchschnittlicher Windverhältnisse; Quelle: AGEB). Von 2018 bis 2020 muss deshalb der Anteil um mehr als drei Prozentpunkte von 14,9 auf 18 Prozent ansteigen. Zum Vergleich: Im Zeitraum 2014 bis 2017 betrug der Anstieg etwa einen Prozentpunkt (2014: 13,8 Prozent). Die Dynamik in den verbleibenden drei Jahren müsste damit die der vergangenen drei Jahre um das Dreifache übersteigen. Sonderausschreibungen wären immerhin ein Signal des guten Willens gegenüber der Europäischen Union.

Weiterführende Informationen:
BEE-Prognose: Entwicklung des Anteils Erneuerbarer Energie am Brutto-Endenergieverbrauch bis 2020
Grafiken zur BEE-Prognose 2020

 

Als Dachverband vereint der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) Fachverbände und Landesorganisationen, Unternehmen und Vereine aller Sparten und Anwendungsbereiche der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Bei seiner inhaltlichen Arbeit deckt der BEE Themen rund um die Energieerzeugung, die Übertragung über Netz-Infrastrukturen, sowie den Energieverbrauch ab. Der BEE ist als zentrale Plattform aller Akteur:innen der gesamten modernen Energiewirtschaft die wesentliche Anlaufstelle für Politik, Medien und Gesellschaft.

Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität.

Verwandte Artikel

09.03.2022
Europäisches Parlamentsgebäude im Hintergrund mit Flaggen der mitgliedsstaaten im Vordergrund vor blauem Himmel
REPowerEU: BEE begrüßt Pläne zur Reduzierung der Abhängigkeit von Russischem Gas und Beschleunigung der Energiewende

Berlin, 09.03.2022. Die Europäische Kommission hat in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung ein Maßnahmenpaket zur Reduzierung der…

Mehr lesen
03.01.2022
EU Parlamentsgebäude mit europäischen Flaggen vor blauem wolkenfreiem Himmel
EU-Kommission setzt mit Taxonomie-Entwurf falsche Signale – einzig Erneuerbare Energien sind nachhaltig

Berlin, 03.01.2022. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e.V. kritisiert die Vorschläge der EU-Kommission zur EU-Taxonomie für nachhaltige…

Mehr lesen
22.03.2019
symbolisch für den Händedruck auf einem Hintergrund der europäischen Flagge
Europäische Union sollte Klimaneutralität bis 2050 in die Wege leiten

Berlin, 22.03.2019. "Deutschland muss sich klar zu ambitioniertem Klimaschutz bekennen und sollte sich in der Europäischen Union auf die Seite der…

Mehr lesen

Logo des BEE e.V.
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
EUREF-Campus 16
10829 Berlin
Telefon: +49 30 275 8170 0
Telefax: +49 30 275 8170 20
E-Mail: info(at)bee-ev.de

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.

Als Dachverband vereint der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) Fachverbände und Landesorganisationen, Unternehmen und Vereine aller Sparten und Anwendungsbereiche der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Bei seiner inhaltlichen Arbeit deckt der BEE Themen rund um die Energieerzeugung, die Übertragung über Netz-Infrastrukturen, sowie den Energieverbrauch ab.

Der BEE ist als zentrale Plattform aller Akteur:innen der gesamten modernen Energiewirtschaft die wesentliche Anlaufstelle für Politik, Medien und Gesellschaft. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität.

Cookies